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Jessica Barker bei ihrer Keynote auf der Deepsec in Wien
Jessica Barker bei ihrer Keynote auf der Deepsec in Wien (Bild: Hauke Gierow/Golem.de)

Uns wird nicht beigebracht, Technik zu verstehen

Golem.de: Jetzt denken viele Nutzer: Wer wird mich schon im Visier haben? Aber in diesem Jahr haben wir auch zahlreiche Angriffe gesehen, die sich ganz automatisch im Netz verbreitet haben, wie zum Beispiel Wanna Cry. Da müssen die Nutzer gar keine individuellen Fehler machen, um infiziert zu werden.

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Barker: Wir sollten darüber mehr aufklären. Es gibt viel niedrigschwellige Kriminalität, die einfach das Internet scannt, ohne ein ganz konkretes Ziel zu haben. Bei der Aufklärung haben auch die Medien eine Verantwortung. Als Wanna Cry in Großbritannien zugeschlagen hat, schrieben einige Medien, dass der National Health Service (NHS) gezielt angegriffen worden sei und nicht, dass jeder betroffen war, der seine Systeme nicht gepatcht hatte - weil das Auflage macht.

Die Botschaft ist hier klar: Nutzer sollten Updates installieren. Aber einige haben Angst davor. Andere denken, dass das Pop-up mit dem Updatehinweis ein Virus ist. Es gibt viele gute Dinge, die Nutzer tun können. Manche Menschen wissen gar nicht, dass Updates vor allem dafür da sind, die Sicherheit des Systems zu verbessern.

Golem.de: Ich habe neulich ein Training gegeben. Dort habe ich die Teilnehmer gefragt, was das grüne Schlosssymbol im Browser bedeutet. Einige waren sich unsicher. Andere sagten: Ich dachte immer, das ist Werbung. Offenbar werden Security-Features nicht immer so verstanden, wie die Entwickler sich das gedacht haben.

Barker: Ich glaube, es gibt ein Problem, das wir als Gesellschaft haben: Viele Menschen wissen nicht genau, was das Internet eigentlich ist und wie es funktioniert. Und wir bringen es ihnen auch nicht richtig bei, zum Beispiel in der Schule. Ich weiß nicht, wie das in Deutschland oder Österreich ist, aber in Großbritannien wurde uns nicht erklärt, wie so ein Computer wirklich funktioniert. Uns wurde nur gezeigt: So benutzt du Word. Das hilft nicht wirklich. Uns wird beigebracht, Technologie zu nutzen - aber nicht, wie die Technik selbst wirklich funktioniert.

Golem.de: Sie haben in Ihrem Vortrag auch über Vorurteile und den Einfluss von Gender und anderen Merkmalen gesprochen. Was genau meinen Sie?

Barker: Es gibt da viele Beispiele. Ganz oft wird gesagt: Erklär es so, dass deine Mutter es verstehen würde. Da spielt immer der Gedanke mit, dass Mütter technisch total unfähig sind und alles erklärt bekommen müssen. Das ist natürlich ein wenig hilfreiches Vorurteil. Es wird häufig angenommen, dass Frauen per se weniger technisches Verständnis haben und hier insbesondere Frauen einer bestimmten Altersgruppe.

Solche Vorurteile verselbstständigen sich dann und bestätigen sich selber. Sie demotivieren bestimmte Personen nämlich, sich mit Technologie auseinanderzusetzen. In unserem Beispiel könnte eine Mutter dann denken: Das verstehe ich sowieso nicht - und sich gar nicht erst mit einem Problem befassen, das sie ansonsten lösen könnte oder sie wird eine Sicherheitstechnologie nicht nutzen, weil sie Angst hat, Fehler zu machen. Je mehr wir solche Vorurteile perpetuieren, desto schlechter wird die Sicherheit der betroffenen Personen.

Golem.de: Wahrscheinlich treffen solche Mechanismen gerade Personengruppen hart, die Sicherheit im Internet besonders bräuchten.

Barker: Ja, das stimmt. Frauen werden etwa deutlich häufiger Ziel von Online-Stalking, von Spyware oder häuslicher Gewalt in Verbindung mit Spionage als Männer. Die angesprochenen Vorurteile helfen nicht dabei, diese Personen zu empowern und ihnen die notwendigen Werkzeuge zur Selbstverteidigung mitzugeben.

Golem.de: Welche Botschaften können denn helfen?

Barker: Positive Botschaften. Wir sollten Vorurteilen aktiv entgegentreten und zum Beispiel sagen: Frauen sind genauso gut wie Männer in technischen Belangen. Wer Töchter hat, sollte die Themen mit ihnen gezielt besprechen. Wir sollten Vorurteile also nicht nur ignorieren, sondern aktiv bekämpfen.

 Jessica Barker im Interview: "Die Kriminellen sind bessere Psychologen als wir"Wir sollten nicht sagen: Mitarbeiter sind das schwächste Glied der Kette 

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cry88 06. Dez 2017

Natürlich hilft dir eine gute Ausbildung, das erlehnte Wissen auch unter Stress...

EQuatschBob 05. Dez 2017

Falls nicht, wo gibt es das Original? TIA!

HANKHPB 01. Dez 2017

Das trifft es nicht ganz: im Gegensatz zu "enable", welches bedeutet, physisch oder...

teachcor 01. Dez 2017

Der Umgang mit Computern (Smartphones gehören auch dazu) ist heute eine Kulturtechnik...

teachcor 01. Dez 2017

Was die Psychologie betrifft, da hat sie recht. IT-Fachleute sind meistens nicht in der...



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