Die Verbündeten lernen dazu
Der Ukraine-Krieg wurde zum globalen Testfeld für eine militärische Revolution. Die US-Armee begann, ihre Kampfdoktrin grundlegend umzuschreiben(öffnet im neuen Fenster) : Im Juli 2025 ordnete Verteidigungsminister Pete Hegseth an, dass jede Armeegruppe bis Ende 2026 mit unbemannten Systemen ausgestattet sein müsse. Die Armee plant die Produktion von über 10.000 kleinen Drohnen pro Monat.
Eine 20 Nationen umfassende Drohnenkoalition unter britisch-lettischer Führung stellte 2,75 Milliarden Euro bereit. Nato-Mitglieder wie Großbritannien und Dänemark lassen inzwischen ihre Soldaten von ukrainischen Instruktoren in Drohnenkriegführung ausbilden(öffnet im neuen Fenster) .
Sanktionsumgehungen an der Tagesordnung
Die Umgehung der Sanktionen blieb ein ständiges Katz-und-Maus-Spiel. Russland legalisierte im Mai 2022 sogenannte Parallelimporte – die Einfuhr westlicher Waren ohne Zustimmung der Hersteller über Drittländer wie die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate und Zentralasien. Das Volumen erreichte 2024 fast 38 Milliarden US-Dollar(öffnet im neuen Fenster) , brach 2025 jedoch um 45 Prozent auf 20,9 Milliarden ein. Das ist vermutlich eine Folge verschärfter Kontrollen.
Rund 90 Prozent der russischen Mikroelektronik-Importe stammten aus China; 75 Prozent der amerikanischen Chips erreichten Russland über Hongkong und China(öffnet im neuen Fenster) . In den Trümmern russischer Waffen in der Ukraine wurden fast 2.800 ausländische Komponenten identifiziert, davon 95 Prozent aus Ländern der Sanktionskoalition.
Russische Airlines in der Krise
Die Auswirkungen auf den russischen Alltag sind vielschichtig. Am sichtbarsten war die Krise der Luftfahrt(öffnet im neuen Fenster) : Die Zahl der Zwischenfälle bei russischen Fluggesellschaften vervierfachte sich 2025 auf über 800; die Hälfte der Airbus-A320neo-Flotte stand am Boden, weil Triebwerksprobleme ohne westliche Ersatzteile unlösbar waren. Aeroflot kaufte ganze Boeing-Frachtmaschinen für 130 Millionen Dollar, und das nur, um sie ausschlachten zu lassen.
Die russische Flugzeugindustrie lieferte 2025 gerade ein einziges Zivilflugzeug statt der geplanten 15 ab. Im Automobilmarkt übernahmen chinesische Hersteller mit über 57 Prozent Marktanteil(öffnet im neuen Fenster) die Lücke, die westliche Unternehmen hinterlassen hatten, doch auch hier kehrte sich der Trend: Die Importe chinesischer Autos brachen 2025 um 42 Prozent ein, nachdem Russland Recyclinggebühren und Zölle drastisch erhöht hatte, um die heimische Produktion zu schützen.
Russen verlassen das Land
Der Braindrain hinterließ tiefe Spuren. Seit Februar 2022 verließen 650.000 bis 800.000 Russen(öffnet im neuen Fenster) das Land dauerhaft – vorwiegend IT-Spezialisten, Wissenschaftler und Finanzfachleute. Nur acht Prozent kehrten zurück.