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James-Webb-Teleskop: Die älteste jemals gesehene Supernova

Mit dem James-Webb-Teleskop ist die bis jetzt älteste bekannte Supernova aufgenommen worden. Zuvor wurde nur ein Gammastrahlenausbruch beobachtet.
/ Patrick Klapetz
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Diese zweiteilige Illustration zeigt die Supernova GRB 250314A, während sie explodierte, und drei Monate danach, als Webb sie beobachtete. (Bild: NASA, ESA, CSA, STScI, Leah Hustak (STScI))
Diese zweiteilige Illustration zeigt die Supernova GRB 250314A, während sie explodierte, und drei Monate danach, als Webb sie beobachtete. Bild: NASA, ESA, CSA, STScI, Leah Hustak (STScI)

Das Weltraumteleskop James Webb (JWST) hat schon einige bemerkenswerte Entdeckungen gemacht, die die bisherigen Erkenntnisse über das Universum auf den Prüfstand gestellt haben. Eine internationale Forschungsgruppe(öffnet im neuen Fenster) hat mit ihrer Beobachtungszeit nun die Supernova GRB 250314A entdeckt, die sich 730 Millionen Jahre nach der Entstehung des Universums ereignete.

Die bis zu diesem Zeitpunkt älteste bekannte Supernova, fand 1,8 Milliarden Jahre nach dem Urknall statt. Damit fuhr das JWST einen neuen Rekord ein. "Nur Webb konnte direkt zeigen, dass dieses Licht von einer Supernova stammt – einem kollabierenden, massereichen Stern" , teilte Andrew Levan von der Radboud-Universität in Nimwegen (Niederlande) sowie der University of Warwick (Vereinigtes Königreich) in einer Pressemitteilung der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa(öffnet im neuen Fenster) mit.

Gammastrahlenausbrüche und Supernovae

Vor dem Einsatz des JWST wusste man nur von einem hellen Lichtblitz, einem Gammastrahlenausbruch (GBR). Diese Ausbrüche dauern typischerweise nur wenige Sekunden bis Minuten an, dagegen kann eine Supernova den Himmel über mehrere Wochen erhellen, bevor sich ihre Strahlkraft langsam reduziert. Bei dieser Sternenexplosion wurde das frühe Universum über Monate hinweg erhellt. Das Licht dehnte sich über Milliarden von Jahren aus, während sich das Universum unabhängig davon mit ihm ausdehnte.

Gammastrahlenausbrüche sind unglaublich seltene Ereignisse . Diejenigen, die nur wenige Sekunden andauern, können durch zwei Neutronensterne verursacht werden oder durch eine Kollision zwischen einem Neutronenstern und einem schwarzen Loch.

Längere Bursts wie dieser, die etwa 10 Sekunden dauerten, werden häufig mit dem explosiven Tod massereicher Sterne in Verbindung gebracht. "Es gibt nur eine Handvoll Gammastrahlenausbrüche in den letzten 50 Jahren, die in den ersten Milliarden Jahren des Universums nachgewiesen wurden" , so Levan.

Die Entdeckung von GRB 250314A

Am 14. März 2025 entdeckte der französisch-chinesische SVOM-Satellit (Space-based multi-band astronomical Variable Objects Monitor) einen Gammastrahlenstoß im tiefen Weltraum. Neunzig Minuten später entdeckte das Neil-Gehrels-Swift-Observatorium der Nasa dasselbe Ereignis. Jedoch diesmal im Röntgenstrahlenbereich. Dadurch konnten Astronomen genau bestimmen, wo sich der Gammastrahlenausbruch ereignete.

Elf Stunden nach Swifts Entdeckung beobachtete das 2,6-Meter-Nordic-Optical-Telescope auf der kanarischen Insel La Palma den schwachen Lichtschimmer des Nachglühens dieses Ausbruchs. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Ereignis Material von seinem sterbenden Stern ausgeworfen.

Vier Stunden später wurde das Very Large Telescope in Chile eingesetzt, mit dem die Rotverschiebung des GRB-Nachglühens auf ein Alter von 730 Millionen Jahren nach dem Urknall eingestuft wurde.

James Webb hilft bei der Entschlüsselung

Das JWST wurde am 1. Juli 2025 hinzugezogen. Mit ihm konnte sogar die Wirtsgalaxie der Supernova nachgewiesen werden, obwohl diese Galaxie nur auf wenigen Pixeln verschmiert sichtbar zu sein scheint. "Webbs Beobachtungen deuten darauf hin, dass diese entfernte Galaxie anderen Galaxien ähnelt, die zur gleichen Zeit existierten" , teilte Emeric Le Floc'h vom CEA Paris-Saclay in Frankreich mit.

Damit ist es die früheste und am weitesten entfernte bisher entdeckte Supernova. Der Vergleich mit eher nahen Supernovae zeigte, dass diese fast genauso aussehen, wie die uralten Sternenexplosionen.

Bei genauerer Betrachtung ist es jedoch wahrscheinlich, dass es Unterschiede geben wird, da die Supernova in einer Ära explodierte, in der die Häufigkeit schwerer Elemente deutlich geringer war. Warum sie sich kaum voneinander unterscheiden, ist bisweilen unbekannt. Weitere Beobachtungen mit dem JWST für Objekte im frühen Universum wurden bereits genehmigt.

Zur Studie

Die Studie wurde am 9. Dezember 2025 in der Fachzeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht: JWST reveals a supernova following a gamma-ray burst at z ≃ 7.3(öffnet im neuen Fenster) (JWST zeigt eine Supernova nach einem Gammastrahlenausbruch bei z ≃ 7,3).


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