Viele Milliarden für die Mondfahrt und keine Resultate

50 Jahre nach der ersten Landung von Neil Armstrong und Buzz Aldrin auf dem Mond sollten längst wieder Menschen auf dessen Oberfläche landen. Entsprechende Pläne wurden erstmals am 14. Januar 2004 von der US-Regierung vorgelegt. Nach 16 Jahren und Ausgaben von fast 50 Milliarden US-Dollar ist nichts dergleichen zu sehen. Die Trägerrakete SLS, die eigentlich kostengünstig aus fertigen Teilen des Spaceshuttle gebaut werden sollte, ist noch immer nicht geflogen.

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Jeder Flug der SLS-Rakete und des Orion-Raumschiffs soll zwei Milliarden US-Dollar kosten und wegen der leistungsschwachen Oberstufe nicht einmal eine direkte Mondlandung erlauben. Der Mondlander, dessen Entwicklung noch nicht einmal in Auftrag gegeben wurde, soll mit einer zweiten Rakete zum Mondorbit gebracht werden. Die Entwicklung einer besseren Oberstufe wurde vorerst eingestellt. Sollte sie wieder aufgenommen werden, soll sie die Startkosten auf knapp drei Milliarden US-Dollar pro Flug erhöhen.

Ein nachhaltiges Mondprogramm, wie es von der US-Politik versprochen wird, ist damit unmöglich. Tatsächlich wurden die Pläne der US-Regierung für die Mondlandung inzwischen auf kaum mehr als eine Wiederholung der Apollo-Missionen zusammengestrichen. Um eine Fortsetzung des Programms müsste sich eine Regierung nach einer möglichen zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump kümmern, nach der er traditionsgemäß nicht wiedergewählt werden darf.

Der wissenschaftliche Nutzen muss insgesamt infrage gestellt werden. Viel mehr als einige Probenahmen von der Mondoberfläche und dort abgestellte Instrumente sind im Rahmen eines solchen Mondprogramms nicht zu erwarten. Der US-Rechnungshof weist in dem Zusammenhang immer wieder auf Geldverschwendung und Korruption hin. Konzepte zur Missionsdurchführung ohne die teure SLS-Trägerrakete wurden immer wieder abgelehnt oder verhindert, etwa die Betankung von Raketenstufen im Orbit mit Hilfe kleinerer Raketen oder die Nutzung von Schwerlastraketen wie der Falcon Heavy, deren Start selbst ohne Wiederverwendung nur rund 150 Millionen US-Dollar kostet.

In der Raumfahrt wird viel Geld verschwendet

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Diese Vorgänge sind symptomatisch für die Raumfahrt des vergangenen Jahrzehnts: Im Vordergrund steht die Verteilung von Industrieaufträgen an politisch gut vernetzte Unternehmen. Verspätungen und Budgetüberschreitungen, die teilweise dem Mehrfachen der ursprünglich ausgemachten Kosten entsprechen, sind zum Normalfall geworden, der nicht hinterfragt wird. Besonders in der Weltraumforschung schrumpft der erbrachte wissenschaftliche Gegenwert für die vergebenen Gelder immer mehr.

SpaceX hat gezeigt, dass Trägerraketen, Raumschiffe und Kommunikationssatelliten mit sehr viel weniger Geld als bisher entwickelt und gebaut werden können. Es ist dadurch offensichtlich geworden, dass derzeit viel Geld in der Raumfahrt verschwendet wird. In der Weltraumwissenschaft, mit der ein Unternehmen keinen direkten Profit machen kann, muss die Forderung nach einer effektiveren Verwendung von Forschungsgeldern von den Raumfahrtagenturen und Wissenschaftlern selbst ausgehen. Davon ist derzeit nichts zu sehen - oft nicht einmal die Einsicht, dass es ein großes Problem gibt.

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 China will in der Raumfahrt hoch hinaus
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