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Jeff Bezos: Washington Post gibt keine Empfehlung für Harris ab

Jeff Bezos , Eigentümer der Washington Post , soll verhindert haben, dass die Zeitung Kamala Harris als neue US-Präsidentin empfiehlt.
/ Andreas Donath
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Donald Trump während einer Rede am 6. Februar 2020 (Bild: The White House)
Donald Trump während einer Rede am 6. Februar 2020 Bild: The White House / CC0 1.0

Die Washington Post gibt seit Jahrzehnten zur US-Präsidentschaftswahl eine Wahlempfehlung ab, doch dieses Jahr bleibt diese aus, wie The Verge berichtet(öffnet im neuen Fenster) . Angeblich war das Stück schon in der Endphase(öffnet im neuen Fenster) und sollte eine Empfehlung für Kamala Harris enthalten. Dann wurde offenbar die Entscheidung getroffen, die Veröffentlichung zu stoppen. Es wird spekuliert, dass dies auf Intervention von Jeff Bezos geschah, dem Eigentümer der Post.

Anstelle der Empfehlung veröffentlichte die Post einen Leitartikel ihres Verlegers Will Lewis, in dem die Entscheidung der Zeitung erläutert wurde, auf eine Empfehlung zu verzichten. Lewis zog Parallelen zur Entscheidung der Zeitung aus dem Jahr 1960, als sie sich dafür entschied, weder John F. Kennedy noch Richard Nixon zu unterstützen.

Medienbesitzer gegen redaktionelle Unabhängigkeit

Die Situation spiegelt einen Vorfall bei der Los Angeles Times wider, bei dem der Eigentümer Patrick Soon-Shiong in ähnlicher Weise eine Harris-Empfehlung blockierte, was zum Rücktritt des Redaktionsleiters(öffnet im neuen Fenster) führte. In den USA gibt es nicht erst seit diesen Vorfällen Bedenken hinsichtlich des zunehmenden Einflusses von Zeitungsverlegern auf redaktionelle Entscheidungen.

Die Entscheidung hatte bereits unmittelbare Auswirkungen: Berichten zufolge kündigten Leser ihre Abonnements und namhafte Persönlichkeiten wie der neokonservative Wissenschaftler Robert Kagan trat von seiner Position als leitender Redakteur zurück.

Jeff Bezos' Unternehmen erhielten bedeutende Regierungsaufträge, darunter der 10-Milliarden-Dollar-Cloud-Vertrag von Amazon mit der NSA und das 3,4-Milliarden-Dollar-Mondlander-Projekt von Blue Origin mit der Nasa. Bezos kaufte 2013 die Washington Post . Der Kaufpreis lag bei 250 Millionen US-Dollar. Bezos teilte der Belegschaft mit, dass er keine Pläne für Einschnitte beim Personal oder dem Konzept der Zeitung habe. "Ich kenne die wichtige Rolle, die die Post in Washington und unserem Land spielt, und der Beitrag der Post wird sich nicht ändern" , sagte Bezos damals.

Der ehemalige Präsident Donald Trump äußerte sich wiederholt auf seinem Twitter-Account gegen die Washington Post und griff nicht nur die Zeitung selbst, sondern auch verschiedene Post-Journalisten und Kolumnisten an.


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