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Java: Danke für nichts, Oracle!

Den Streit um Java-APIs hat Oracle nun endlich verloren. Von dem einstmals glorreichen Sun bleibt damit ein Open-Source-Trümmerhaufen.

Ein IMHO von veröffentlicht am
Die Java-Nutzung in Android ist legal. Oracle sah das nicht so.
Die Java-Nutzung in Android ist legal. Oracle sah das nicht so. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)

Mehr als zehn Jahre lang musste die IT-Industrie auf ein Urteil warten, nun ist er endlich da. Der ganze Prozess wird dabei aber immer wegen seiner Absurditäten im Gedächtnis bleiben, wo etwa APIs mit Steckdosen und Aktenschränken verglichen wurden. Initiator Oracle geht derweil in die Geschichte ein als eines der wohl größten und streitlustigsten Unternehmen der Welt, das für den eigenen Gewinn auch Open Source und einen Großteil der IT-Industrie einfach als Kollateralschäden betrachtet. Die eigentliche Software war für Oracle dabei wohl eh immer nur ein Spielball, was den Untergang der Technikführerschaft von Sun und seiner Open-Source-Projekte endgültig besiegelt hat.

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Oracle hatte Sun und damit auch die Rechte an Java im April 2009 für 7,4 Milliarden US-Dollar übernommen. Nur wenige Monate nach der Genehmigung durch die Kontrollbehörden reichte Oracle Klage gegen Google ein, wegen deren angeblich rechtswidriger Nutzung von Java-APIs in Android. Schon damals sagte der Java-Erfinder James Gosling: "Bei Oracle geht es immer nur ums Geld" und dass Sun solch eine Klage nie angestrebt hätte.

Wenig Open-Source-Interesse von Oracle

Wie der nun mehr als zehn Jahre währende Rechtsstreit gezeigt hat, hat sich an der Beschreibung von Gosling nichts grundlegend geändert. So forderte etwa Oracle einen Schadensersatz von rund 8,8 Milliarden US-Dollar von Google - also den Kaufpreis von Sun plus Zinsen, abzüglich der Kosten für die Klage.

Darüber hinaus haben wir auch schon vor mehr als vier Jahren betrachtet, was eigentlich aus den Open-Source-Projekten geworden ist, die Oracle mit Sun übernommen hat. Fast alle hat Oracle vernachlässigt und die Communities haben sich nur durch Forks gerettet. Ebenso werden die verbliebenen eigenen Produkte wie etwa Solaris durch Oracle kaum nennenswert weiterentwickelt. Selbst an Java hat das Unternehmen immer weniger Interesse und gibt dessen Entwicklung mehr und mehr an die Community ab.

Oracle schiebt die Schuld auf Google

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Das steht im starken Kontrast zu der Engstirnigkeit, mit der Oracle die Klage gegen Google geführt hat. Selbst nach dem Urteil gegen Oracle gibt sich das Unternehmen als extrem schlechter Verlierer, denn Oracles Chefjurist sagt als Reaktion darauf: "Sie haben Java gestohlen und ein Jahrzehnt lang Rechtsstreitigkeiten geführt, wie es nur ein Monopolist kann."

Allerdings hat nun nicht nur der Supreme Court festgestellt, dass Google Java eben nicht unrechtmäßig kopiert hat, sondern die IT-Industrie muss von Glück sprechen, dass Google sich den Rechtsstreit überhaupt hat leisten können und darauf eingegangen ist. Denn ohne das nun wegweisende Urteil wäre der Nachbau von APIs wohl deutlich schwieriger geworden als bisher. Auch deshalb haben viele wichtige Software-Unternehmen und Entwickler die Position Googles unterstützt.

Das Urteil ist also durchaus positiv zu bewerten. Was dennoch bleibt, ist der Fakt, dass Oracle die vergangenen zehn Jahre alles daran gesetzt hat, die IT-Industrie und insbesondere Open-Source-Software in ein ungewisses Chaos zu stürzen, um sich zu bereichern.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach).

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nicoledos 10. Apr 2021 / Themenstart

die verdienen ausreichend, dass der gute Larry sich ein paar nette Spielzeuge leisten kann.

Nasenbaer 07. Apr 2021 / Themenstart

OK danke für die Aufklärung! Dann vermute ich, dass man bei uns die Linking-exception...

Nico82x 07. Apr 2021 / Themenstart

Ja korrekt, richtig formuliert wäre es "es wird auf den Enterprisevalue aufgeschlagen".

kiviuq 07. Apr 2021 / Themenstart

z.B. wie aus j2ME Android wurde, als das SUN-Team hinter J2ME zu Google wechselte...

Das... 07. Apr 2021 / Themenstart

Naja, stehen tut da schon einiges, nur mit dem Informationsgehalt ist es etwas mager.

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