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James Webb: Der pinke Planet GJ504b beherbergt Salzwolken

Das JWST hilft bei der Analyse eines besonderen Exoplaneten, der vielleicht gar kein Planet ist. Simulationen entschlüsseln zudem ein Rätsel.
/ Patrick Klapetz
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Illustration des Exoplaneten GJ504b - Spitzname: pinker Planet (Bild: NASA, Goddard Space Flight Center)
Illustration des Exoplaneten GJ504b - Spitzname: pinker Planet Bild: NASA, Goddard Space Flight Center

Im Jahr 2013 wurde in 57 Lichtjahren Entfernung der Exoplanet GJ504b entdeckt. Aufgrund seines Erscheinungsbilds erhielt er den Spitznamen Pink Planet (rosa Planet).

Neueste Beobachtungen(öffnet im neuen Fenster) durch das Weltraumteleskop James Webb (JWST) legen allerdings nahe, dass es sich bei dem Objekt, das einen sonnenähnlichen Stern umkreist, möglicherweise gar nicht um einen Planeten handelt.

Mit einer Masse, die etwa der 25-fachen Masse des Jupiter entspricht, könnte der Pink Planet vielmehr ein brauner Zwerg sein – ein Himmelskörper, der sich wie ein Stern gebildet hat, aber nicht genügend Masse erreichte, um in seinem Kern die Kernfusion von Wasserstoff zu Helium zu erreichen.

Was über GJ504b bekannt ist

In der astronomischen Fachwelt werden braune Zwerge auch als Begleiter mit planetarer Masse bezeichnet, also als Objekte von planetarer Größe, die einen Mutterstern umkreisen.

GJ504b ist mit einer Temperatur von rund 290 Grad Celsius einer der kältesten Begleiter mit planetarer Masse, die ursprünglich mit bodengestützten Teleskopen entdeckt wurden. Zwar erfolgten einige Folgebeobachtungen mit Teleskopen auf der Erde, jedoch ist sein Licht zu schwach für detaillierte Analysen.

Die Rätsel des pinken Planeten

Daher wurde das Weltraumteleskop JWST eingesetzt. Damit wurden in den Wolken des Objekts Wasser, Kohlendioxid, Methan und Ammoniak entdeckt. Diese Beobachtungen stimmten jedoch nicht mit Modellen der Atmosphäre des rosa Planeten überein, weswegen das Forschungsteam Simulationen mit drei verschiedenen Wolkentypen durchführte, die typisch für kalte Welten sind.

Das Ergebnis lautete, dass es sich vermutlich um Salzwolken handelt. "Als wir Salzwolken berücksichtigten, schwächte dies die Signatur von Molekülen ab, die tiefer in der Atmosphäre des Begleiters verborgen waren. Dadurch wurden die Ergebnisse physikalisch möglich", erklärte Teamleiter Aneesh Baburaj (Northwestern University) in einer Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster). "Dies ist das erste Mal, dass wir festgestellt haben, dass Salzwolken entscheidend für die Erklärung des Spektrums eines Objekts sind."

Dieser Exoplanet scheint zudem außergewöhnlich reich an Elementen zu sein, die schwerer sind als Wasserstoff und Helium – von Astronomen gemeinhin als Metalle bezeichnet. Das Geheimnis der Entstehung des Objekts bleibt damit vorerst bestehen. Die Daten deuten jedoch darauf hin, dass es sich entweder wie ein Planet oder wie ein kleiner Stern gebildet hat.

Zur Studie

Die Forschungsergebnisse des Teams wurden am 18. Juni 2026 in der Fachzeitschrift The Astronomical Journal veröffentlicht: JWST-TST High Contrast: First Direct Spectroscopy of GJ 504 b Reveals Clouds and Possible Metal Enrichment(öffnet im neuen Fenster) (JWST-TST mit hohem Kontrast: Erste direkte Spektroskopie von GJ504b enthüllt Wolken und eine mögliche Metallanreicherung).


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