Mit Glasfaser immun gegen elektronische Kriegsführung
Eine der folgenreichsten Neuerungen des Jahres 2025 war die Glasfaserdrohne. Russland setzte diese Technologie im Frühjahr 2024 erstmals auf dem Schlachtfeld ein(öffnet im neuen Fenster) und baute seinen Vorsprung seither konsequent aus.
Bis September 2025 hatte Russland seine Produktion von Glasfaser-FPV-Drohnen auf über 50.000 Stück pro Monat verdoppelt(öffnet im neuen Fenster) , die Reichweite stieg auf 50 bis 65 Kilometer. Russische Spezialeinheiten wie die Einheit Rubikon setzten die Drohnen ein, um tief hinter den ukrainischen Linien Logistikknotenpunkte zu treffen.
Im Oktober 2025 schlugen russische Glasfaserdrohnen in Kramatorsk ein, mehr als 19 Kilometer hinter der Front(öffnet im neuen Fenster) . Der ukrainische Oberbefehlshaber Syrskyj räumte ein, dass Russland "sowohl bei der Menge als auch bei der Reichweite" im Vorteil sei.
Die Ukraine holte auf: Die Einheit Madjars Vögel entwickelte eine FPV-Drohne mit einem 41 Kilometer langen Glasfaserkabel(öffnet im neuen Fenster) , während Kyjiw parallel auf KI-gestützte autonome Navigation als Alternative setzte. Nahe der Front sind die Felder inzwischen buchstäblich mit Glasfaserkabeln überzogen.
Russland kontert mit Technik
Auch Russlands Langstreckendrohnen durchliefen eine rasante Evolution. Zwischen Januar und November 2025 feuerte Moskau über 38.000 Shahed/Geran-Drohnen(öffnet im neuen Fenster) auf die Ukraine ab. Das sind 64 Prozent aller seit Kriegsbeginn eingesetzten Drohnen dieses Typs. Die monatlichen Zahlen stiegen von 2.599 im Januar auf 6.297 im Juli 2025; am 6. und 7. September 2025 erlebte die Ukraine den größten einzelnen Drohnenangriff des Krieges mit 810 Shaheds plus Täuschkörpern.
Die Geran-Drohnen wurden stetig aufgerüstet: Die Navigationsantennen wuchsen von vier auf 16 Elemente, um die Störanfälligkeit zu reduzieren. Ab 2025 erhielten die Drohnen Kameras, SIM-Karten für ukrainische Mobilfunknetze(öffnet im neuen Fenster) und 2G/3G/4G-Antennen, im Januar 2026 wurden erstmals Geran-Drohnen mit Starlink-Verbindungen abgeschossen.
Eine besonders beunruhigende Variante trug eine Flugabwehrrakete auf dem Rücken – die Drohne als Luft-Luft-Waffe. Die MS-Serie vom Juni 2025 verfügte über eine Infrarotkamera und einen Nvidia-Jetson-Computer für autonome Zielerkennung. Parallel dazu produzierte Russland monatlich rund 2.500 Gerbera-Täuschdrohnen(öffnet im neuen Fenster) , die ohne Sprengkopf fliegen und die ukrainische Luftabwehr erschöpfen sollen. Die Ukraine fing in der Regel 80 bis 97 Prozent ab, doch bei diesen Stückzahlen kamen Hunderte monatlich durch.
Die Ukraine antwortete mit einer eigenen Langstrecken-Drohnenoffensive, die Russlands Öl- und Gas-Infrastruktur ins Visier nahm. Bis Oktober 2025 hatten ukrainische Drohnen den Betrieb von 38 Prozent der russischen Ölraffinerien gestört und in über 57 Regionen Treibstoffengpässe ausgelöst. Der spektakulärste Schlag gelang am 1. Juni 2025 mit der Operation Spinnennetz(öffnet im neuen Fenster) : In einer 18 Monate lang geplanten Geheimdienst-Operation wurden 117 FPV-Drohnen in Holzkisten auf Lastwagen ins russische Hinterland geschmuggelt und griffen gleichzeitig fünf Luftwaffenstützpunkte in fünf Oblasten und fünf Zeitzonen an.
Die Ukraine meldete 41 beschädigte oder zerstörte Flugzeuge, darunter strategische Bomber vom Typ Tu-95 und Tu-160. Nato-Schätzungen sprachen von 10 bis 13 vollständig zerstörten Maschinen(öffnet im neuen Fenster) . Der Schaden wurde auf sieben Milliarden US-Dollar geschätzt.



