Jährliche Gebühr: US-Regierung will 100.000 Dollar für ein Arbeitsvisum
Die USA ändern ihre Arbeitsmarktpolitik grundlegend. So sollen Firmen, die qualifizierte ausländische Arbeitskräfte beschäftigen wollen, pro Person und Jahr 100.000 US-Dollar zahlen. Das zielt insbesondere auf Arbeitskräfte aus Indien und China ab, die im Tech-Sektor beschäftigt sind.
Handelsminister Howard Lutnick gab die Gebührenstruktur während einer Pressekonferenz bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Er betonte, dass statt ausländischer Arbeitskräfte lieber Absolventen US-amerikanischer Universitäten ausgebildet werden sollten. Die neuen Gebühren treten sofort in Kraft.
Panische Anweisungen an bestehende Visa-Inhaber
Große Technologieunternehmen reagierten schnell auf die Ankündigung. Microsoft, JPMorgan und Amazon verschickten interne E-Mails, in denen sie H-1B-Visuminhabern rieten, in den Vereinigten Staaten zu bleiben. Die Unternehmen forderten außerdem ihre derzeit im Ausland befindlichen Mitarbeiter auf, vor Ablauf der Frist am Samstag um Mitternacht zurückzukehren.
"Inhaber eines H-1B-Visums, die sich derzeit in den USA aufhalten, sollten in den USA bleiben und internationale Reisen vermeiden, bis die Regierung klare Reisehinweise herausgibt" , heißt es in einer E-Mail an die Mitarbeiter von JPMorgan, wie Reuters berichtet(öffnet im neuen Fenster) .
Auswirkungen auf die Branche und finanzielle Folgen
Die Gebühr stellt eine erhebliche Erhöhung gegenüber den derzeitigen Kosten dar. Nach den bestehenden Vorschriften zahlen Unternehmen mehrere Tausend Dollar an Bearbeitungsgebühren. Die neue Struktur sieht für jedes der drei Jahre der Visumgültigkeit eine jährliche Gebühr von 100.000 Dollar vor.
Die Aktienmärkte spiegelten die Besorgnis der Anleger über Unternehmen wider, die von H-1B-Arbeitskräften abhängig sind. Die Aktien von Cognizant Technology Solutions fielen um fast fünf Prozent. Die in den USA notierten Aktien der indischen Tech-Unternehmen Infosys und Wipro verzeichneten einen Rückgang zwischen zwei und fünf Prozent.
Das H-1B-Programm stellt derzeit jährlich 65.000 Visa für Arbeitgeber bereit, die ausländische Zeitarbeitskräfte in spezialisierten Bereichen einstellen. Weitere 20.000 Visa stehen für Arbeitnehmer mit höheren Abschlüssen zur Verfügung. Im vergangenen Jahr entfielen 71 Prozent der genehmigten Visa auf Personen aus Indien, während China 11,7 Prozent ausmachte.
Amazon und seine Cloud-Computing-Sparte AWS erhielten in der ersten Hälfte des Jahres 2025 die Genehmigung für über 12.000 H-1B-Visa. Microsoft und Meta Platforms erhielten im gleichen Zeitraum jeweils mehr als 5.000 Visagenehmigungen.
Goldcard für dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung
Die Politik ist Teil der umfassenderen Einwanderungsbeschränkungen, die Trump seit seinem Amtsantritt im Januar eingeführt hat. Die Regierung kündigte am Freitag außerdem ein Gold-Card-Programm an, das eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung für eine Zahlung von einer Million Dollar für Einzelpersonen anbietet.
Nachtrag vom 21. September 2025
Die US-Regierung hat die Visa-Pläne konkretisiert und dabei der Angabe widersprochen, die neuen Visa-Gebühren müssten jährlich bezahlt werden. Stattdessen falle die Gebühr für Visa der Kategorie H-1B nur einmalig an. Mehr dazu in einem gesonderten Bericht .



