Abo
  • IT-Karriere:

Java-Rechtsstreit: Oracle geht offiziell weiter gegen Google vor

Wie zu erwarten, hat Oracle in dem seit Jahren andauernden Rechtsstreit mit Google um die Verwendung von Java-APIs Berufung eingelegt. Zuletzt hatten Geschworene keinen Verstoß von Google im Sinne des US-Urheberrechts erkannt.

Artikel veröffentlicht am ,
Der Rechtsstreit von Oracle gegen Google geht in die nächste Runde.
Der Rechtsstreit von Oracle gegen Google geht in die nächste Runde. (Bild: Tobin/Flickr.com/CC-BY-SA 2.0)

Es ist die wohl letzte Möglichkeit für Oracle, aus dem seit mehreren Jahren andauernden Rechtsstreit mit Google um die Verwendung von Java-APIs in Android doch noch als Sieger hervorzugehen: Wie zu erwarten, hat Oracle offiziell Berufung gegen das Ende Mai ergangene Urteil eingelegt, das im Sinne Google ausgegangen war. Das US-Magazin Arstechnica hat das vergleichsweise kurze Schreiben von Oracle hierzu veröffentlicht.

Stellenmarkt
  1. DATAGROUP Köln GmbH, Köln
  2. Deloitte, Düsseldorf, Hamburg

Mit der Übernahme von Sun hat Oracle die Rechte an Java erhalten und bereits 2010 Google wegen der angeblich unrechtmäßigen Übernahme von Java-APIs in Android verklagt. Ein US-Berufungsgericht kam in der Auseinandersetzung zu dem Schluss, dass die APIs dem Urheberrecht unterliegen, was vom Supreme Court unterstützt worden ist und eine Übernahme damit unter Umständen zu einem Rechtsverstoß machen würde.

Fair Use oder doch nicht?

Allerdings hatten Geschworene zuletzt geurteilt, dass die Übernahme von Google dem Prinzip des Fair Use entspricht und deshalb eben doch rechtmäßig ist. In dem teilweise sehr absurden Prozess sind die APIs etwa mit Aktenschränken verglichen worden. Gegen das Urteil hat Oracle Berufung eingelegt, weshalb der Fall wieder von einem US-Berufungsgericht behandelt werden wird.

Zuständig wird dabei das Gericht sein, das auch schon den Urheberschutz für die Java-APIs prinzipiell bejahte und damit im Sinne von Oracle geurteilt hat. Damals ist allerdings auch explizit eine Verwendung im Sinne des Fair Use als Möglichkeit durch das Gericht erwähnt worden. Jedoch konnte darüber zu dem Zeitpunkt noch nicht entschieden werden, was nun wohl aber geschehen wird.

Geschworene müssen überstimmt werden

Um bei der Berufungsverhandlung zu gewinnen, muss Oracle das Gericht davon überzeugen, dass das einstimmig gefällte Urteil der Geschworene überstimmt werden muss. In dem Bericht von Arstechnica wird vermutet, dass Oracle hierbei eine ähnliche Argumentation nutzt wie bereits kurz nach dem letzten Urteil.

Demnach könnten die Anweisungen an die Geschworenen durch den Richter als unsachgemäß gewertet werden. Ebenso könnte es sein, dass die in der Verhandlung vorgelegten Beweise von Oracle so überzeugend gewesen sein müssten, dass keine vernünftigen Geschworenen im Sinne Googles hätten urteilen dürfen.

Sollte Oracle mit der Berufung keinen Erfolg haben, ist der Rechtsstreit endgültig beendet. Zudem verwenden aktuelle Android-Versionen das OpenJDK für die Java-Implementierung. Die Rechte am OpenJDK hält zwar ebenfalls Oracle. Das ist aber GPL-lizenziert, so dass eine Weiterverbreitung und Veränderung explizit erlaubt sind.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 2,99€
  2. (-75%) 3,75€
  3. 23,99€
  4. (-77%) 11,50€

Kleine Schildkröte 02. Nov 2016

Wir nutzen hier in Java eine eigene Entwicklung, in der du in Java die...

Cok3.Zer0 29. Okt 2016

Warum? Wenn diese Sache bis zur letzten Instanz durchentschieden wird, ist das...

tux. 28. Okt 2016

Freue mich schon auf 2036.


Folgen Sie uns
       


Wasserstoff-Mercedes GLC F-Cell im Test

Der Mercedes GLC F-Cell ist eines der wenigen Serienfahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb. Wir haben das Auto getestet.

Wasserstoff-Mercedes GLC F-Cell im Test Video aufrufen
Kickstarter: Scheitern in aller Öffentlichkeit
Kickstarter
Scheitern in aller Öffentlichkeit

Kickstarter ermöglicht es kleinen Indie-Teams, die Entwicklung ihres Spiels zu finanzieren. Doch Geld allein ist nicht genug, um alle Probleme der Spieleentwicklung zu lösen. Und was, wenn das Geld ausgeht?
Ein Bericht von Daniel Ziegener

  1. Killerwhale Games Verdacht auf Betrug beim Kickstarter-Erfolgsspiel Raw
  2. The Farm 51 Chernobylite braucht Geld für akkurates Atomkraftwerk
  3. E-Pad Neues Android-Tablet mit E-Paper-Display und Stift

Erasure Coding: Das Ende von Raid kommt durch Mathematik
Erasure Coding
Das Ende von Raid kommt durch Mathematik

In vielen Anwendungsszenarien sind Raid-Systeme mittlerweile nicht mehr die optimale Lösung. Zu langsam und starr sind sie. Abhilfe schaffen können mathematische Verfahren wie Erasure Coding. Noch existieren für beide Techniken Anwendungsgebiete. Am Ende wird Raid aber wohl verschwinden.
Eine Analyse von Oliver Nickel

  1. Agentur für Cybersicherheit Cyberwaffen-Entwicklung zieht in den Osten Deutschlands
  2. Yahoo Richterin lässt Vergleich zu Datenleck platzen

Orico Enclosure im Test: Die NVMe-SSD wird zum USB-Stick
Orico Enclosure im Test
Die NVMe-SSD wird zum USB-Stick

Wer eine ältere NVMe-SSD über hat, kann diese immer noch als sehr schnellen USB-Stick verwenden: Preiswerte Gehäuse wie das Orico Enclosure nehmen M.2-Kärtchen auf, der Bridge-Chip könnte aber flotter sein.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Server Supermicro mit Chassis für 40 E1.S-SSDs auf 2 HE
  2. Solid State Drive Longsys entwickelt erste SSD nur mit chinesischen Chips
  3. SSDs Samsung 970 Pro mit 2TB und WD Blue 3D mit 4TB

    •  /