Jim Keller über K12: ARM-basierte CPU "blöderweise eingestellt" von AMD

Der Athlon/Ryzen-Miterfinder Jim Keller hält es für einen Fehler, dass es die K12-ARM-Architektur von AMD nie zur Marktreife gebracht hat.

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K12 war AMDs eigene ARM-basierte Microarchitektur.
K12 war AMDs eigene ARM-basierte Microarchitektur. (Bild: AMD)

Bei einem Future of Compute genannten Vortrag am Indian Institute of Science in Bengaluru hat sich Jim Keller meinungstark zu AMDs K12 geäußert (via WCCF Tech): "Sie haben das Projekt blöderweise eingestellt", sagte er. Im englischen Original ist von "stupidly" die Rede, was sich durchaus auch noch etwas härter übersetzen ließe.

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Hintergrund dieser Aussage ist, dass es sich Jim Keller zufolge bei modernen CPUs intern ohnehin um RISC-Designs handelt, die Unterschiede zwischen ARM und x86 liegen primär im vorgelagerten Decoder. Apples Mikroarchitekturen, an denen Keller ebenso mitgewirkt hat wie an K8 (Athlon) und Zen, beispielsweise sind ebenso breit wie leistungsfähig.

K12 war AMDs ARM-basierte Mikroarchitektur für CPU-Kerne, darauf basierende Prozessoren waren ursprünglich für 2016 geplant. Angefangen hatte AMD mit Seattle alias Opteron A1100, einem Octacore-Chip mit Cortex-A57-Kernen: Der war für 2014 geplant, erschien aber erst 2016 und das darauf folgende Project Skybridge wurde ebenso wenig zur Marktreife gebracht wie die K12-Architektur.

AMD wollte Marktführer bei ARM-Servern werden

Bei der Seattle-Vorstellung sprach AMD noch davon, dass ARM-basierte Server bis 2019 ein Viertel des Server-Marktes stellen sollen und AMD der führende Hersteller sein will. Stand 2021 sind es allerdings nur 15 Prozent und das primär aufgrund der Gravion2/Graviton3, die Amazon AWS in großem Stil in seinen Rechenzentren einsetzt. CPUs wie der Altra Max von Ampere, der A64FX von Fujitsu oder der ThunderX3 von Marvell haben zwar bisher kaum Marktanteile - die Verbreitung steigt aber.

  • AMD wollte einst eigene ARM-Kerne entwickeln. (Bild: AMD)
  • Auf Cortex-A57 und Project Skybridge hätte der K12 folgen sollen. (Bild: AMD)
  • Seattle alias Opteron A1100 basierte auf A57-Kernen. (Bild: AMD)
  • Project Skybridge sollte ARM- und x86-Chips pinkompatibel machen. (Bild: AMD)
  • Erste Prozessoren hätten 2015 erscheinen sollen. (Bild: AMD)
  • K12 wurde auf 2017 verschoben und dann eingestellt. (Bild: AMD)
AMD wollte einst eigene ARM-Kerne entwickeln. (Bild: AMD)
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Project Skybridge war als Hybrid ausgelegt: Für eine gemeinsame Plattform hätte es ARM- sowie x86-basierte CPUs mit Pinkompatibilität geben sollen, mit wie ohne integrierter Grafikeinheit als 20-nm-Chips. Dieser Node wurde von AMD schlussendlich aber nie genutzt, das Project Skybridge verschwand stillschweigend von den Roadmaps.

Die ursprünglich für 2016 angekündigte K12-Architektur wurde zuerst auf 2017 verschoben, seit der Ankündigung der Zen-Technik im selben Jahr wurden die ARM-basierte CPU-Kerne nie wieder erwähnt. Jim Keller war zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr bei AMD angestellt, er wechselte 2016 zu Tesla und 2021 zu Tenstorrent.

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lunarix 22. Jun 2022 / Themenstart

Abkündigung von Mac OS Server: Das Betriebssystem ist schlicht obsolet, weil Du all das...

ashahaghdsa 22. Jun 2022 / Themenstart

Man kann natürlich auch profile-guided compilieren. Heiße Codepfade anpassen geht damit...

nicoledos 22. Jun 2022 / Themenstart

ARM ist auf Webservern effizienter. Weil man nur das nötige dafür verbauen muss. Auf gro...

nicoledos 22. Jun 2022 / Themenstart

Was sich Amazon und Google da mit ARM zurecht schnitzen ist doch etwas komplett anderes...

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