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Jaxa: Japanische Forscher manipulieren Daten von ISS-Simulation

Zwei japanische Forscher sollten Probanden nach ihren Erfahrungen zu einer ISS -Simulation befragen. Die Forscher waren aber zu beschäftigt und stellten Diagnosen ohne Interviews.
/ Werner Pluta
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Raumstation ISS: Wie fühlen sich Astronauten in der Isolation? (Bild: Nasa)
Raumstation ISS: Wie fühlen sich Astronauten in der Isolation? Bild: Nasa

Ergebnisse ohne Befragungen: Bei einer Simulation des Lebens auf der Internationalen Raumstation (International Space Station, ISS) in Japan sind Ergebnisse gefälscht worden. Das Projekt wurde von einem Astronauten geleitet, der im kommenden Jahr auf die ISS fliegen soll.

An dem Experiment, das 2016 und 2017 in Tsukuba stattfand, nahmen 40 Probanden teil. Diese verbrachten jeweils zwei Wochen in einer abgeschlossenen Umgebung, um zu simulieren, wie Astronauten bei einem Aufenthalt im All den Stress psychisch durchhalten. Anschließend sollten die Teilnehmer Auskunft über ihre Erfahrung geben.

Dazu sollten sie von zwei Forschern interviewt werden, um Erkenntnisse über seelisches Befinden und Stresslevel zu gewinnen. Allerdings hätten die beiden keine Gespräche geführt, berichtet die öffentlich-rechtliche Rundfunkgesellschaft Nippon Hōsō Kyōkai (NHK)(öffnet im neuen Fenster) und beruft sich auf die japanische Raumfahrtagentur Jaxa. Stattdessen erstellten sie psychologische Beurteilungen und Diagnosen ohne Interviews.

Zwei sahen aus wie drei

Zudem ließen die Forscher es so aussehen, als seien die Befragungen nicht von zwei, sondern von drei Forschern durchgeführt worden. Als Grund gaben sie an, zu beschäftigt gewesen zu sein.

ISS-Mission verlängert bis 2030 - Nasa
ISS-Mission verlängert bis 2030 - Nasa (01:52)

Geleitet wurde das Experiment von dem Astronauten Satoshi Furukawa(öffnet im neuen Fenster) , der 2011 mehrere Monate an Bord der ISS war. Er soll im kommenden Jahr noch einmal auf die Station fliegen.

Erste Ungereimtheiten seien bereits Ende 2017 bei der Analyse der experimentellen Daten aufgefallen, berichtete die japanische Tageszeitung Kyoto News(öffnet im neuen Fenster) . Daraufhin habe die Jaxa eine Untersuchung des Projekts eingeleitet. 2019 wurde das Projekt ausgesetzt.

Hiroshi Sasaki, Leiter des Bereichs bemannte Raumfahrt bei der Jaxa, entschuldigte sich für den Vorfall. Das Projekt war vom japanischen Forschungsministerium finanziell unterstützt worden. Die Jaxa will das Geld zurückzahlen.

Projektleiter Furukawa soll von der Jaxa einen Verweis bekommen. Da er jedoch nicht an der Fälschung beteiligt war, ist sein Flug zur ISS nicht in Gefahr.


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