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Jewgeni Kasperski: Schadcode auf der ISS, Stuxnet im Atomkraftwerk

Viren kommen über das Internet auf Computer. Das ist die landläufige Meinung. Der russische Sicherheitsexperte Jewgeni Kasperski kennt dagegen zwei Beispiele für Infektionen an Offlinesystemen.
/ Werner Pluta
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ISS (im Mai 2011): alle Computer auf Linux umgestellt (Bild: Nasa)
ISS (im Mai 2011): alle Computer auf Linux umgestellt Bild: Nasa

Computersysteme müssen nicht mit dem Internet verbunden sein, um mit Schadsoftware befallen zu werden. Beispiele seien ein russisches Atomkraftwerk und die Internationale Raumstation (International Space Station, ISS), hat der russische Computersicherheitsexperte Jewgeni Kasperski auf einer Veranstaltung in Australien erklärt.

Er habe mehrfach erfahren, dass Schadsoftware auf Computern auf der ISS gefunden worden sei, erklärte Kasperski. "Ich scherze nicht. Ich habe mit russischen Weltraumjungs gesprochen, und sie sagten: 'Ja, ab und zu gibt es Viren auf der Raumstation'" , zitiert die US-Zeitschrift The Atlantic(öffnet im neuen Fenster) den Gründer des Computersicherheitsunternehmens Kaspersky. Eingeschleppt würden diese auf USB-Sticks.

Stuxnet per USB-Stick

Auf ähnliche Weise sei auch ein russisches Atomkraftwerk mit Stuxnet infiziert worden. Die Schadsoftware habe dort schwere Schäden an der Infrastruktur angerichtet, sagte Kasperski. Stuxnet befällt gezielt Steuerungssysteme für Maschinen und ist mutmaßlich Teil eines Cyberangriffs der USA und Israel auf den Iran, genauer gesagt auf die Atomanlage in Natanz. Dort soll sie ebenfalls per USB-Stick eingeschmuggelt worden sein.

Kasperski sei darauf nicht eingegangen, wann die ISS mit Schadcode infiziert wurde, berichtet International Business Times(öffnet im neuen Fenster) . Die US-Onlinezeitung spekulierte, er habe sich auf einen Zeitpunkt vor Mai dieses Jahres bezogen, als die Computer auf der Station ein neues Betriebssystem bekommen haben.

Linux im All

Im Frühjahr waren alle Rechner auf der ISS auf Linux umgestellt worden. Zuvor war darauf Windows XP installiert. Allerdings handelte es sich dabei nicht um die Rechner, die die Funktionen der Station steuern, sondern um die Laptops, die die Besatzung der Station zur Kommunikation oder für ihre Experimenten nutzt. Die Steuerungssysteme der Station liefen aber auch davor schon alle unter Linux.

Tatsächlich war es mehrfach zu Schadcode-Befall gekommen: So waren 2008 etwa mehrere Laptops von einem Wurm befallen worden. Seinerzeit gab die Nasa zu, dass es nicht das erste Mal war.


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