Jeff Bezos: Blue Origin-Mitarbeiter üben Kritik am Unternehmen

Anonyme Angestellte erheben schwere Vorwürfe gegen das Raumfahrt-Unternehmen des Amazon-Gründers. Es sei Zufall, dass noch nichts passiert ist.

Artikel veröffentlicht am , Christian Hensen
In der Pressekonferenz nach seinem Weltraumflug bestens gelaunt: Jeff Bezos.
In der Pressekonferenz nach seinem Weltraumflug bestens gelaunt: Jeff Bezos. (Bild: Photo by Joe Raedle/Getty Images)

Über 20 ehemalige und aktuelle Mitarbeiter des US-Raumfahrtunternehmens Blue Origin klagen in einem offenen Brief gegen die Firmenkultur und das Management. Der Brief ist unterzeichnet von Alexandra Abrams, der ehemaligen Abteilungsleiterin für interne Kommunikation bei Blue Origin.

Stellenmarkt
  1. SAP Job - SAP BW / 4HANA Berater (m/w/x)
    über duerenhoff GmbH, München
  2. Ingenieur (w/m/d) Kommunikationstechnik
    Deutscher Bundestag, Berlin
Detailsuche

Laut Schreiben werde Sexismus ignoriert, der Klimaschutz missachtet und Sicherheitsbedenken nicht ernst genommen. Ein Ingenieur schreibt: "Blue Origin kann froh sein, dass bisher nichts passiert ist." Weiter heißt es, sofern die Firmenkultur und das Arbeitsumfeld beispielhaft für Bezos' Vorstellung der Zukunft sei, entwickle man sich in eine Richtung, die das Schlechteste in der Welt widerspiegle und müsse rasch Änderungen herbeiführen.

Auslöser für den Brief scheint der Weltraumflug von Bezos gewesen zu sein, der sich Ende Juli nach kurzem Aufenthalt in 100 Kilometern Höhe mit Cowboy-Hut heroisch feiern ließ. Schon Ende August kamen Berichte ans Licht, dass leitende Angestellte scharenweise das Weite suchen würden. Offenbar, so wird es im Brief dargestellt, sei das Wettrennen mit Elon Musk und Richard Branson, der Jeff Bezos übrigens wenige Tage zuvorkam, zeitweise das wichtigste Thema gewesen. Durch das damit verbundene, enorme Arbeitstempo habe auch die Sicherheit gelitten.

Bau mir 'ne Rakete, Baby Girl

Die schweren Vorwürfe untermauert der offene Brief stellenweise an konkreten Beispielen. Besonders schlimm sei demnach der Sexismus im Unternehmen, da auf zahlreiche Beschwerden gegen einzelne männliche Angestellte nicht eingegangen werde. Weibliche Angestellte müssten sich herablassende Rufnamen wie Baby Girl, Baby Doll oder Sweetheart gefallen lassen. Auch sei in Diskussionen die Meinung männlicher Angestellter mehr wert als die ihrer weiblichen Kolleginnen.

Golem Karrierewelt
  1. DP-203 Data Engineering on Microsoft Azure: virtueller Vier-Tage-Workshop
    24.-27.10.2022, virtuell
  2. Implementing Cisco Enterprise Wireless Networks (ENWLSI): virtueller Fünf-Tage-Workshop
    10.-14.10.2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Sorgen um eine schlechte Nachhaltigkeit seien ebenso ignoriert worden, die Arbeitslast sei für viele Angestellte am Limit gewesen. Geschichten, die man auch von Bezos' anderen Unternehmen kennt. Es ginge, so der Tenor des Schreibens, immer nur um Jeff Bezos, komme, was wolle.

Der Brief schließt mit der Forderung an Blue Origin und seinen Gründer Jeff Bezos, endlich umzudenken und auf die Missstände zu reagieren. Aktuell sei Blue Origin und die vollmundigen Versprechen auf der Firmenhomepage "nur eine Illusion".

Am Ende des Briefes ist die Reaktion von Blue Origin zu lesen. Das Unternehmen schreibt, warum Alexandra Abrams das Unternehmen verlassen musste und beteuert, dass die Weltraumfähre New Shepard die sicherste Trägerrakete sei, die jemals entwickelt und gebaut wurde. Außerdem, so die Antwort, werde bei Blue Origin alles dafür getan, Fälle von Fehlverhalten der Mitarbeiter, wofür es sogar eine Rund-um-die-Uhr-Hotline gebe, schnellstmöglich zu untersuchen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Neue Grafikkarten
Erste Preise für Nvidias Geforce RTX 4090 aufgetaucht

Der US-Händler Newegg gibt einen Blick auf die Preise der Nvidia-Ada-Grafikkarten. Sie werden teurer als die Geforce RTX 3090 zuvor.

Neue Grafikkarten: Erste Preise für Nvidias Geforce RTX 4090 aufgetaucht
Artikel
  1. Smart Home Eco Systems: Was unterscheidet Alexa von Homekit von Google Home?
    Smart Home Eco Systems
    Was unterscheidet Alexa von Homekit von Google Home?

    Alexa, Homekit, Google Home - ist das nicht eigentlich alles das Gleiche? Nein, es gibt erhebliche Unterschiede bei Sprachsteuerung, Integration und Datenschutz. Ein Vergleich.
    Eine Analyse von Karl-Heinz Müller

  2. Hideo Kojima: Es sollte ein Death-Stranding-Spiel für Google Stadia geben
    Hideo Kojima
    Es sollte ein Death-Stranding-Spiel für Google Stadia geben

    Hideo Kojima arbeitete am Exklusivtitel für Stadia. Das wurde vorzeitig eingestellt, auch weil Google nicht an Einzelspieler-Games glaubte.

  3. Superbase V: Zendures Solarstation mit 6.400 Wh kommt mit hohem Rabatt
    Superbase V
    Zendures Solarstation mit 6.400 Wh kommt mit hohem Rabatt

    Vor dem Verkaufsstart über die eigene Webseite verkauft Zendure seine Superbase V über Kickstarter - mit teilweise fast 50 Prozent Rabatt.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Razer DeathAdder V3 Pro 106,39€ • Alternate (u. a. Kingston FURY Beast RGB 32 GB DDR5-6000 226,89€, be quiet! Silent Base 802 Window 156,89€) • MindFactory (u. a. Kingston A400 240/480 GB 17,50€/32€) • SanDisk microSDXC 400 GB 29,99€ • PCGH-Ratgeber-PC 3000 Radeon Edition 2.500€ [Werbung]
    •  /