Jalapeno: OpenAIs erster eigener KI-Chip ist fertig
KI wird noch demokratisierter – das zumindest verspricht OpenAI mit der Vorstellung seines ersten KI-Chips(öffnet im neuen Fenster). Der trägt den Namen Jalapeño und reizt die maximale Maskengröße (Reticle Size) von 858 mm2 aus. Der ist auf Inferenz ausgelegt und soll hier kosteneffizienter sein als andere Lösungen. Bislang setzte OpenAI hauptsächlich auf Nvidia-Hardware, Jalapeño soll dank niedrigerer Kosten günstigere und bessere Modelle ermöglichen.
Details zur Hardware nennt OpenAI nicht, anhand des gezeigten Wafers und des fertigen Packages sind aber zumindest die ganz groben Parameter zu erkennen. So sind sechs HBM-Stacks verbaut, neben dem Compute- sitzt ein IO-Die. Jalapeño soll auf die eigenen Modelle optimiert sein und hierdurch eine höhere Auslastung erreichen als vergleichbare Hardware. Aktuell laufe etwa GPT-5.3-Codex-Spark im Testbetrieb auf den Chips.
Sehr wahrscheinlich hat OpenAI großzügig SRAM integriert, die Fertigung dürfte in einem 3-nm-Prozess erfolgen. An Speicher dürften wahrscheinlich 216 GByte HBM3e verbaut sein – wie bei Googles äußerlich sehr ähnlicher TPU 8t oder Microsofts Maia 200.
Schnellster Entwurf eines High-End-Chips dank KI?
Entworfen wurde Jalapeño vom eigenen Hardware-Team in Kooperation mit Broadcom, das auch hinter diversen anderen Eigenentwicklungen von Hyperscalern steckt.
Broadcom liefert das Netzwerk sowie Dienstleistungen bei der Integration des Chips und übernimmt typischerweise auch die Fertigung. Mainboards und Rack hat das kanadische Unternehmen Celestica entworfen.
Aktuell laufen den Angaben zufolge Engineering-Samples, die ersten Produktivsysteme sollen Ende 2026 in Betrieb gehen. Nachfolger sind bereits geplant, Broadcom und Celestica sollen hier weiter Designpartner sein.
Laut OpenAI betrug die Entwicklungszeit bis zum Tape-out, dem Übersenden des Designs an den Fertiger, lediglich neun Monate. OpenAI stellte seinen eigenen Chip zwar später als Google oder Microsoft vor, will die Konkurrenz aber zumindest bei der Entwicklungszeit unterboten haben. Möglich sei das gewesen, da die eigenen Modelle für Teile der Entwicklung und Optimierung genutzt wurden – Details fehlen leider.
Allerdings scheint OpenAI bei der Entwicklungszeit ein wenig kreativ zu rechnen: Berichte über Arbeiten an einem eigenen Chip und die Kooperation mit Broadcom gab es bereits Ende Oktober 2024.
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