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Jan Koum: Whatsapp-Gründer verlässt Facebook im Streit um Datenschutz

Whatsapp-Gründer Jan Koum will sich künftig lieber seinen luftgekühlten Porsches widmen, als sich mit Facebook über Datenschutz und strikte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung herumstreiten. Das lässt wenig Gutes für die Nutzer erwarten.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Whatsapp-Mitgründer Jan Koum verlässt sein Unternehmen.
Whatsapp-Mitgründer Jan Koum verlässt sein Unternehmen. (Bild: Mike Blake/Reuters)

Der Mitgründer und CEO des Messengerdienstes Whatsapp, Jan Koum, verlässt offenbar im Streit mit dem Mutterkonzern Facebook sein Unternehmen. "Es ist Zeit für mich, weiterzuziehen", schrieb Koum in einem Facebook-Eintrag am Montag. Die Washington Post hatte zuvor berichtet, es habe Streit mit Facebook über die Datennutzung sowie die strikte Verschlüsselung bei Whatsapp gegeben. Koum soll demnach auch den Aufsichtsrat von Facebook verlassen, wo er für die strategische Ausrichtung von Whatsapp zuständig war.

Inhalt:
  1. Jan Koum: Whatsapp-Gründer verlässt Facebook im Streit um Datenschutz
  2. Whatsapp-Gründer sind Milliardäre geworden

Die Zeitung macht keine detaillierten Angaben darüber, welche Änderungen Facebook bei Whatsapp planen könnte. Auch Koum äußert sich in seinem kurzen Facebook-Beitrag nicht dazu. Koum dankte darin seinem "unglaublich kleinen Team", das es möglich gemacht habe, eine von so vielen Menschen genutzte App zu entwickeln. Facebook-Chef Mark Zuckerberg kommentierte den Rückzug mit den Worten: "Jan, ich werde die enge Zusammenarbeit mit Dir vermissen. Ich bin dankbar für alles, was Du getan hast, um die Welt zu vernetzen, und für alles, was du mir beigebracht hast, einschließlich über Verschlüsselung und ihre Fähigkeit, Macht von zentralisierten Systemen wegzunehmen und sie wieder in die Hände der Menschen zu legen. Diese Werte werden immer im Mittelpunkt von Whatsapp stehen."

Verschlüsselung und Datenweitergabe strittig

Dem Bericht zufolge störten sich die Facebook-Manager unter anderem an der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Whatsapp-Nachrichten, die es unmöglich macht, die Nachrichteninhalte für gezielte Werbung auszuwerten. Ein weiterer Streitpunkt seit der Übernahme von Whatsapp durch Facebook im Jahr 2014 ist die Weiternutzung der Whatsapp-Kontakte durch das soziale Netzwerk sowie der Abgleich der Nutzungsgewohnheiten. Der Messengerdienst hatte im August 2016 angekündigt, die Telefonnummern seiner Nutzer sowie Informationen zur Nutzungshäufigkeit an das weltgrößte soziale Netzwerk weiterzugeben.

Datenschützer wie der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar hatten dieses Vorgehen von Anfang an kritisiert und die damit verbundene Einwilligungserklärung für unzulässig erachtet. Anfang März 2018 hatte das Oberverwaltungsgericht Hamburg Caspars Anordnung bestätigt, dass Facebook nicht massenhaft Daten seiner Tochterfirma Whatsapp für eigene Zwecke nutzen darf.

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In einem ähnlichen Streit mit der britischen Datenschutzbehörde hatte Whatsapp hingegen angekündigt, die Daten seiner Nutzer künftig auf Basis der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung an den Mutterkonzern Facebook weiterzuleiten. Wie dies genau aussehen könnte, ist allerdings unklar. Caspar kündigte bereits an, unzulässige Praktiken im Zweifel vor den neuen EU-Datenschutzausschuss zu bringen.

Hintergrund des Auseinandersetzungen ist offenbar der Versuch der Facebook-Manager, mit der damaligen Akquisition in Höhe von fast 22 Milliarden US-Dollar mehr Umsatz zu generieren. Das Unternehmen hatte die frühere Abo-Gebühr von einem Dollar pro Jahr im Januar 2016 abgeschafft. Damals hieß es, Werbung in Whatsapp werde es weiterhin nicht geben, dafür aber die Möglichkeit für Firmen, beispielsweise mit ihren Kunden über den Messenger zu kommunizieren.

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crazypsycho 04. Mai 2018

WhatsApp war zu Beginn kostenlos. Dadurch hat sich eine Userbase gebildet. Darum haben...

quineloe 03. Mai 2018

Aha? Und hat das Gericht dann Facebook befohlen, den gesperrten Account wieder...

amagol 02. Mai 2018

Damit legst du dich erstens auf den Mainstream fest, bei welchem du damit rechnen musst...

matok 02. Mai 2018

Warum sollte es? ClosedSource wie WA. _Die_ Alternative ist Signal.

Jesterfox 02. Mai 2018

Warum so modern? Eine Steintafel zum einritzen der Nachricht und dem anderen danach an...


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