SpaceX und mehr: Wie eine Lücke zehn Jahre Raumfahrt prägte

2011 endete eine Ära: Zum letzten Mal hob ein Spaceshuttle ab. Es folgte der Abstieg der staatlichen Raumfahrt, zumindest der westlichen und der Aufstieg privater Firmen wie SpaceX. Ein gutes Jahrzehnt für den kommerziellen Bereich also - aber nicht für die Weltraumforschung.

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Kein Livestream aus der Raumfahrt wurde von so vielen Menschen gesehen, wie der erste Flug der Falcon Heavy.
Kein Livestream aus der Raumfahrt wurde von so vielen Menschen gesehen, wie der erste Flug der Falcon Heavy. (Bild: Wikimedia/SpaceX)

Die Jahre von 2010 bis einschließlich 2019 waren für die Raumfahrt ein Jahrzehnt wie kein anderes davor - eine Dekade voller Erfolge, aber auch voller Enttäuschungen, Stagnation und Rückschritte. Es war die Zeit nach dem Ende des Spaceshuttles, das in den USA die Raumfahrt nach der Mondlandung prägte und eine große Lücke hinterließ.

Die Lücke ermöglichte den Aufstieg von SpaceX zum weltgrößten Anbieter von Raketenstarts. Ausgerechnet dieses Privatunternehmen brachte eine fast vergessene Begeisterung in die Raumfahrt zurück. Die für diese Begeisterung einst so wichtige Erforschung des Sonnensystems und des Universums bekam zwar immer weiter steigende Budgets, aber die Missionen wurden weder zahlreicher noch ambitionierter. Stattdessen gerieten Kosten völlig außer Kontrolle. Besonders die prestigeträchtigsten und teuersten Weltraumteleskope und Raumsonden taten sich mit Budgetüberschreitungen im Milliardenbereich hervor, die oft das Mehrfache der ursprünglich angesetzten Kosten betrugen.

Am Anfang des Jahrzehnts standen die letzten Flüge des Spaceshuttles. Nachdem 2009 noch eine Servicemission für das Hubble Space Telescope geflogen wurde, dienten die letzten Flüge der Versorgung der Internationalen Raumstation (ISS). Neben dem europäischen Modul Tranquility wurden zusätzliche Luftschleusen und die Cupola als Aussichtsplattform für die Besatzung geliefert. Das letzte große Instrument, das vom Spaceshuttle transportiert wurde, war das Alpha-Magnetische-Spektrometer (AMS) zur Untersuchung der kosmischen Teilchenstrahlung. Im Juli 2011 wurde das Spaceshuttle-Programm nach 30 Jahren und 135 Flügen endgültig eingestellt.

Das Ende des Spaceshuttles prägte das Jahrzehnt

Das Programm prägte die gesamte US-amerikanische Raumfahrt seit dem Ende der Mondflüge des Apollo-Programms. Zwei Unfälle mit 14 Toten und Kosten von 1,5 Milliarden US-Dollar pro Flug machten das Programm jedoch nicht mehr vertretbar. Beobachter erwarteten höchstens einige Jahre Pause im amerikanischen Raumfahrtprogramm. Doch späte Planung, unzuverlässige Finanzierung und technische Probleme führten dazu, dass in diesem Jahrzehnt keine amerikanischen Raumschiffe mehr in den Weltraum flogen. So machten sich ausschließlich russische Sojus-Raumschiffe auf den Weg zur ISS.

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Obwohl das Ende des Spaceshuttles schon acht Jahre im Voraus geplant war, gab es bis 2008 keine klare Nachfolgeplanung. Die US-Regierung unter George W. Bush beschloss die Rückkehr zum Mond mit dem Constellation-Programm. Aber die Entwicklung von Raumschiffen und Raketen war viel langsamer und teurer als geplant. 2011 wurde das Programm ohne Ergebnis eingestellt - nur, um mit der Schwerlastrakete SLS und dem Mondlandeprogramm Artemis in anderer Form wieder neu begonnen zu werden.

Fehlende Raumschiffe führten zur Revolution in der Raumfahrt

Die Rückkehrpläne zum Mond beschäftigen die US-Raumfahrtbehörde Nasa indirekt bis heute. Die Fokussierung auf Schwerlastraketen und Mondflüge sorgte dafür, dass es am Ende des Spaceshuttle-Programms keine einfachen Raumschiffe und Transporter für Flüge zur ISS im niedrigen Erdorbit gab. Gleichzeitig existierten die Mondraketen und -raumschiffe nur auf dem Papier. Um die Lücke zu schließen, sollten nun kleinere Raumschiffe und Transporter in einem neuen Ausschreibungsverfahren von kommerziellen Anbietern entwickelt werden.

Für diese sogenannten Commercial Resupply Services konnten sich private Firmen bewerben und die Technik entwickeln. Im Gegenzug für die Entwicklung und die Durchführung der Flüge erhielten die Firmen einen festen Geldbetrag. Wenn die Firma mit weniger Geld auskommt, macht sie mehr Profit. Davor war es üblich, dass die Firmen der Regierung eine Kostenabrechnung vorlegten und zusätzlich einen Prozentsatz der Kosten als Profit bekamen. Das war ein großer Anreiz, die Kosten möglichst hoch ausfallen zu lassen.

Einer der neuen kommerziellen Aufträge zur Frachtversorgung der ISS ging an eine damals weitgehend unbekannte Firma namens SpaceX in Kalifornien. Die hatte bis dahin erst vier kleine Raketen gestartet, von denen drei abgestürzt waren. Der Auftrag der Nasa rettete die Firma vor der Insolvenz.

Mittlerweile ist SpaceX weithin bekannt: In den vergangenen zehn Jahren stieg das Unternehmen zu einem der wichtigsten Akteure in der Raumfahrt auf, der heute Raketenhersteller auf der ganzen Welt unter Druck setzt. Wie genau kam es dazu?

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Der Aufstieg von SpaceX 
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