Raumfahrt 2020: Das größte Raumschiff aller Zeiten und andere Superlative

China wird zur wichtigen Raumfahrtnation. Große Raumfahrtunternehmen straucheln, kleine werden größer und SpaceX spielt in einer anderen Liga.

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2020 ist viel passiert - nicht nur auf der Erde
2020 ist viel passiert - nicht nur auf der Erde (Bild: Pixabay)

2020 war ein besonderes Jahr für die Raumfahrt: Es gab die meisten Fehlstarts seit 1971, das erste Mondgestein seit 1976, die ersten nennenswerten Proben von einem Asteroiden und die meisten gestarteten Satelliten bisher. Acht neue Raketenmodelle sollten erstmals in den Orbit fliegen - nicht alle schafften es. Zwei Mars-Rover sind auf dem Weg. Eine neue Raumstation steht zum Start bereit. Es ist wirklich viel passiert.

Endlich wieder spannend wird die Entwicklung der astronautischen Raumfahrt. Auf der ganzen Welt wurde verfolgt, wie mit dem Dragon nach langer Zeit wieder ein Raumschiff mit Besatzung in den USA gebaut und gestartet wurde. Es ist ein völlig neu konstruiertes Raumschiffmodell, das inzwischen schon zweimal mit Menschen in den Orbit flog.

Der 30. Mai 2020 war ein großer Moment für SpaceX und Firmengründer Elon Musk. Die historische Dimension besteht jedoch eher darin, wie selten in der Vergangenheit neue Raumschiffe konstruiert wurden und wie viele sich heute der Startbereitschaft nähern. Der Dragon ist erst das neunte erfolgreich geflogene Raumschiffkonzept in der Geschichte der Raumfahrt. Die letzten Erstflüge waren Shenzhou im Jahr 2003, das Space Shuttle 1981, Apollo im Jahr 1968 und das Sojus-Raumschiff 1967.

Mit dem Orion-Raumschiff und dem Starliner sollen demnächst gleich zwei weitere Raumfahrzeuge aus den USA kommen, trotz aller Probleme bei den Tests. Erfolgreicher war China bei den Tests eines Raumschiffs der nächsten Generation, wenn auch ebenfalls noch ohne Besatzung. Hinzu kommen das indische Gaganyaan-Raumschiff, das 2022 fliegen soll, und das russische Orel (ehemals Federadzia), dessen Zeitplan noch unklar ist. Nie zuvor gab es eine solche Vielfalt von Raumschiffen, was auf eine Renaissance der astronautischen Raumfahrt in den 2020er Jahren hoffen lässt.

Größere chinesische Raumstation ist startbereit

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Zumal es mit einer neuen chinesischen Raumstation auch bald ein weiteres Ziel im Erdorbit geben wird. Das erste von zunächst drei Modulen steht fertig in der Lagerhalle und soll 2021 mit einer Rakete vom Typ Langer Marsch 5B gestartet werden. Die fertige Raumstation soll von Nationen der ganzen Welt genutzt werden können und neben zwei Forschungsmodulen auch ein frei fliegendes Weltraumteleskop im gleichen Orbit umfassen, das von Astronauten aus der Raumstation heraus gewartet werden kann.

Neue Entwicklungen gab es auch in der robotischen Raumfahrt. So dockte erstmals ein automatisches Raumfahrzeug an einen alten Satelliten an, dem im Lauf der Zeit der Treibstoff ausgegangen ist. Das sogenannte Mission Extension Vehicle von Northrop Grumman dockte an einer Triebwerksdüse des alten Nachrichtensatelliten Intelsat 901 an und übernahm dessen Antrieb und Steuerung. Die zusätzlichen Treibstoffreserven sollen den alten Satelliten weitere fünf Jahre in Betrieb halten und in einen Friedhofsorbit befördern. Anschließend soll das MEV abdocken und in den nächsten 15 Jahren das gleiche Manöver mit zwei weiteren Satelliten durchführen.

Dies war schon eine Herausforderung, aber einige der größten Erfolge wurden 2020 bei Missionen gefeiert, die komplizierte Manöver weit entfernt von der Erde auf dem Mond und den Asteroiden des Sonnensystems durchführten.

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Licht und Schatten auf Mond, Mars und Asteroiden 
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