Jaguar Land Rover: Cyberattacke verursacht direkte Kosten von 222 Mio. Euro

Jaguar Land Rover (JLR) hat seine jüngsten Quartalszahlen veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster) . Daraus geht hervor, dass der direkte Schaden des Cyberangriffs vom September 2025 mit über 196 Millionen Pfund bewertet wird. Das sind über 222 Millionen Euro. Analysten(öffnet im neuen Fenster) bewerten den Gesamtschaden auf 1,9 Milliarden Pfund (2,16 Milliarden Euro).
Anfang September wurde die Produktion und der Vertrieb bei JLR durch eine Cyberattacke gestört. Der Automobilhersteller musste daraufhin bestimmte IT-Systeme herunterfahren, was die Produktion in Großbritannien komplett lahmlegte. Es gibt den Verdacht, dass Russland für den Angriff verantwortlich sein könnte.
Im Laufe der folgenden Wochen stellte sich heraus, dass der Angriff so schwerwiegend war, dass der Produktionsstopp immer weiter verlängert wurde . Erst über einen Monat nach Bekanntwerden des Angriffs wurde die Fertigung Anfang Oktober 2025 wieder hochgefahren .
Regierung half aus
In der Zwischenzeit unterstützte die britische Regierung JLR mit einer Kreditbürgschaft in Höhe von 1,5 Milliarden Pfund (1,7 Milliarden Euro). Das Geld sollte sowohl den Autohersteller selbst als auch die Zulieferkette finanziell unterstützen; auch die Zulieferer waren nach dem Angriff von den Ausfällen betroffen.
Der Angriff verursachte nicht nur direkte Kosten bei JLR. Der Hersteller gibt der Attacke eine nicht unerhebliche Mitschuld daran, dass der Umsatz um 24 Prozent verglichen mit dem vorigen Quartal auf 4,9 Milliarden Pfund (5,56 Milliarden Euro) gesunken ist. Im Jahresvergleich sank der Umsatz des ersten Halbjahres um 16 Prozent auf 11,5 Milliarden Pfund (13 Milliarden Euro).
Während JLR im Vergleichsquartal 2024 noch 398 Millionen Pfund (451 Millionen Euro) Vorsteuergewinn gemacht hatte, waren es in diesem Jahr 485 Millionen (550 Millionen Euro) Verlust. Neben dem Cyberangriff gibt JLR die geplante Abwicklung von bestimmten Modellen und deren Verkaufseinstellung vor der geplanten Präsentation neuer Fahrzeuge als Grund für die schlechteren Ergebnisse an.



