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Evolve 3 85 liefert eine gute Sprachqualität auch in lauten Umgebungen

Die Evolve 3 85 können laute Hintergrundgeräusche in einem Telefonat so weit reduzieren, dass die Gegenseite davon meist nichts bemerkt. So wird etwa Straßenverkehr oder Baustellenlärm wirksam unterdrückt, so dass wir immer gut zu verstehen sind. Ebenfalls erfreulich: Wenn eine Person im gleichen Raum spricht, ist das für die Gegenseite nicht zu hören: Der Kopfhörer nimmt nur die Stimme der Person wahr, die ihn trägt.

Damit erreicht das Jabra-Modell ähnlich gute Ergebnisse wie die WH-1000XM6, die bei der Telefonie vorzüglich abschneiden. Bei vielen anderen Kopfhörern verursacht bereits ein vorbeifahrendes Auto so viel Lärm, dass die Gegenseite einen nicht mehr versteht.

Weniger gut kommt der Evolve 3 85 mit Wind klar. Dann hört uns der Gesprächspartner fast nicht mehr, es ist nur ein sehr lautes Rauschen zu hören. Hier schneiden die WH-1000XM6 deutlich besser ab, bei denen die Gegenseite auch von Windgeräuschen nichts mitbekommt.

Automatische Rufannahme beim drahtlosen Laden

Obwohl die Evolve 3 85 einen Tragesensor haben, gibt es leider keine automatische Rufannahme beim Aufsetzen des Kopfhörers. Diese gibt es nur in abgewandelter Form, wenn er drahtlos auf einer Qi-Ladestation geladen wird. Geht dann ein Anruf ein, genügt es, die Kopfhörer von der Ladestation zu nehmen, und das Gespräch wird direkt angenommen. Diesen Komfort hätten wir gerne auch, wenn der Evolve 3 85 nur herumliegt.

Denn beim Tragekomfort sind wir mit dem Jabra-Produkt nicht rundum zufrieden. Anfangs fühlen sich die Kopfhörer angenehm an, das liegt auch am Stoffbezug, den wir als viel komfortabler als den glatten Kunststoff empfinden, der bei den meisten Kopfhörern verwendet wird.

Stoffbezug der Evolve 3 85 fühlt sich toll an

Wie bei Kopfhörern mit Kunststoff bildet sich beim Evolve 3 85 nach längerem Tragen eine Schweißschicht auf der Haut, das kann der Stoffbezug nicht verhindern. Wenn wir den Kopfhörer als Brillenträger aufhaben, drückt es bereits nach rund 1,5 Stunden unangenehm, obwohl der Anpressdruck nicht so hoch ist. Das kann je nach Ohrform und Brillenmodell auch anders ausfallen.

Hier gefallen uns die WH-1000XM6 allerdings auch nicht viel besser. Einen besonders hohen Tragekomfort hat das Vorvorgängermodell von Sony: Die WH-1000XM4 (g+) haben einen geringen Anpressdruck und sitzen mit Brille nach mehreren Stunden noch schmerzfrei und bequem.

Evolve 3 85 nur mit durchschnittlicher ANC-Leistung

Im Vergleich zum Spitzenfeld liefert der Evolve 3 85 nur eine mittelmäßige Leistung im Bereich Active Noise Cancellation (ANC). Wenn wir damit Musik hören, werden zwar Umgebungsgeräusche so stark gedämpft, dass wir die Lautstärke nicht erhöhen müssen. Aber vor allem in Telefonaten genügt das nicht, falls gerade im oder vor dem Haus eine Baustelle lärmt.

Den WH-1000XM6 können wir auch nutzen, um etwa im Großraumbüro konzentrierter zu arbeiten. Das ist mit der rauscharmen ANC-Technik des Evolve 3 85 ausgeschlossen. Die von anderen Jabra-Produkten bekannten Hintergrundgeräusche gibt es nicht, um diese Schwäche in gewisser Weise auszugleichen.

Wenn im Großraumbüro Unterhaltungen von anderen stören, filtert der WH-1000XM6 sie mühelos weg, bei der Jabra-Konkurrenz sind die Stimmen fast genauso wie ohne ANC-Technik zu hören.

Beim Evolve 3 85 können wir im ANC-Betrieb unsere eigene Stimme in den Kopfhörer leiten. Das soll verhindern, dass wir zu laut sprechen, weil wir uns selbst nicht hören. Das lässt aber auch mehr Lärm der Umgebung hinein und reduziert somit die ohnehin nur mittelmäßige ANC-Leistung noch mehr.

Besonders unpraktisch: Wir können die Stimmenverstärkung nur in der App umschalten. Falls wir also die eigene Stimme in den Kopfhörer leiten, aber dann doch mal die maximal mögliche ANC-Leistung benötigen, müssen wir immer erst zur App greifen. Ein Tastendruck am Kopfhörer wäre einfacher und schneller.

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Der Evolve 3 85 liefert einen tollen Klang

Die Evolve 3 85 bieten einen etwas anderen Klang als die WH-1000XM6, liefern aber ebenfalls eine gute Räumlichkeit und bilden viele Details ab. Die Abstimmung von Höhen, Mitten und Bass stimmt und das Jabra-Produkt agiert neutraler als die Sony-Konkurrenz. Der WH-1000XM6 agiert bassbetonter und hat ein wärmeres Klangbild. Es ist dann eher Geschmackssache, was einem eher zusagt.

Erfreulicherweise hat das An- oder Abschalten der ANC-Funktion keinen Einfluss auf das Klangbild. Im ANC-Betrieb tritt bei uns allerdings leichter Schritthall auf. Beim Herumlaufen ist jeder Schritt unangenehm im Ohr zu hören, das trübt den Musikkonsum. Beim WH-1000XM6 haben wir diesen Effekt nicht.

Auch sonst ist der Evolve 3 85 nicht so gut für den Außeneinsatz geeignet: Der Evolve 3 85 reduziert zwar Windgeräusche, aber längst nicht so wirksam wie beim WH-1000XM6. Mit dem Jabra-Kopfhörer hören wir schon bei leichtem Wind trotzdem störende Windgeräusche, beim Sony-Modell sind hingegen keine Windgeräusche zu bemerken.

Etwas gravierender sind die Windprobleme im Transparenzmodus des Jabra-Kopfhörers: Dann sind die Windgeräusche lauter zu hören, während wir unter dem WH-1000XM6 den Wind zwar im Gesicht spüren, aber nichts davon hören. Der rauscharme Transparenzmodus des Evolve 3 85 klingt nicht ganz natürlich, weil alles etwas gedämpft ist.

Die vielen Komfortfunktionen rund um den Transparenzmodus wie bei Sony gibt es bei Jabra nicht, hier liefert der Hersteller also nur das Nötigste.

Leider kennt auch das Jabra-Produkt die Bose-Besonderheit Active Sense nicht: Diese Technik reduziert im Transparenzmodus plötzlich auftretende laute Geräusche wie eine Feuerwehrsirene oder laute Maschinen an einer Baustelle, um das Ohr zu schonen. Das funktioniert vorzüglich und wir wünschen uns das für alle Kopfhörer mit Transparenzfunktion.

Für die Evolve 3 85 gibt es eine neue App, die sich Jabra+ nennt.


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