Jaxa: Test zur Beseitigung von Weltraumschrott schlägt fehl

Das Kabel ließ sich nicht ausrollen: Der Test eines japanischen Systems zur Beseitigung von Weltraumschrott hat nicht funktioniert. Das Konzept sei dennoch funktionsfähig, sagen Experten.

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Japanischer Raumtransporter Kounotori 6: kein Beweis, dass das Konzept undurchführbar ist
Japanischer Raumtransporter Kounotori 6: kein Beweis, dass das Konzept undurchführbar ist (Bild: Jaxa)

Kapsel verglüht, Experiment misslungen: Die japanische Raumfähre H-2 Transfer Vehicle (HTV) Kounotori 6 (etwa: weißer Storch) ist nach dem Flug zur Internationalen Raumstation (International Space Station, ISS) beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglüht. Ein wichtiges Experiment ist gescheitert.

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Die japanische Raumfahrtagentur Japanese Aerospace Exploration Agency (Jaxa) wollte auf der Mission eine neue Möglichkeit testen, Weltraumschrott zu entsorgen: das Kounotori Integrated Tether Experiment (Kite), eine 700 Meter lange elektrodynamische Leine mit einer 20 Kilogramm schwere Endmasse. Damit will die Jaxa künftig Weltraumschrott beseitigen.

Das Kabel ließ sich nicht entrollen

Das Experiment scheiterte jedoch: Bei der Mission wollte die Jaxa das Abwickeln des Kabels testen. Das funktionierte allerdings nicht. Alle Versuche, die Störung von der Erde aus zu beheben, scheiterten. Die Jaxa glaube aber, dass das nicht an dem Kabel selbst gelegen habe, sondern dass es einen anderen Grund für das Scheitern gebe, sagte ein Sprecher der Raumfahrtagentur dem britischen Wissenschaftsmagazin New Scientist. "Eine genaue Analyse ist in die Wege geleitet."

Das Konzept der Jaxa sieht vor, das Kabel zu entrollen und dann an einem Stück Weltraumschrott zu befestigen. An das Kabel wird elektrischer Strom angelegt, der mit dem Erdmagnetfeld interagiert. Das soll das Schrottteil in eine Taumelbewegung versetzen, damit es von seiner Bahn abgebracht wird und schließlich in der Erdatmosphäre verglüht.

Kounotori 6 brachte Akkus zur ISS

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Seine wichtigsten Aufgaben hat Kounotori 6 aber erfüllt. Der unbemannte Raumfrachter hatte knapp sechs Tonnen Versorgungsgüter zur ISS gebracht: Wasser und Nahrungsmittel, neue Lithium-Ionen-Akkus sowie wissenschaftliche Ausrüstung. Zudem hat er sieben Cubesats ausgesetzt.

Weltraumschrott ist eine Bedrohung für die Raumfahrt. So muss die ISS immer wieder mal größeren Schrottteilen ausweichen. Eine der Antennen sowie Solarpaneele des Weltraumteleskops Hubble sind durch Weltraumschrott beschädigt worden.

Wie lässt sich der Schrott beseitigen?

Wissenschaftler suchen deshalb nach Lösungen für das Problem. Ein Konzept etwa sieht vor, ein Stück Schrott mit einem Satelliten einzufangen.

Eine andere Möglichkeit könnte sein, Schrottteile mit einem Laser zu beschießen und dadurch abzubremsen, damit sie ihre Bahn ändern und schließlich verglühen. Chinesische Wissenschaftler wollen sogar Weltraumschrott zu Treibstoff verarbeiten.

Ein Kabel im Weltraum zu entrollen, sei - wie alles im Weltraum - schwieriger, als es klinge, sagte der Raumfahrtexperte Sean Tuttle dem New Scientist. Der fehlgeschlagene Test sei deshalb eben nur ein Fehlschlag, aber kein Beweis, dass das Konzept undurchführbar sei.

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