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Europa übernimmt die Führungsrolle bei der Unterstützung

Europa füllte die Lücke zumindest teilweise(öffnet im neuen Fenster) . Die europäische Militärhilfe stieg 2025 um 67 Prozent auf rund 29 Milliarden Euro. Unter Bundeskanzler Friedrich Merz wurde Deutschland mit rund neun Milliarden Euro der größte europäische Einzelgeber.

Die im März 2025 gegründete Coalition of the Willing(öffnet im neuen Fenster) unter britisch-französischer Führung umfasst mittlerweile 34 Staaten; Frankreich und Großbritannien unterzeichneten im Januar 2026 eine Absichtserklärung zur möglichen Truppenstationierung nach einem Waffenstillstand(öffnet im neuen Fenster) .

Verhandelt wurde so viel wie nie – mit wenig Ergebnis. Die ersten direkten ukrainisch-russischen Gespräche seit drei Jahren fanden im Mai 2025 in Istanbul statt(öffnet im neuen Fenster) ; einziges greifbares Ergebnis war ein Gefangenenaustausch von je 1.000 Personen.

Krieg als Innovationstreiber

Das Wesen der Kriegführung wurde in den vier Jahren schnell und grundlegend verändert. Im Zentrum dieser Transformation steht die Drohne – vom improvisierten Aufklärungsgerät der ersten Kriegsmonate zum bestimmenden Waffensystem eines Abnutzungskriegs.

Die Zahlen sind schwindelerregend. Im Oktober 2025 setzte die Ukraine nach Angaben ihres Direktors für elektronische Kriegführung, Iwan Pawlenko, rund 9.000 Drohnen pro Tag(öffnet im neuen Fenster) ein: Aufklärer, Bomber, Logistikdrohnen, Abfangjäger. Die Produktion wuchs in atemberaubendem Tempo. Anfang 2024 stellte die Ukraine etwa 20.000 FPV-Drohnen pro Monat her, Ende des Jahres waren es 200.000 – eine Verzehnfachung innerhalb eines Jahres(öffnet im neuen Fenster) .

Drohnen im industriellen Maßstab

Insgesamt produzierte das Land 2024 rund 2,2 Millionen unbemannte Fluggeräte aller Typen, darunter 1,5 Millionen FPV-Drohnen. Bis Ende 2025 wurden den Streitkräften drei Millionen FPV-Drohnen(öffnet im neuen Fenster) geliefert. Für 2026 hat Kyjiw das Ziel von sieben Millionen Drohnen(öffnet im neuen Fenster) ausgegeben: 70-mal mehr, als die USA produzieren.

Nach Schätzungen von Bloomberg stellt die Ukraine bereits mehr Drohnen her als alle Nato-Staaten zusammen. Das Land zählt mittlerweile rund 500 Drohnenhersteller(öffnet im neuen Fenster) , vor dem Krieg waren es sieben.

Die billigen FPV-Kamikaze-Drohnen, die für wenige Hundert Dollar gebaut werden, haben den Krieg fundamental verändert. Laut Nato-Angaben vom April 2025 waren FPV-Drohnen, die weniger als 1.000 US-Dollar kosten, für zwei Drittel aller zerstörten russischen Panzer verantwortlich.

Nach Analysen des britischen Thinktanks Rusi gehen 60 bis 70 Prozent der zerstörten russischen Ausrüstung(öffnet im neuen Fenster) auf das Konto von FPV-Drohnen; ein französischer General schätzte im Oktober 2025, dass Drohnen für bis zu 80 Prozent aller Gefechtsverluste auf beiden Seiten verantwortlich sind.


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