Abo
  • Services:

Jaxa: Mit einem Schleppnetz gegen Weltraumschrott

Die japanische Raumfahrtagentur Jaxa startet im Februar eine Mission zum Aufräumen des Orbits. Ein Schleppnetz soll Schrottteile zum Absturz bringen. Experten zweifeln am Erfolg des Projekts.

Artikel veröffentlicht am ,
Weltraumschrott (schematische Darstellung): Netz fängt Schrott.
Weltraumschrott (schematische Darstellung): Netz fängt Schrott. (Bild: Zanpei/CC BY-ND 2.0)

Nach Weltraumschrott fischen will die japanische Raumfahrtagentur, die Japan Aerospace Exploration Agency (Jaxa): Im kommenden Monat wollen die Japaner ein Netz ins All schießen, das in der Erdumlaufbahn aufräumen soll.

Stellenmarkt
  1. Rödl & Partner, Nürnberg
  2. Hella Gutmann Solutions GmbH, Ihringen bei Freiburg im Breisgau

Das Netz aus Aluminium- und Stahldrähten soll an einem unbemannten Raumfahrzeug oder an einem ausgedienten Satelliten befestigt werden. Es ist mit Sensoren ausgestattet, die auf die Lichtreflexe von Schrottteilen reagieren. Entdecken die Sensoren ein solches Teil, wird es eingefangen.

Bremsen und absenken

Durch das Netz fließt Strom. Aus der Wechselwirkung des unter Strom stehenden Netzes mit dem Erdmagnetfeld entstehe Lorentzkraft, die das Schrottteil abbremse, so dass es abgesenkt werde und schließlich in der Erdatmosphäre verglühe, erklärt die Jaxa.

Das Netz, das in der ersten Version rund 300 Meter lang sein wird, ließ die Jaxa von Nitto Seimo herstellen, einem japanischen Unternehmen aus der Fischereibranche. Es soll am 28. Februar ins All geschossen werden.

Millionen Schrottteile

In den verschiedenen Orbits kreisen Millionen von Teilen um die Erde. Die meisten sind kleiner als 1 Zentimeter. Rund eine halbe Million Objekte sind zwischen 1 und 10 Zentimeter groß und können bei einem Aufprall ein Raumfahrzeug beschädigen. Die US-Weltraumbehörde Nasa beobachtet ständig über 20.000 Objekte, die größer als 10 Zentimeter sind. Die meisten von ihnen sind etwa 1 Kilogramm schwer. Es gibt aber auch 1.500 Objekte, die mehr als 100 Kilogramm wiegen.

Wissenschaftler suchen deshalb nach Möglichkeiten, die Orbits aufzuräumen: Die Darpa etwa plant, Teile ausgedienter Satelliten wiederzuverwerten. Das Konzept sieht vor, statt neuer, großer Satelliten kleine Satlets in die Erdumlaufbahn zu schießen. Dort soll ein Weltraumreparaturfahrzeug den Satlet an Bord nehmen und mit ihm in den sogenannten Friedhofsorbit des geosynchronen Orbits (GEO) fliegen, wo der Satlet die Antenne eines ausgedienten Satelliten bekommt.

Schweizer Staubsauger

Schweizer Wissenschaftler wollen dem Schrott mit Cleanspace One beikommen: Der Satellit soll einen anderen Satelliten ansteuern, ihn mit einem Greifer packen und dann zusammen mit diesem in der Erdatmosphäre verglühen.

Andere Projekte sehen vor, von der Erde aus mit einem Laser auf den Weltraumschrott zu schießen. Der hochenergetische Laserpuls soll die getroffene Stelle des Schrottteils verdampfen. Dadurch entsteht laut Konzept ein Plasmastrahl, der wie ein Triebwerk wirkt und das Schrottteil aus seinem Orbit katapultiert. Es soll dann in der Atmosphäre verglühen.

Weniger oder mehr Schrott?

Die Japaner schließlich wollen den Schrott mit einem Schleppnetz aus dem Orbit fischen. Verläuft der Test erfolgreich, könnte ein neues, größeres Netz folgen. Dieses würde dann 10 Kilometer lang sein. Manche Experten bezweifeln jedoch den Erfolg des Projekts. Hugh Lewis, ein Raumfahrtingenieur an der Universität von Southampton, hält ein Netz für nicht sehr geeignet, um Weltraumschrott einzufangen.

Im Gegenteil könnte es noch mehr Schrott schaffen, wenn es mit einem Satelliten kollidiere, sagte er dem britischen Wissenschaftsmagazin New Scientist. Projekte wie das von der Jaxa sollten vor dem Start erst international geprüft werden, forderte Lewis.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 5€
  2. 19,99€
  3. (-35%) 38,99€

Niaxa 28. Jan 2014

Ich finde die DDR-Version am besten... Kennt ihr nicht? Na dann erklär ich mal. Man baue...

megaheld 25. Jan 2014

Naja. Es kommt hat darauf an, wie man das anstellt. Die USA haben auch schon einen...

frostbitten king 24. Jan 2014

War auch mein erster Gedanke. Anfangs ein bisschen zäh die Serie, aber cool. Jetzt kommt...

Heinzel 24. Jan 2014

daß die ein Netz in den Orbit schießen und keinen Gundam...

Dino13 24. Jan 2014

Wusstest du das wenn du 2 Birnen isst du immer noch keinen Apfel gegessen hast. So...


Folgen Sie uns
       


Kameravergleich P20 Pro, Xperia XZ2, Galaxy S9 Plus

Huaweis neues P20 Pro hat gleich drei Kameras auf der Rückseite. Diese ermöglichen nicht nur eine Porträtfunktion, sondern auch einen dreistufigen Zoom. Mit ihren KI-Funktionen unterstützt die Kamera des P20 Pro den Nutzer bei der Aufnahme.

Kameravergleich P20 Pro, Xperia XZ2, Galaxy S9 Plus Video aufrufen
Klimaschutz: Unter der Erde ist das Kohlendioxid gut aufgehoben
Klimaschutz
Unter der Erde ist das Kohlendioxid gut aufgehoben

Die Kohlendioxid-Emissionen steigen und steigen. Die auf der UN-Klimakonferenz in Paris vereinbarten Ziele sind so kaum zu schaffen. Fachleute fordern daher den Einsatz von Techniken, die Kohlendioxid in Kraftwerken abscheiden oder sogar aus der Luft filtern.
Ein Bericht von Daniel Hautmann

  1. Xiaoice und Zo Microsoft erforscht menschlicher wirkende Sprachchat-KIs
  2. Hyperschallgeschwindigkeit Projektil schießt sich durch den Boden
  3. Materialforschung Stanen - ein neues Wundermaterial?

Ryzen 7 2700X im Test: AMDs Zen+ zieht gleich mit Intel
Ryzen 7 2700X im Test
AMDs Zen+ zieht gleich mit Intel

Der neue Ryzen 7 2700X gehört zu den schnellsten CPUs für 300 Euro. In Anwendungen schlägt er sich sehr gut und ist in Spielen oft überraschend flott. Besonders schön: die Abwärtskompatibilität.
Ein Test von Marc Sauter und Sebastian Grüner

  1. Ryzen 2400GE/2200GE AMD veröffentlicht sparsame 35-Watt-APUs
  2. AMD-Prozessor Ryzen-Topmodell 7 2700X kostet 320 Euro
  3. Spectre v2 AMD und Microsoft patchen CPUs bis zurück zum Bulldozer

Datenschutz: Der Nutzer ist willig, doch die AGB sind schwach
Datenschutz
Der Nutzer ist willig, doch die AGB sind schwach

Verbraucher verstehen die Texte oft nicht wirklich, in denen Unternehmen erklären, wie ihre Daten verarbeitet werden. Datenschutzexperten und -forscher suchen daher nach praktikablen Lösungen.
Ein Bericht von Christiane Schulzki-Haddouti

  1. Soziales Netzwerk Facebook ermöglicht Einsprüche gegen Löschungen
  2. Soziales Netzwerk Facebook will in Deutschland Vertrauen wiedergewinnen
  3. Denial of Service Facebook löscht Cybercrime-Gruppen mit 300.000 Mitgliedern

    •  /