Licht und Schatten auf Mond, Mars und Asteroiden

Am 23. November machte sich die chinesische Raumsonde Chang'e 5 auf den Weg zum Mond. Sie bestand aus einem Orbiter und einem Lander. Im Lander befand sich diesmal kein Mondrover wie bei der Vorgängersonde Chang'e 4, die 2019 auf der Rückseite des Mondes landete, sondern eine kleine Trägerrakete, um auf dem Mond genommene Bodenproben zurück in den Orbit zu bringen. Der vom Mond aufgestiegene Probenträger dockte dort an den wartenden Orbiter an. Anschließend wurde der Behälter mit den Proben an den Orbiter übergeben und der Probenträger, nun selbst ein kleiner Mondorbiter, bremste ab, um auf der Mondoberfläche zu zerschellen.

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Der Mondorbiter von Chang'e 5 kehrte mit 1,7 kg Mondgestein zur Erde zurück und setzte noch in großem Abstand von der Erde eine Wiedereintrittskapsel mit dem Probenbehälter für die Landung in der Steppe der inneren Mongolei frei. Kurz danach korrigierte der ehemalige Mondorbiter seine Flugbahn, um nicht in der Erdatmosphäre zu verglühen. Stattdessen nutzte er das Gravitationsfeld der Erde, um zu beschleunigen, und befindet sich nun auf dem Weg zu dem 1,5 Millionen Kilometer entfernten Lagrange-Punkt 1, wo sich die Schwerkraft von Erde und Sonne gegenseitig aufheben.

Auch die Asteroidensonde Hayabusa 2 setzte ihre Kapsel mit Proben des Asteroiden Ryugu frei und flog an der Erde vorbei zu neuen Zielen. In den nächsten elf Jahren soll sie als Asteroidensonde und Weltraumteleskop dienen.

Die 5,4 Gramm Material in der Kapsel waren mehr, als sich die Astronomen der japanischen Raumfahrtagentur Jaxa erhofft hatten. Nachdem der Vorgänger Hayabusa 1 nur wenige kleine Staubkörner zurückgebracht hatte, wären sie schon mit 0,1 Gramm zufrieden gewesen. Mehr Asteroidenmaterial als erwartet sammelte auch die amerikanische Sonde Osiris Rex - so viel, dass sie einen Teil davon im All verlor. Sie soll 2023 zur Erde zurückkehren. Die Forscher erhoffen sich neben Erkenntnissen dazu, wie ein Asteroid auf Kollisionskurs notfalls von der Erde abgelenkt oder zerstört werden könnte, vor allem mehr Details über die Entstehung der Planeten des Sonnensystems, die von anderen Missionen intensiv untersucht werden.

Zwei Orbiter und zwei Rover sind auf dem Weg zum Mars

Neben der Erde steht dabei kein Planet so sehr im Fokus der Wissenschaft wie der Mars. Gleich drei Missionen befinden sich zurzeit auf dem Weg zum Roten Planeten, darunter zwei Orbiter und zwei Rover.

Der Marsorbiter Al Amal wurde in den Vereinigten Arabischen Emiraten hergestellt, die sich die Erforschung des Mars und Flüge zu dem Planeten als Vision für die Zeit bis 2116 zum Ziel gesetzt haben. Er wurde im Juli gestartet, ebenso wie der US-Marsrover Perseverance, der eine überarbeitete Variante von Curiosity darstellt, aber ohne dessen Chemielabor zur Analyse. Stattdessen sollen nur Proben für eine spätere Mission gesammelt werden.

2020 startete auch die erste rein chinesische Marsmission namens Tianwen. Mit 5 Tonnen hat sie die schwerste jemals zum Mars gestartete Nutzlast. Ein Marsorbiter und ein Lander mit einem Rover sollen die Zusammensetzung der Marsoberfläche untersuchen. Damit ähnelt Tianwen den amerikanischen Viking-Missionen, auch wenn diese nur aus stationären Landern bestanden und keinen Rover an Bord hatten.

Mars Insight hat zu wenig Einsicht in den Mars

Stationär ist auch die Mission Mars Insight. Die Ergebnisse der 800 Millionen US-Dollar teuren Mission, die aus einem hoch empfindlichen Seismometer und einem "Maulwurf" genannten Bohrer besteht, erfüllen jedoch nicht die in sie gesetzten Hoffnungen. Die Probleme waren schon vor der Landung absehbar: Da die Mission nur aus einem Lander besteht, konnte sie bestenfalls bei Beben der Stärke 4,5 darauf hoffen, die Quelle des Bebens indirekt bestimmen zu können. Innerhalb von zwei Jahren kam das stärkste Beben jedoch nur auf 3,7. Damit blieben auch die erhofften Erkenntnisse über den inneren Aufbau von Kern und Mantel des Mars aus.

Mit der einst von der Esa geplanten Mission Mars Netlander hätten vier einfachere Seismometer an vier Standorten problemlos schwache Beben auf dem ganzen Planeten lokalisieren können, wie es auch auf der Erde getan wird. Der Maulwurf funktioniert trotz aller Versuche noch immer nicht und soll 2021 nach einem letzten Versuch aufgegeben werden. Derweil geht der Sonde zunehmend der Strom aus. Denn der Wind auf der flachen Ebene von Elysium Planum am Fuß des Vulkans Elysium Mons ist zwar oft genug so stark, dass er klare Messungen verhindert und Staub auf den Solarpanelen ablagert - aber nicht stark genug, um den Staub wieder zu entfernen.

Auch im Bereich der Marsmissionen gab es also Erfolge und Enttäuschungen - genauso wie bei der Entwicklung und dem Betrieb von Trägerraketen.

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PaBa 05. Jan 2021

Ist ja mit Airbus auch nicht groß anders. Auch die ESA ist so aufgestellt. In Europa...

jonsger 31. Dez 2020

Dem Dank kann man sich anschließen. Ich freu mich über Artikel, wie über alle anderen von...

TomTomTomTom 30. Dez 2020

Naja, die Kamera ist eben fest motiert und die Rakentstufe hat nicht dort aufgesetzt wo...


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