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Jabra Halo Smart im Test: Was zum Schnacken im Nacken

Kompakt, leicht und lange nutzbar: Am Bluetooth- Headset Halo Smart lassen sich zwei Smartphones parallel betreiben, mittels App stehen weitere Funktionen bereit. Ein Nachteil des Nacken-Headsets lässt sich mit etwas Tuning umgehen.
/ Ingo Pakalski
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Jabras Halo Smart liegt angenehm im Nacken. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Jabras Halo Smart liegt angenehm im Nacken. Bild: Martin Wolf/Golem.de

Kabellose Stereo-Ohrhörer haben vielfach den entscheidenden Nachteil einer zu kurzen Akkulaufzeit. Hier stechen vor allem die komplett kabellos agierenden Ohrhörer der verschiedenen Hersteller negativ hervor, die vielfach schon nach weniger als fünf Stunden schlappmachen. Auch sonst sind kompakte Bluetooth-Stereo-Ohrhörer üblicherweise nicht mit einer langen Akkulaufzeit gesegnet. Eine löbliche Ausnahme ist der Halo Smart von Jabra.

Jabra Halo Smart – Test
Jabra Halo Smart – Test (01:30)

Er ist nicht klobig und kann dennoch den ganzen Tag verwendet werden, ohne dass man ihn zwischendurch laden muss. Als weitere Besonderheit kann das Jabra-Headset eine Bluetooth-Verbindung parallel mit zwei Geräten aufrechterhalten. Und mit einer passenden App stehen weitere Komfortfunktionen bereit.

Das Headset ist als Nackenbügel-Modell realisiert – das Nackenteil enthält die Akkutechnik. Dadurch steht vergleichsweise viel Raum für den Akku zur Verfügung und das Gewicht ist mit weniger als 40 Gramm trotzdem gering. Der Hersteller verspricht eine kontinuierliche Einsatzzeit von 17 Stunden beim Telefonieren und 15 Stunden fürs Musikhören. Diese Werte werden in der Praxis durchaus eingehalten, so dass der Akku erst beim Zu-Bett-Gehen wieder aufgeladen werden muss.

Schlecht erreichbare Ladebuchse

Befindet sich das Headset nur im Bereitschaftsmodus und wird nicht aktiv genutzt, ist die Akkubelastung vergleichsweise gering, der Hersteller selbst gibt hier bis zu 22 Tage an. Wenn zwei bis drei Stunden am Tag Musik gehört wird, haben wir eine Laufzeit von etwa einer Woche erreichen können, bevor das Headset wieder an die Steckdose musste.

Das Aufladen des Akkus ist nach 1,5 Stunden erledigt, nervig ist allerdings das Anstöpseln an ein Ladegerät. Denn die USB-Buchse am Headset ist mit einer Lasche geschützt, damit kein Wasser eindringen kann. Diese Lasche sitzt leider so dicht an der Buchse, dass es ziemlich mühsam ist, ein USB-Kabel hineinzubekommen, ohne die Lasche einzuklemmen. Etwas mehr Platz rund um die USB-Buchse hätte das Problem gelöst.

Das spritzwassergeschützte Headset hat gut erreichbare Bedienungsknöpfe.

Stabile Bluetooth-Verbindung zu zwei Geräten parallel

Das Headset ist nach IP54 vor Spritzwasser geschützt, so dass es auch bei Regen gefahrlos genutzt werden kann. Damit ist es für alle Wetterbedingungen geeignet.


Am Nackenbügel befinden sich auf der linken Seite die Tasten zum Einschalten sowie zur Lautstärkeregelung. Mit der Ein-Aus-Taste werden Anrufe entgegengenommen, beendet sowie Musik pausiert oder fortgesetzt. Ein längerer Druck auf die Lautstärketasten springt beim Musikhören einen Titel vor oder zurück. Wenn gerade kein Anruf aktiv ist und keine Musik läuft, wird beim Druck auf die Plus- oder Minus-Taste der Akkustand angesagt. Allerdings nicht in Prozent, sondern es gibt nur die Information, ob der Akku voll oder leer ist.

Auf der rechten Seite sind das gut arbeitende Mikrofon und ein Knopf zum Aufruf der Sprachassistenten wie Google Now, Siri oder Cortana angebracht. Damit lässt sich das Smartphone mit der Sprache bedienen, so dass es nicht aus der Tasche geholt werden muss. Es ist sehr angenehm, dass für die Sprachsteuerfunktionen ein separater Knopf am Headset vorhanden ist. Während eines Telefonats kann damit auch das Mikrofon stumm geschaltet oder wieder aktiviert werden.


Die Tasten haben einen klar definierten Druckpunkt und lassen sich nach einiger Übung gut blind ertasten. Die Lage der Knöpfe ist allerdings nicht ganz ideal. Wenn das Headset um den Hals liegt, weisen die Tasten etwas nach unten und sind damit nicht besonders bequem erreichbar.

Bluetooth-Funktionen arbeiten tadellos

Das Halo Smart unterstützt Bluetooth 4.0 und merkt sich bis zu acht gekoppelte Geräte. Damit sollten die Anforderungen der meisten Kunden erfüllt werden. Denn das Headset kann so außer mit dem Smartphone auch mit einem DECT-Telefon, einem Tablet, einem Notebook und etwa einer Smartwatch verbunden werden, ohne dass das Pairing wiederholt werden müsste.

Darüber hinaus behält das Headset zwei Bluetooth-Verbindungen parallel aufrecht. Wer also ein berufliches und privates Mobiltelefon verwendet, kann das Headset mit beiden verbinden. Nach einem beruflichen Telefonat ist dann sofort ein Anruf auf der privaten Leitung möglich. Daheim könnte das Headset parallel mit dem Mobiltelefon und dem DECT-Telefon betrieben werden.

Die Einrichtung und der Aufbau der Bluetooth-Verbindung verliefen immer ohne Probleme, und es kam im Test nicht vor, dass die Bluetooth-Verbindung abbrach, auch wenn das Headset mehrere Stunden nur im Bereitschaftsmodus lief.

Im Nackenbügel befindet sich nicht nur der Akku, sondern auch ein Vibrationselement. Wenn ein Anruf eingeht, vibriert es im Nacken deutlich spürbar. Wer das Headset umhat, kann damit eigentlich keinen Anruf mehr verpassen. Bei Bedarf kann die Vibration aber auch in den Einstellungen der zugehörigen Jabra-App abgeschaltet werden.

In der App lassen sich weitere sinnvolle Funktionen aktivieren.

Mitgelieferte Ohrstöpsel sitzen zu locker

Speziell für das Headset bietet der Hersteller die App Jabra Assist(öffnet im neuen Fenster) an. Damit wird auf Android-Geräten der Akkuladestand des Halo Smart in der Statusleiste angezeigt. Bei iOS-Geräten ist das auch ohne App möglich, allerdings weniger detailliert. Innerhalb der Android-App wird auch die verbleibende Akkulaufzeit angezeigt, und es gibt abhängig vom Nutzungsverhalten eine Prognose, an welchem Tag der Akku wieder geladen werden muss. Diese Funktionen fehlen der iOS-App. Mit Hilfe der App lassen sich eingehende Nachrichten aus den sozialen Netzwerken, E-Mails oder Termine vorlesen.

Zudem kann die App automatisch den letzten Standort des Headsets speichern. Die App merkt sich die Position, wenn das Headset ein- und ausgeschaltet wird. Falls es mal liegengelassen wird, kann es auf diese Weise bequem wiedergefunden werden, die letzte bekannte Position wird auf einer Karte angezeigt. Bei Bedarf kann automatisch eine Route dorthin berechnet werden. Wer das Headset etwa ausgeschaltet im Auto lässt, kann so sein Auto finden, ohne vorher den Standort manuell zu speichern.

Schlecht sitzende Ohrstöpsel

Gute Ohrhörer sitzen fest im Ohr, das ist bei dem Jabra-Modell leider nicht ohne weiteres gegeben. Zwar gehören zum Headset vier verschiedene Ohrstöpselgrößen, aber selbst mit der augenscheinlich passenden Größe rutschen sie leicht aus dem Ohr. Schon leichte Kopfbewegungen genügen, dass sich die einzelnen Ohrhörer verselbständigen und aus dem Ohr wandern. Wir waren immer wieder damit beschäftigt, die Stöpsel wieder ins Ohr zu schieben.


Die Stöpsel sind vergleichsweise weich und haben dadurch nicht genügend Halt im Ohr. Wir haben es mit anderen Stöpseln versucht, die ähnlich groß, aber weniger weich waren. Dadurch saßen die Ohrhörer gut im Ohr. Das Herausrutschen der einzelnen Ohrhörer wird auch dadurch befördert, dass die Kabel vom Nackenbügel ungewöhnlich fest und steif sind. Das verspricht zwar eine hohe Haltbarkeit ohne Kabelbrüche, zieht die weichen Stöpsel aber besonders leicht heraus. Die Kabellänge ist hingegen gut gewählt.

Hier sollte Jabra besser sitzende Stöpsel beilegen. Wer bereits gut passende Stöpsel eines anderen Ohrhörers besitzt, kann diese nutzen. Alternativ müsste man sich andere Aufsätze bestellen. Mit etwas Fein-Tuning kann eines der gravierenden Nachteile des Headsets dadurch umgangen werden.

Gutes Klangbild

Mit ordentlich festsitzenden Ohrstöpseln kann auch das gute Klangbild genossen werden. Das Headset liefert einen ausgewogenen Klang und bietet für die Größe auch eine passable Basswiedergabe, so dass einem gelungenen Musikgenuss nichts im Wege steht. Wer das Headset vorwiegend für Telefonate benutzt, kann sich auf gut verständliche Stimmen freuen.

Am Nackenbügel können die Ohrhörer mit Magnetkraft fixiert werden. Allerdings ist die Magnetkraft zu gering, so dass sich die Ohrhörer schon bei leichten Bewegungen wieder lösen. Die Idee dahinter ist lobenswert, auf diese Weise soll Kabelgewirr verhindert und erreicht werden, dass die Hörer nicht störend umherbaumeln. Nur leider ist die Umsetzung nicht gelungen. Deutlich stärker ist die Magnetkraft, wenn die beiden Ohrhörer mit der Rückseite aneinander gepappt werden.

Wer telefonisch erreichbar sein will und sich daran gewöhnt, dass die Ohrhörer herumbaumeln, kann sie immer aneinander gepappt nutzen. Wenn dann ein Anruf hereinkommt, genügt es, sich die beiden Ohrhörer ins Ohr zu stecken. Ohne einen weiteren Tastendruck wird das Gespräch angenommen. Hierbei hilft die Vibration im Nacken, damit kein Anruf verpasst wird. Zum Beenden des Telefonats brauchen die beiden Ohrhörer nur wieder aneinander gepappt zu werden. Damit kann auch eine Musikwiedergabe pausiert werden.

Wenn das Headset nicht um den Hals getragen wird, ist es durch seine starre Bauform vergleichsweise sperrig. Es gibt keinen Klappmechanismus, um es platzsparend zusammenzufalten. Leider liegt auch keine Schutztasche bei, um es unterwegs gut verstauen zu können.

Verfügbarkeit und Fazit

Das Halo Smart(öffnet im neuen Fenster) von Jabra wird in den Farben Schwarz, Rot-Schwarz und Blau-Schwarz angeboten. Zum Lieferumfang gehört ein USB-Kabel, ein Netzteil ist nicht dabei. Der Listenpreis beträgt 90 Euro, im Onlinehandel ist es aber für um die 60 Euro zu haben.

Fazit

Wer ein Bluetooth-Stereo-Headset mit einer möglichst langen Akkulaufzeit sucht, findet mit dem Halo Smart ein angenehm leichtes Modell mit sinnvollen Funktionen. Das Nackenbügel-Headset kann problemlos auch einen langen Arbeitstag lang verwendet werden, ohne dass der eingebaute Akku zwischendurch geladen werden muss.


Alle wichtigen Funktionen sind bequem mit Tastendrücken am Headset erreichbar. Das Headset kann auch bei Regen verwendet werden. Als sinnvoll sehen wir die Möglichkeit, zwei Geräte parallel mit dem Headset betreiben zu können. Praktisch ist auch, dass sich das Headset die letzten acht Pairing-Geräte merkt.

Die Probleme der zu locker sitzenden Ohrstöpsel lassen sich zwar mit anderen Aufsätzen umgehen. Es bleibt aber ein Ärgernis, dass der Käufer sich selbst um passende Ohrstöpsel kümmern muss. Hier sollte der Hersteller nachbessern und besser sitzende Ohrstöpsel beilegen. Denn ansonsten ist das Halo Smart durchaus gelungen.


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