Netflix-Sprachsteuerung mit vielen Problemen

Aufgrund des beschränkten App-Angebots haben wir uns bei der Sprachsteuerung auf die Netflix-App konzentriert - dem einzigen wichtigen Streamingabodienst in Deutschland, den es für die Link Bar gibt. Ferner hat die Soundbar einen eigenen Netflix-Knopf auf der Fernbedienung - das sollte eigentlich bedeuten, dass die Netflix-Unerstützung besonders gut ist. Aber bei der Sprachsteuerung merken wir davon nichts.

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Wir können mit einem Sprachbefehl nach Inhalten in Netflix suchen, diese werden dann in der Netflix-App gestartet. Wir fanden es dabei nervig und überflüssig, dass dabei die Soundbar immer erst noch angesagt hat, dass der Inhalt in Netflix geöffnet wird. Schließlich sehen wir ja, was auf dem Bildschirm passiert.

Sagen wir "Hey Google, spiele Suits auf Netflix ab", passiert das nicht. Es öffnet sich zwar die Detailseite der Serie, aber die Wiedergabe beginnt nicht. Sagen wir dann "Hey Google, Wiedergabe starten", gibt es eine Fehlermeldung. Damit wir die Wiedergabe auf Zuruf beginnen können, müssen wir hingegen sagen "Hey Google, Wiedergabe auf Link Bar starten" - wir müssen also den in der Google-Home-App vergebenen Gerätenamen verwenden. Auf diese Lösung muss der Anwender ganz allein kommen, es gibt keine helfende Anleitung, die einen bei solchen Problemen zur Seite steht.

  • JBL Link Bar mit Fernbedienung (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Fernbedienung für die Link Bar (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Link Bar hat viele Anschlüsse, eine USB-Buchse fehlt aber. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Link Bar kann an der Wand montiert werden. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Tastenfeld auf der Link Bar (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • JBLs Link Bar (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Vorne leuchten LEDs, wenn der Google Assistant lauscht. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Tastenfeld auf der Link Bar (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Link Bar läuft mit Android TV (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Wenn das Mikrofon der Link Bar ausgeschaltet ist, leuchten die LEDs orange. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Vorne leuchten LEDs, wenn der Google Assistant lauscht. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Außerdem versteht die Android-TV-Version von Netflix keine Spulbefehle. Wollen wir auf Zuruf spulen, gibt es nur eine Fehlermeldung. Das wurde uns von JBL bestätigt und es wurde angekündigt, dass die Funktion später mit einem Update zur Verfügung gestellt wird. Auch das Überspringen eines Vorspanns auf Zuruf ist nicht möglich und wir können uns auch nicht mittels Sprachbefehl die Watchlist von Netflix anzeigen lassen. Das alles ist blamabel für eine Soundbar, die vor allem auf eine Sprachsteuerung hin optimiert sein sollte.

Gleiche Probleme mit Nvidias Shield TV

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Die ebenfalls mit Android TV versehene Streamingbox Shield TV von Nvidia hat die gleichen Einschränkungen. Wir können uns weder die Watchlist auf Zuruf anzeigen lassen noch in einem Film spulen oder einen Vorspann mittels Sprachbefehl überspringen. Bei dem Shield TV ist das Fehlen dieser Funktionen eher verschmerzbar, weil das Gerät ohne weiteres Zubehör ohnehin nicht auf Zuruf gesteuert werden kann, sondern dazu immer das Mikrofon in der Fernbedienung verwendet werden muss.

Dabei unterstützt Netflix eine Sprachsteuerung über den Google Assistant durchaus. Wenn wir einen Chromecast mit einem Google-Assistant-Lautsprecher verbinden, können wir auf Zuruf mühelos spulen. Außerdem startet hier sofort die Wiedergabe, wenn wir einen Film oder eine Serie auf Netflix anschauen wollen. Und es gibt keine unnötige Ansage, dass nun Netflix gestartet wird. Wer einen Chromecast mit einem Google Home Mini nutzt, erhält also die bessere Sprachsteuerung als der Käufer einer smarten Soundbar, bei der eigentlich alles nötige eingebaut ist.

Wir haben versucht, die Link Bar mit einem externen Google-Assistant-Lautsprecher zu verbinden - aber das erlaubt Google nicht. Wir können zwar die Link Bar statt eines Chromecasts in der Google-Home-App als Standard-TV bestimmen, aber sobald wir dann etwas auf Zuruf abspielen wollen, hören wir nur eine Fehlermeldung. Für den Nutzer ist es mehr als verwirrend, eine Funktion einstellen zu können, die dann überhaupt nicht nutzbar ist.

Also haben wir wieder die in der Soundbar eingebauten Mikrofone verwendet. In Youtube oder auch der Prime-Video-App (über das Cast-Protokoll) können wir problemlos mittels Sprachbefehl in den Inhalten spulen. Es bleibt enttäuschend, dass alle Spulfunktionen offenbar nur in der Netflix-App fehlen, obwohl die Link Bar mit der Netflix-Taste auf der Fernbedienung eine besonders gute Unterstützung für den Dienst suggeriert.

Google Assistant unterbricht den Film sofort

Das alles ist sehr schade, denn an sich ist die Sprachsteuerung eines Streams bei der Link Bar genauso umgesetzt, wie wir es erwarten: Sobald das Aktivierungswort für den Google Assistant erkannt wird, pausiert der Stream. Das Gerät wartet dann auf weitere Sprachbefehle, aber wir müssen diesen nicht über den Ton des Films oder der Serie sprechen - ein großer Nachteil in anderen Konstellationen.

  • JBL Link Bar mit Fernbedienung (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Fernbedienung für die Link Bar (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Link Bar hat viele Anschlüsse, eine USB-Buchse fehlt aber. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Link Bar kann an der Wand montiert werden. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Tastenfeld auf der Link Bar (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • JBLs Link Bar (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Vorne leuchten LEDs, wenn der Google Assistant lauscht. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Tastenfeld auf der Link Bar (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Link Bar läuft mit Android TV (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Wenn das Mikrofon der Link Bar ausgeschaltet ist, leuchten die LEDs orange. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Das Tastenfeld auf der Link Bar (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

In dieser Disziplin enttäuschen Kombinationen aus Google-Assistant-Lautsprecher und Chromecast oder Alexa-Lautsprecher und Fire-TV-Gerät. Mit beiden Kombinationen können wir die Wiedergabe zwar auf Zuruf pausieren, aber wenn das Aktivierungswort verstanden wird, läuft der Stream zunächst weiter und die Lautstärke des Films wird reduziert. Das Resultat: Dialoge sind dann nicht mehr zu verstehen. Ein solches Vorgehen ist bei Musikinhalten tolerabel, bei Filmen und Serien aber grundverkehrt.

Wenn wir ein externes Gerät wie etwa ein Apple TV an die Link Bar anschließen, können wir darauf Prime Video und Sky Ticket oder auch Sky Q nutzen, um die Nachteile der Android-TV-App-Unterstützung auszugleichen. Die Wahl des passenden Eingangs kann über die Fernbedienung oder direkt an der Soundbar erfolgen. Auf Zuruf ist es uns nicht geglückt, einen der HDMI-Eingänge zu aktivieren - das würden wir von einem Gerät mit vernünftiger Sprachsteuerung aber erwarten.

Kein vollwertiger Google-Assistant-Lautsprecher

Ein großes Problem der Link Bar: Sie wird als ein Gerät beworben, das drei Aufgaben erfüllt: Soundbar, Android-TV-Streaming und smarter Lautsprecher. Wer sich darauf verlässt, wird enttäuscht. Denn vor allem bei den Funktionen eines smarten Lautsprechers fehlt einiges oder ist am Ende so miserabel umgesetzt, dass die Link Bar keinen normalen smarten Lautsprecher ersetzen kann.

Denn immer wieder passiert es, dass uns Inhalte nur angezeigt statt angesagt werden. Fragen wir nach einer bekannten Persönlichkeit, bekommen wir die Informationen nur auf dem Bildschirm angezeigt. Es fehlt eine Ansage, wie es auf normalen smarten Lautsprechern der Fall wäre. Wenn wir der Soundbar also solche Fragen stellen und dabei der Fernseher ausgeschaltet ist, erfahren wir die Antworten nicht. Außerdem fehlt die Funktion eines Musikweckers und wir können die Soundbar nicht mit anderen Google-Assistant-Lautsprechern zu einer Multiroom-Gruppe verbinden.

Sprachsteuerung der Link Bar ist träge

Und dann reagiert uns der Google Assistant auf der Link Bar einfach viel zu langsam. Messungen haben ergeben, dass wir meist drei bis vier Sekunden auf Antworten warten müssen, während andere Google-Assistant-Geräte uns nach ein bis zwei Sekunden eine Antwort liefern. Das träge Verhalten ist sogar visuell erkennbar.

Sobald der Google Assistant aktiv ist, wird im unteren Bereich eingeblendet, was verstanden wurde. Das Feld öffnet sich immer sofort, bis jedoch der gesagte Sprachbefehl dort visualisiert wird, dauert es meist bis zu zwei Sekunden - und damit ist jeder Sprachbefehl auf der Link Bar bei der Umsetzung entsprechend langsam. Wir haben die gleichen Befehle mit dem Shield TV von Nvidia durchgeführt. Hier erschienen die Sprachbefehle sofort auf dem Bildschirm, es liegt also offenbar nicht an Android TV selbst. Das Ergebnis bei der Link Bar ist jedenfalls ein viel zu träge reagierendes Gerät.

Wenn die Spracheingabe die Fernbedienung stört

Wenn wir das Gerät sowohl mit Fernbedienung als auch mit Sprachbefehlen bedienen - was aufgrund der unzureichenden Sprachsteuerung nötig ist -, wird die Einblendung des Google Assistant zu einem Problem. Denn sobald der Google Assistant auf Befehle wartet, scheint keine Steuerung der Oberfläche mit der Fernbedienung mehr möglich zu sein.

Die Einblendung legt sich dabei über die übrige Oberfläche, so dass alle Befehle der Fernbedienung im Grunde ins Leere gehen. Wir müssen dann entweder warten, bis die Einblendung verschwindet, oder die Zurück-Taste auf der Fernbedienung betätigen, um die Einblendung manuell wegzubekommen. Das alles wirkt unfertig und ist sehr unpraktisch.

LEDs am Lautsprecher signalisieren, wenn das Gerät auf Zuruf lauscht, um Befehle entgegenzunehmen. Uns fehlt hier eindeutig ein Signalton, der erklingt, sobald der Lauschmodus aktiv ist. Denn der Google Assistant aktiviert sich auch immer mal wieder ungewollt, dann landen vertrauliche Gespräche nicht nur auf den Servern von Google, sondern vor allem werden solche ungewollten Aktivierungen von Menschen abgehört. Ein Mitarbeiter beklagt vor allem bei der Arbeit für Google ausbeuterische Zustände, weil er nicht nach Arbeitsstunden, sondern pro Mitschnitt bezahlt wurde.

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 Link Bar mit klanglichen SchwächenVerfügbarkeit und Fazit 
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