Jan Marsalek: Ex-Wirecard-Vorstand in Operation Chargeback unter Verdacht

Frühere Führungskräfte des Zahlungsdienstleisters Wirecard um den untergetauchten Ex-Vorstand Jan Marsalek sollen eine zentrale Rolle in dem weltweiten Betrugs- und Geldwäschenetzwerk gespielt haben , das Ermittler am 4. November 2025 zerschlagen haben wollen. Das berichtete das Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) .
Demnach geht es bei den Ermittlungen auch um eine Gruppe von angeblichen Händlern, um die sich bei Wirecard ausschließlich Marsalek sowie eine ehemalige Führungskraft in Asien und ein Mitarbeiter der Abteilung für digitalen Vertrieb gekümmert haben sollen.
Alle drei gehören laut Bericht zu den Beschuldigten. Marsaleks Anwalt antwortete nicht auf eine kurzfristige Anfrage, ebenso wenig wie der Verteidiger der Ex-Führungskraft in Asien. Mehr als 250 Einsatzkräfte unter Führung der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz waren am Dienstag gegen 44 Beschuldigte in neun Ländern vorgegangen. Sie nahmen 18 Verdächtige fest, davon fünf in Deutschland.
Die Beschuldigten sollen zwischen 2016 und 2021 Kreditkartendaten von etwa 4,3 Millionen Karteninhabern aus 193 Ländern missbräuchlich verwendet haben, um sich zu bereichern. Laut BKA schlossen sie mit den Kartendaten auf rund 2.000 Schein-Webseiten mit gefälschten Dating- und Unterhaltungsangeboten 19 Millionen Fake-Abos ab.
Betrügerische Umsätze in Zahlungsverkehr eingeschleust
Das BKA sprach(öffnet im neuen Fenster) von kompromittierten Zahlungsdienstleistern, die die Transaktionen an die Bank des Kreditkartendienstleisters weitergegeben hätten. Den bisherigen Ermittlungen zufolge besteht der Verdacht, dass die Täter zu diesem Zweck vier große deutsche Zahlungsdienstleister kompromittierten. Diese seien gezielt eingesetzt worden, um betrügerische Umsätze in den legalen Zahlungsverkehr einzuschleusen.
Bei den Beschuldigten handelt es sich um ehemalige Führungskräfte, teils der betroffenen Zahlungsdienstleister, teils aus den Bereichen Risikomanagement, Vertrieb und Compliance. Von innen heraus sollen die Zahlungsdienstleister erhebliche Umsätze erzielt haben, unter anderem über Chargeback-Gebühren.



