Java-Streit: Breite Unterstützung für Google gegen Oracle

Im Streit um die Urheberrechte an Java-APIs von Oracle gegen Google bekommt Letzteres nun sehr breite Unterstützung von Unternehmen wie Microsoft, Organisationen wie Mozilla und Wikimedia, aber auch Einzelpersonen wie den Unix- oder Icann-Gründern.

Artikel veröffentlicht am ,
Google bekommt einige Unterstützung in dem Rechtsstreit um Java-APIs.
Google bekommt einige Unterstützung in dem Rechtsstreit um Java-APIs. (Bild: Mario Tama/Getty Images)

Nur rund eine Woche nach Veröffentlichung der eigenen Eröffnungsschrift im Streit um Java-APIs bekommt Google nun sehr breite Unterstützung in dem Rechtsstreit mit Oracle. Dazu haben verschiedene Unternehmen, Organisationen und auch Einzelpersonen sogenannte Amicus Briefs beim Supreme Court der USA eingereicht, mit denen Dritte Stellung zu Rechtsfragen beziehen können. Insgesamt handelt es dabei dabei um mehr als 20 Einreichungen im Sinne Googles.

Stellenmarkt
  1. Leitung (m/w/d) Team Support / Hotline / Kundenservice
    Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB), München, Regensburg
  2. Informationssicherheitsbeauf- tragte*r (m/w/d)
    Gesundheit Nordhessen Holding, Kassel
Detailsuche

Richtig neu ist derartige Unterstützung nicht. So schreibt etwa der Browserhersteller Mozilla, dass dies bereits der vierte Amicus Brief sei, in dem die Firefox-Macher klar Stellung für Google und gegen Oracle beziehen. Mozilla unterstützt Google dabei gemeinsam mit der Creative Commons Organisation, der Open Source Initiative, der Wikimedia Foundation und der Software Freedom Conservancy sowie den Unternehmen Shopify, Etsy, Reddit, Mapbox, Patreon, Medium und Cloudera.

"Mozilla glaubt, dass die Reimplementierung von Software und die dadurch ermöglichte Interoperabilität grundlegend für den Wettbewerb und die Innovation der Kern eines florierenden Softwareentwicklungsökosystems sind", schreibt das Unternehmen in seiner Ankündigung.

Großer Widerspruch zur Rechtsprechung

In dem Fall haben Gerichte bisher geurteilt, dass die APIs prinzipiell dem Urheberrecht unterliegen. Das wurde vom Supreme Court im Prinzip unterstützt, da das Gericht eine Anhörung in diesem Fall nicht zugelassen hatte.

Golem Akademie
  1. Masterclass: Data Science mit Pandas & Python
    9./10. September 2021, online
  2. C++ 20: Concepts - Ranges - Coroutinen - Module
    4.-8. Oktober 2021, online
Weitere IT-Trainings

Nun ist aber noch zu klären, ob die Verwendung der Java-APIs durch die Fair-Use-Regeln des US-Urheberrechts gedeckt sind oder ob dadurch das Urheberrecht verletzt wird. Das zuständige Berufungsgericht hat hierbei im Frühjahr 2018 die Erstinstanz überstimmt und eine Fair-Use-Ausnahme im Sinne von Google verneint.

Sollte der Supreme Court diese Rechtsprechung aber aufrechterhalten, hätte dies wohl schwerwiegende Folgen für die gesamte IT-Industrie und eben für die bisherige Herangehensweise, APIs einfach nachbauen zu können. Auch deshalb ist die Unterstützung für Google ziemlich groß aufgestellt. Neben den bereits genannten treten unter anderem auch Microsoft, IBM und Red Hat oder die US-Bürgerrechtsorganisation EFF dafür ein, das bisherige Urteil aufzuheben.

Gleiches gilt für den Gründer des gleichnamigen Verlages Tim O'Reilly sowie die Icann-Mitbegründerin Esther Dyson, Internetpioniere wie Vint Cerf und David Clark, den Gründer der freien .Net-Implementierung Mono, Miguel de Icaza, die Erfinder der Public-Key-Kryptographie Whitfield Diffie und Martin Hellman, die Unix-Pioniere Ken Thompsen und Brian Kernighan, Linux-Erfinder Linus Torvalds, Python-Gründer Guido van Rossum oder Apple-Gründer Steve Wozniak.

Die Verhandlung vor dem Supreme Court in der Sache könnte schon im März stattfinden. Ein Urteil dürfte dann im Frühsommer dieses Jahres folgen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Chris Roberts' Vision
Nach einem Jahr Pause kehren wir zu Star Citizen zurück

Star Citizen und die Community sind inzwischen ein ganzes Stück sympathischer geworden. Trotzdem ist hier weniger fertig als gedacht.
Ein Hands-on von Oliver Nickel

Chris Roberts' Vision: Nach einem Jahr Pause kehren wir zu Star Citizen zurück
Artikel
  1. Raumfahrt: China plant erste bemannte Mission zum Mars für 2033
    Raumfahrt
    China plant erste bemannte Mission zum Mars für 2033

    China hat große Pläne für den Mars. In den 2030er Jahren sollen mehrere bemannte Missionen zum Nachbarplaneten fliegen und ihn besiedeln.

  2. Prophete E-Bike Cargo: Aldi bringt elektrisches Lastenfahrrad mit Anschiebehilfe
    Prophete E-Bike Cargo
    Aldi bringt elektrisches Lastenfahrrad mit Anschiebehilfe

    Aldi hat das Prophete Cargo E-Bike ein Lastenfahrrad im Angebot. Damit können Kinder, Tiere und Einkäufe umweltfreundlich transportiert werden.

  3. KI: Wenn die Gesichtserkennung dich für Elon Musk hält
    KI
    Wenn die Gesichtserkennung dich für Elon Musk hält

    Einem israelischen Startup ist es gelungen, Fotos so zu verändern, dass Algorithmen zur Gesichtserkennung andere Personen identifizieren.

theSens 14. Jan 2020

Wie sieht das eigentlich bei User Interfaces aus? Also GUI? API's sind ja das...

theSens 14. Jan 2020

Also zumindest in AT verfällt das Urheberrecht 70 Jahre nach dem Tod ;D Das Urheberrecht...


Folgen Sie uns
       


Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Alternate: Ryzen 7 5800 X 359€, Ryzen 5 5600 X 249€ • Gigabyte Z490M 119,90€ • Mega-Wiedereröffnung bei MediaMarkt - bis zu 30 Prozent Rabatt • Samsung SSD 980 Pro PCIe 4.0 1TB 166,59€ • Trust Gaming Audio-Zubehör • Kaspersky Flash Sale: 60% Rabatt auf Security-Programme [Werbung]
    •  /