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Stagnation bei der Erforschung des Sonnensystems

Das Budget für Raumsonden, die in den vergangenen zehn Jahren gestartet wurden, war deutlich größer als in den zehn Jahren davor. Während die Missionen von 2000 bis einschließlich 2009 zusammen ein Budget von 8,5 Milliarden US-Dollar hatten, stiegen die Ausgaben für Missionen von 2010 bis einschließlich 2019 auf 11,1 Milliarden US-Dollar. Zu diesem Anstieg von 30 Prozent kommen noch die Ausgaben für die chinesischen Mondsonden und -lander, deren Höhe nicht bekannt ist. Die gestiegenen Missionsbudgets führten aber nicht zu einer deutlich besseren Weltraumforschung.

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Es flogen je sieben Missionen zum Mond und zum Mars. Hinzu kamen die Flüge der Parker Solar Probe zur Sonne und der Bepi Colombo zum Merkur sowie die Venus-Sonde Akatsuke und die Jupitermission Juno. Außerdem wurden mit Hayabusa 2 und Osiris-Rex zwei Missionen zur Probenahme von Asteroiden geschickt. In diesem Jahrzehnt hatten fast alle größeren Missionen der Nasa und Europäischen Raumfahrtagentur überproportional hohe Kosten und teils massive Budgetüberschreitungen zu verzeichnen.

Ein Beispiel ist der Marsrover Curiosity, der ursprünglich als mittelgroße Mission mit einem Kostenrahmen von 650 Millionen US-Dollar geplant war. Am Ende betrug das Missionsbudget fast 2,5 Milliarden US-Dollar. Die einfache Landemission Mars Insight kostete 800 Millionen US-Dollar. Die Vorgängermission Phoenix nutzte den gleichen Lander und kostete 386 Millionen US-Dollar. Die wiederum war der Nachbau der Vorgängermission Mars Polar Lander von 1999, die durch einen Softwarefehler abstürzte. Sie kostete 170 Millionen US-Dollar, davon 110 Millionen für die Entwicklung und den Bau des Landers.

Marsrover und Merkurmission sind Milliarden über dem Budget

Besserung ist keineswegs in Sicht, ganz im Gegenteil. Nach der komplizierten Entwicklung von Curiosity soll Mars 2020 die gleiche Technik benutzen und sogar übrig gebliebene Duplikate und Ersatzteile aus der Konstruktion von Curiosity benutzen. Viel Entwicklungsarbeit sollte damit unnötig sein und der Bau viel einfacher vonstatten gehen. Noch dazu wurde auf das eingebaute Chemielabor von Curiosity verzichtet, um Kosten zu sparen. Ein Jahr vor dem Start beträgt das Budget von Mars 2020 etwa 2,4 Milliarden US-Dollar.

Während Esa-Missionen wie Mars Express (2003) und Venus Express (2005) noch international für ihre gute Leistung bei niedrigem Budget gelobt wurden, ändert sich auch das. Die ursprünglich für 650 Millionen Euro geplante Merkur-Mission Bepi Colombo kostete letztlich 1,6 Milliarden Euro. Der wegen unzureichender Simulationen und fehlender Fallschirmtests vor dem Flug abgestürzte Marslander Schiaparelli kostete 230 Millionen Euro. Die Fallschirmprobleme stellen derweil die gesamte Exomars-Rover-Mission sowie den europäischen Beitrag zur geplanten Mars-Sample-Return-Mission infrage.

Nur die Asteroidenmission Osiris-Rex stach damit hervor, dass sie mit 30 Millionen US-Dollar mit weniger als dem geplanten Budget auskam. Die ganz ähnliche japanische Mission Hayabusa 2 kostete allerdings umgerechnet nur 400 Millionen US-Dollar, wovon etwa ein Drittel auf die teure H-II-Trägerrakete entfiel. Die weitgehend identische Vorgängermission Hayabusa nutzte die billigere M-V-Rakete, die beim Start von Hayabusa 2 nicht mehr verfügbar war. Hayabusa kostete damals umgerechnet nur 250 Millionen US-Dollar.

Indien beeindruckt mit kostengünstigen Missionen

Die russische Marsmission Fobos-Grunt, die erstmals auf dem Marsmond Phobos landen sollte, scheiterte am Versagen der Oberstufe der Trägerrakete. Es war die erste russische Mission jenseits der Erde seit dem Ende der Sowjetunion. Indien beeindruckte wieder mit Flügen seiner sehr kostengünstigen Raumsonden aus umgebauten Nachrichtensatelliten zum Mars und zum Mond. Für umgerechnet 140 Millionen US-Dollar gelang mit Chandrayaan 2 der Start einer Mondmission aus einem Orbiter und einem Lander.

Ein Softwarefehler führte zum Absturz des Landers, den die indische Raumfahrtorganisation Isro allerdings lange nicht zugeben wollte. Derweil begann der Orbiter seine Mission. Anders als beim Vorgänger Chandrayaan geht dessen wissenschaftliche Ausstattung weit über eine reine Demonstrationsmission hinaus und seine Kamera liefert Bilder mit einer Auflösung von 32 cm, die am höchsten aufgelösten Bilder der Mondoberfläche aller Zeiten. Chandrayaan 3 ist bereits geplant, um die Landung dennoch durchzuführen.

Ebenso zum Mond flog der israelische Mondlander Beresheet. Es war die erste Mission außerhalb des Erdorbits, deren Kosten von umgerechnet 100 Millionen US-Dollar nicht von einer Raumfahrtagentur finanziert wurde. Sie war das Resultat des gescheiterten Google-Lunar-X-Prize, hatte kein wissenschaftliches Ziel und kaum dafür geeignete Ausrüstung dabei.

Das mit Abstand erfolgreichste Mondprogramm hatte in den letzten zehn Jahren aber China. Durch seine schnellen Fortschritte gehört das Reich der Mitte inzwischen zu großen Raumfahrtnationen der Welt.

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 Ein fast verlorenes Jahrzehnt für die AstronomieChina will in der Raumfahrt hoch hinaus 
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lucky_luke81 06. Jan 2020

dem schliesse ich mich an!.. Nach langer zeit der erste Artikel von Golem der nicht...

Balgam 27. Dez 2019

Dem kann ich mich anschließen und hoffentlich gibt's bald mal wieder etwas im Podcast zu...

GwhE 26. Dez 2019

Aber genau deswegen baut man ja große spiegel, damit man "kleinere" bzw weiter entfernte...


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