James Bond: Amazon hat für die 007-Lizenz weniger gezahlt, als gedacht

Wie die Branchen-Website Variety(öffnet im neuen Fenster) berichtet, war der Preis, den die Amazon MGM Studios für das Erlangen der kreativen Kontrolle über James Bond bezahlte, weit geringer, als von vielen gedacht: Es hat die Firma nur 20 Millionen US-Dollar gekostet.
Anfang des Jahres wurde bekannt, dass Michael G. Wilson und Barbara Broccoli, die seit Jahrzehnten die Geschicke von James Bond geleitet hatten, von dieser Funktion zurücktreten würden. Sie hatten die komplette kreative Kontrolle über das Franchise an die Amazon MGM Studios abgetreten. Wilson, Broccoli und Amazon MGM Studios haben hierfür ein Joint Venture gegründet, das sie alle zu Ko-Eigentümern des Franchise machte. Aber in welche Richtung es sich entwickelt, wird nun von Amazon entschieden.
Ein Schnäppchen
Bekannt wurde der erstaunlich niedrige Kaufpreis, weil Eon Productions kürzlich einen Geschäftsbericht veröffentlicht hat. In dem heißt es, dass die Firma ihre kreativen Rechte am Bond-Franchise und allen damit verbundenen Elementen für die Summe von 20 Millionen US-Dollar verkauft hat. Bis dahin vermutete man Summen von bis zu einer Milliarde US-Dollar. Was aus dem Bericht jedoch nicht hervorgeht, ist, ob Wilson und Broccoli noch Aktienoptionen oder eine Gewinnbeteiligung erhalten haben.
Für die Amazon MGM Studios hat sich der Deal gelohnt: Amazon erwarb MGM im Jahr 2021 für die Summe von 8,5 Milliarden US-Dollar , musste dann aber zunächst feststellen, dass dabei nicht alle Rechte an James Bond inkludiert waren. Die Firma erhielt zwar das Recht, James-Bond-Filme zu vertreiben, war aber lediglich ein passiver Partner. Jede kreative Entscheidung wurde von Wilson und Broccoli getroffen, so auch die, wie das Franchise ausgebaut werden soll. Denn beide hatten über Jahrzehnte darauf gesetzt, die Marke nicht zu verwässern, indem sie nur alle zwei bis vier Jahre einen Film in die Kinos brachten.
Die neue Führungsriege
Für Amazon leiten jetzt Amy Pascal und David Heyman die Bond-Geschicke. Wie vor einigen Monaten bekannt wurde, haben sie Dune-Regisseur Denis Villeneuve angeheuert, um den nächsten Film auf Basis eines Skripts von Peaky-Blinders-Schöpfer Steven Knight zu inszenieren.