JAP-Netzwerk: Anonymes Surfen für Geduldige

Mit dem JAP-Netzwerk lässt sich anonym und sicher surfen. Es gibt aber entscheidende Unterschiede zum Tor-Netzwerk. Einer davon ist die klägliche Geschwindigkeit - zumindest in der kostenlosen Variante.

Artikel veröffentlicht am ,
Das JAP-Netzwerk bietet anonymes Surfen, ist aber in der kostenfreien Variante sehr langsam.
Das JAP-Netzwerk bietet anonymes Surfen, ist aber in der kostenfreien Variante sehr langsam. (Bild: Screenshot Golem.de)

JAP bietet einen ähnlichen Dienst an wie Tor, es ist ein Proxy für das anonyme Surfen. Anders als Tor oder Freenet hat es aber kein internes anonymisiertes Netz. Es schleift lediglich Daten von einem Client verschlüsselt durch mehrere Knoten an den angefragten Server und schickt die Daten verschlüsselt wieder zurück. Im Vergleich zum Tor-Netzwerk, I2P oder Freenet hat JAP jedoch einen entscheidenden Nachteil: die Geschwindigkeit.

Inhalt:
  1. JAP-Netzwerk: Anonymes Surfen für Geduldige
  2. Schnelleres anonymes Surfen kostet

Im dritten und letzten Test der Tor-Alternativen haben wir nach I2P und Freenet uns jetzt JAP angesehen. Es gibt sicherlich noch weitere anonyme Netzwerke. Erwähnt sei etwa GNUnet oder Retroshare. Während einige wie Retroshare noch zusätzliche Dienste wie Messaging oder E-Mail anbieten, sind die meisten jedoch speziell für das Filesharing konzipiert.

Mixkaskaden sorgen für Anonymität

Der Jondonym-Anonymous-Proxy-Server oder kurz JAP wird von seinen Machern als Forschungsprojekt bezeichnet, das den Namen AN.ON - Anonymität Online trägt. Entwickelt wurde es von der Universität Regensburg zusammen mit der Technischen Universität Dresden.

Die Daten werden über sogenannte Mixkaskaden versendet. Dabei werden mehrere Proxys hintereinandergeschaltet und zusätzlich die Daten unterschiedlicher Herkunft miteinander vermischt. Sie werden auch als Mixnetzwerk mit kaskadierenden Proxy-Servern bezeichnet. Jede Proxy-Station kennt nur den vorherigen Server, von dem die Daten kommen, und denjenigen Proxy-Server, an den die Daten weitergereicht werden. Zwischen jeder Station werden die Daten gesondert verschlüsselt.

Zertifizierte Betreiber

Stellenmarkt
  1. IT-Security Expert (w/m/d)
    Bundeskartellamt, Bonn
  2. Produktmanager Digitale Infrastrukturen (w/m/d)
    Dataport, verschiedene Standorte
Detailsuche

Anders als bei Tor kann aber nicht jeder eine Zwischenstation - oder Mixe, wie sie genannt werden - betreiben. Lediglich vom Projekt zugelassene Server dürfen an dem Netz teilnehmen. Der Vorteil ist, dass jeder Mix im JAP-Netzwerk vertrauensvoll ist. Die Mixe werden von dem Projekt zertifiziert und müssen eine Selbstverpflichtung unterschreiben, die unter anderem besagt, dass keine Logfiles angelegt werden dürfen. Damit entfällt die bei Tor mögliche Angriffsmethode, dass ein Unbekannter eine Zwischenstation betreibt und so Einsicht in den Datenverkehr bekommt.

Da es aber nur eine begrenzte und bekannte Anzahl an Mixen gibt, ist die theoretische Wahrscheinlichkeit größer, dass ein Angreifer den Eingang und den Ausgang kennt und überwachen kann. Dann kann der Datenverkehr eines Nutzers komplett deanonymisiert werden. Deshalb liegt auf den JAP-Betreibern die Last sicherzustellen, dass kein Angreifer einen Mix betreiben kann. Die begrenzte Anzahl der Mixe ist gewollt, denn je mehr Nutzer ihre Daten über einen einzigen Server leiten, desto schwieriger ist es, einzelne Datenströme daraus zu identifizieren.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Schnelleres anonymes Surfen kostet 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Zulan 03. Mär 2015

Da ist aber einiges bei den Einheiten durcheinander geraden..

whitbread 03. Mär 2015

Ich weiss ja nicht, welchen Grad der Anonymität Ihr braucht, aber für jegliche legalen...

Rulf 03. Mär 2015

...die bei Tor mögliche Angriffsmethode, dass ein Unbekannter eine Zwischenstation...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Halbleiterfertigung
Keine modernen Belichtungsmaschinen mehr für China

Maschinen für EUV-Belichtung darf ASML bereits nicht mehr nach China exportieren, auch der Zugang zu älteren DUV-Anlagen soll gekappt werden.

Halbleiterfertigung: Keine modernen Belichtungsmaschinen mehr für China
Artikel
  1. 5G: Mobilfunkstationen sollen an Strommasten hängen
    5G
    Mobilfunkstationen sollen an Strommasten hängen

    Strommasten könnten dabei helfen, neue 5G-Mobilfunkstationen zu bauen, ebenso wie Straßenlaternen oder Litfaßsäulen. Doch das hat Tücken.

  2. Kryptowinter: Auch Bitcoin-Minern droht die Zahlungsunfähigkeit
    Kryptowinter
    Auch Bitcoin-Minern droht die Zahlungsunfähigkeit

    Nicht nur Bitcoin-Verleiher gehen in der Krise pleite. Auch professionelle Krypto-Mining-Unternehmen kämpfen um ihre Liquidität.

  3. Games with Gold: Die Xbox-360-Neuauflagen sind alle
    Games with Gold
    Die Xbox-360-Neuauflagen sind alle

    Ab Oktober 2022 ist Schluss mit weiteren Xbox-360-Spielen in Spieleabos von Microsoft. Grund ist schlicht eine natürliche Grenze.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 bestellbar • EVGA RTX 3090 24G günstig wie nie: 1.649€ • MindStar (MSI RTX 3060 429€, MSI Optix 31,5“ WQHD 165Hz 369€) • Samsung QLED 85" günstig wie nie: 1.732,72€ • Alternate (Tower-Gehäuse & CPU-Kühler v. Raijintek) • Der beste 2.000€-Gaming-PC • LG TV 65" 120Hz -56% [Werbung]
    •  /