Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Jabra Elite 10 im Test: Die besseren Airpods Pro 2 schlagen auch Bose

Die Elite 10 haben alles, was wir uns von Bluetooth -Hörstöpseln wünschen. Naja, fast alles. In einem Punkt sind sie leider auch nicht besser als die meisten Konkurrenzprodukte.
/ Ingo Pakalski
48 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Jabras Elite 10 im Test (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Jabras Elite 10 im Test Bild: Martin Wolf/Golem.de

Den rundum perfekten Bluetooth-Hörstöpsel hat bisher noch kein Hersteller auf den Markt gebracht. Jabra ist mit den Elite 10 so dicht dran wie kein anderer Konkurrent.

Wir erwarten von einem tollen Bluetooth-Hörstöpsel alias True Wireless In-Ear einiges: Er soll gut klingen, gut Geräusche unterdrücken können, man sollte mit ihm auch draußen bei Straßenlärm gut telefonieren können, er sollte bequem sitzen, keinen Schritthall verursachen, Bluetooth-Multipoint bieten und eine umfassende und fehlerlos arbeitende Steuerung haben, die sich anpassen lässt.

Fast all das erfüllen die Elite 10 . Nur in einem Punkt können sie unsere Anforderungen nicht erfüllen: Bei Verkehrslärm schneiden sie nicht so gut ab, was sie allerdings mit den meisten Mitbewerbern am Markt gemeinsam haben. Ansonsten sind es aber die einzigen Bluetooth-Hörstöpsel am Markt, die all das vereinen, was wir von einem solchen Produkt erwarten.

Elite 10 sitzen sehr angenehm

Die Elite 10 sind zwar die direkten Nachfolger der Elite 7 Pro , die vor zwei Jahren auf den Markt gekommen sind, im Grunde sind sie aber eher ein Nachfolgemodell der Elite 85t (g+) von 2020. Denn wie die Elite 85t haben auch die neuen Elite 10 Technik gegen Schritthall. Der kommt zustande, wenn Aufsätze stark abdichten und ein Druck im Ohr entsteht, der jeden einzelnen Schritt beim Laufen als dumpfes Auftreten hörbar macht. Das ist unangenehm und mindert den Musikgenuss deutlich.

Das passiert mit dem halboffenen Design der Elite 10 nicht. Jabra setzt dabei auf ovale Aufsätze, wie sie etwa auch bei den Airpods Pro 2 oder den Quiet Comfort Earbuds II von Bose verwendet werden. Im Unterschied zu anderen Jabra-Stöpseln werden die Elite 10 also nicht ins Ohr gedreht, sondern mehr ins Ohr gehangen.

Das sorgt für ein ausgesprochen angenehmes Tragegefühl. Zwar gefallen uns die Airpods Pro 2 im direkten Vergleich noch minimal besser, allerdings können wir die Elite 10 mehrere Stunden lang tragen, ohne dass es unangenehm drückt oder schmerzt. Das kann je nach Ohrform auch anders sein. Jabra liefert vier unterschiedliche Größen mit, sie sollten also in vielen Ohrformen halten.

Jabras kleiner Hörstöpsel hat eine vorzügliche Steuerung

Im Vergleich zu den Elite 85t hat sich das Gehäuse der Elite 10 drastisch verkleinert, auch dadurch sitzt das neue Modell angenehmer; die Stöpsel verschwinden deutlich mehr im Ohr und ragen kaum mehr heraus. Dabei sind die Stöpsel vollständig mützenkompatibel: Unter einer Mütze raschelt bei Kopfbewegungen nichts und die Stöpsel werden nicht unangenehm ins Ohr gedrückt.

Die kleine Bauform geht erfreulicherweise nicht zu Lasten der Bedienbarkeit. Jabra-typisch gibt es eine Tastensteuerung, die uns begeistert. Sie arbeitet ausgesprochen zuverlässig und es gibt nicht die typischen Probleme einer Sensorsteuerung – wie bei sehr vielen Konkurrenzmodellen. Gerade beim Laufen gibt es mit Sensorfeldern immer wieder Probleme, dass Gesten falsch erkannt werden. Hier ist eine Knopfsteuerung prinzipbedingt überlegen, denn jeder Tastendruck ist fühlbar.

Reklame

Jabra Elite 10 schnurlose In-Ear-Bluetooth-Kopfhörer Advanced Active Noise Cancellation, 6 eingebauten Mikrofonen und Dolby Atmos Sound - Schwarz-Glänzend

Jetzt bestellen bei Amazon (öffnet im neuen Fenster)

Jabra denkt wieder an eine Mikrofonsteuerung

Im Unterschied zu Hörstöpseln mit vollständiger oder partieller Sensorsteuerung lassen sich die Jabra-Produkte auch mit Handschuhen problemlos bedienen. Das funktioniert sogar, wenn man die Stöpsel unter einer Mütze trägt. Das ist in der kalten Jahreszeit ein großer Vorteil. Damit jegliche ungewollte Steuerung vermieden wird, schaltet sich die Tastensteuerung ab, sobald der entsprechende Stöpsel nicht mehr im Ohr steckt.

Bei der Steuerung lassen die Elite 10 keine Wünsche offen: Wir können natürlich Musik und Anrufe steuern und nicht nur eine Lautstärkesteuerung ist vorhanden, sondern auch eine Mikrofonsteuerung. Wenn Ansagen eingeschaltet sind, wird die Deaktivierung oder Aktivierung des Mikrofons angesagt. Das kann etwa in Telefonkonferenzen unpraktisch sein. Hier wünschten wir uns so viel Intelligenz wie bei der Technics-Konkurrenz, die alle Ansagen in Telefonaten deaktiviert, auch wenn sonst Ansagen aktiviert sind. Bei abgeschalteten Ansagen wird der Wechsel des ANC-Modus sehr gut mit einem gut unterscheidbaren Ton signalisiert.

Dabei können wir die Tastenbelegung fast vollständig selbst bestimmen. Lediglich die Befehle für die Lautstärkeregelung sind vorgegeben. Sie sind aber so intuitiv umgesetzt, dass wir gar nichts ändern wollen. Erfreulicherweise lassen sich bei Bedarf direkt mehrere Lautstärkestufen auf einmal ändern.

Eine Mikrofonsteuerung fehlt etwa den Airpods Pro 2 von Apple oder den Quiet Comfort Earbuds II von Bose , obwohl dies heutzutage immer wichtiger wird.

Elite 10 haben eine gute ANC-Leistung

Bei der ANC-Leistung hat sich Jabra mit den Elite 10 deutlich verbessert. Die Neuvorstellung soll laut Hersteller die beste ANC-Leistung aller Jabra-Stöpsel haben. Das können wir bestätigen. Die ANC-Leistung der Elite 10 erreicht fast das Niveau der Airpods Pro 2 und das führt dazu, dass wir beim Musikhören die Hintergrundgeräusche nicht mehr störend wahrnehmen.

Sowohl Flugzeuggeräusche als auch Fahrgeräusche in öffentlichen Verkehrsmitteln werden reduziert, auch wenn der Effekt etwa in der S-Bahn weniger stark ausfällt. Vor allem in öffentlichen Verkehrsmitteln verringert die Apple-Konkurrenz die Fahrgeräusche deutlich stärker.

Im Unterschied zu vielen anderen Jabra-Produkten gibt es keine ANC-Stufen mehr. Das fehlt uns nicht, wenn in der Standardeinstellung eine ausreichend hohe Geräuschunterdrückung erzielt wird. Dabei agiert die ANC-Technik der Elite 10 angenehm rauscharm und ist nicht windempfindlich. Mitunter ist stärkerer Wind zwar zu hören, aber nicht als lästiges Pfeifgeräusch. Die Airpods Pro 2 von Apple oder die Quiet Comfort Earbuds II erreichen bei der Antiwindtechnik das gleiche Niveau.

Jabras Spezialfunktion bei der Geräuschunterdrückung

An die derzeit mit großem Vorsprung in Führung liegende ANC-Leistung der Quiet Comfort Earbuds II kommen die Elite 10 hingegen nicht heran. Nur die Bose-Stöpsel schaffen so viel Stille, dass sie bei Nachtfahrten ideal für Beifahrer im Auto sind (g+) . Wobei man sagen muss: Bose hat hier derzeit einen großen Vorsprung und setzt neue Maßstäbe, die bisher von keinem Konkurrenten erreicht werden.

Seit Jahren gibt es bei den Jabra-Produkten eine Spezialfunktion, die im Zusammenspiel mit der ANC-Leistung der Elite 10 sinnvoll einsetzbar ist. Es steht nämlich eine Auswahl verschiedener Naturgeräusche in der Jabra-App zur Verfügung. Wenn wir uns etwa in der S-Bahn befinden, dabei nicht durch Gespräche anderer abgelenkt werden, aber auch keine Musik hören wollen, können wir eine der Geräuschkulissen aktivieren. Gepaart mit der ANC-Leistung wird dadurch konzentriertes Arbeiten vereinfacht. Die Funktion ist leicht zu finden und sehr einfach zu bedienen. Für die Airpods Pro 2 gibt es eine ähnliche Funktion, die in verschachtelten Menüs zu finden ist und nirgendwo dokumentiert ist, weil es keine vernünftige Anleitung gibt.

Elite 10 hat einen guten Transparenzmodus

Gut gelungen ist der Transparenzmodus, den Jabra weiter optimiert hat. In diesem Modus werden Umgebungsgeräusche gezielt in die Stöpsel geleitet, um die Umgebung wahrnehmen zu können. Dieser Modus klingt wieder sehr natürlich und lässt sich in fünf Stufen in der Intensität anpassen. In der maximalen Einstellung ist die Intensität nicht mehr zu hoch, wie es bei älteren Jabra-Produkten der Fall ist.

Geblieben ist das Rauschen. Das ist aber leiser als bei anderen Jabra-Produkten. In einer niedrigeren Stufe verschwindet das Rauschen und die Natürlichkeit bleibt trotzdem erhalten. Dabei leitet der Transparenzmodus keine pfeifenden Windgeräusche in die Ohren. Etwas besser gefällt uns der Transparenzmodus der Airpods Pro 2, der rauschfrei agiert, ebenfalls keine Windgeräusche verursacht und natürlich klingt.

Für die Jabra-Stöpsel können wir einstellen, dass die Musik verstummt, sobald der Transparenzmodus aktiviert wird. Dabei wird die Musik allerdings nicht angehalten, wie es sonst üblich ist. Das finden wir unpraktisch, vor allem bei Hörbüchern oder Podcasts. Dabei stießen wir auf ein sonderbares Verhalten: Ist diese Option aktiv, können wir keine Musik hören, falls der Transparenzmodus bereits aktiv ist. Das ist eine lästige Einschränkung, die wir von anderen Herstellern nicht kennen.

Reklame

Jabra Elite 10 schnurlose In-Ear-Bluetooth-Kopfhörer Advanced Active Noise Cancellation, 6 eingebauten Mikrofonen und Dolby Atmos Sound - Schwarz-Glänzend

Jetzt bestellen bei Amazon (öffnet im neuen Fenster)

Elite 10 klingen super

Die Elite 10 liefern einen besonders klaren Klang mit vielen Details, die bei anderen Probanden nicht zu hören sind. Der Gesang ist immer gut zu hören und die ausgeprägten Höhen werden durch einen intensiven Mittenbereich ergänzt. Die Jabra-Stöpsel liefern einen starken Bass, der die anderen Frequenzen nicht unangenehm überlagert und dabei angenehm akzentuiert ist.

Sowohl die Airpods Pro 2 als auch die Bose-Stöpsel sind im direkten Vergleich im Bassbereich intensiver und betonen diesen stärker, was zu Lasten etwa des Gesangs gehen kann. Uns gefällt das natürlichere Klangbild der Elite 10 sehr gut. Die Elite 10 unterstützen Dolby Atmos mittels Head-Tracking, so dass sich der Klang bei Kopfbewegungen verändert, sofern passendes Dolby-Atmos-Material vorliegt. Die Erkennung der Kopfbewegungen kann bei Bedarf ausgeschaltet werden.

Den Airpods Pro 2 und den Quiet Comfort Earbuds II fehlt eine Komfortfunktion, die mittlerweile immer mehr Hersteller anbieten. Jabra versieht seine Bluetooth-Hörstöpsel bereits seit Jahren mit dieser praktischen Eigenschaft: Bluetooth-Multipoint.

Elite 10 mit Bluetooth-Multipoint

Die Elite 10 unterstützen Bluetooth 5.3 mit den Codecs SBC und AAC. Codecs mit höherer Auflösung fehlen. Dabei wird Bluetooth-Multipoint geboten, das bei Jabra seit mehreren Gerätegenerationen und vielen Produkten Standard ist. Damit können zwei parallele Bluetooth-Verbindungen genutzt werden, was einen bequemen Wechsel zwischen zwei Geräten ermöglicht.

So können etwa Videos am Tablet geschaut und direkt ein Anruf am Smartphone angenommen werden. Erfreulicherweise kann die zugehörige Jabra-App auf beiden verbundenen Geräten verwendet werden; mancher Mitbewerber erlaubt die Nutzung dann nur auf einem Gerät.

Noch besser schneidet hier derzeit nur Technics ab, unter anderem mit den EAH-AZ80 . Sie erlauben Bluetooth-Multipoint sogar mit bis zu drei Geräten. Bluetooth-Multipoint lässt sich beim Jabra-Produkt nicht abschalten, was bei anderen Produkten mit der Technik möglich ist. Der Konkurrenz von Apple und Bose fehlt eine Unterstützung von Bluetooth-Multipoint weiterhin.

Die Ohrerkennung der Elite 10 hat eine Schwäche

Mit einem späteren Update sollen die Elite 10 Bluetooth LE erhalten. Einen Termin dafür hat Jabra noch nicht genannt. Die Elite 10 sind nach IP57 zertifiziert, so dass sie bei Regen weiter genutzt werden können. Bei Bedarf kann auch nur ein Stöpsel verwendet werden.

Als Komfortfunktion haben die Elite 10 eine Ohrerkennung: Sobald einer oder beide Stöpsel aus dem Ohr genommen werden, unterbricht die Musikwiedergabe. Sie wird fortgesetzt, wenn wieder beide Stöpsel im Ohr stecken. Anders als beim Transparenzmodus hält die Musik dann tatsächlich an.

Leider wird die Musik nur fortgesetzt, wenn die Stöpsel nach spätestens 60 Sekunden wieder im Ohr sitzen. Diese Zeitspanne ist für uns im Alltag zu kurz.

Anders als bei den meisten Konkurrenzmodellen nutzt Jabra die Ohrerkennung für weitere Komfortfunktionen: Ein ankommendes Telefonat kann sofort angenommen werden, wenn mindestens ein Stöpsel im Ohr ist. Außerdem wird in einem laufenden Telefonat automatisch das Mikrofon abgeschaltet, sobald einer oder beide Stöpsel aus dem Ohr genommen werden. Alle drei Funktionen können gesondert aktiviert oder deaktiviert werden – das ist vorbildlich gelöst.

Telefonqualität der Elite 10 draußen zu schlecht

Die Sprachqualität bei Telefonaten in Innenräumen ist mit den Elite 10 sehr gut. Wenn wir drinnen telefonieren, können wir auf einer recht lauten Tastatur tippen und werden weiterhin gut verstanden. Wenn die Tastatur leiser ist, hört die andere Seite gar nichts davon. Auch Geschirrgeklapper wird zumindest so weit reduziert, dass wir weiterhin verstanden werden. Wenn es ganz ruhig ist, sind wir dementsprechend noch besser zu verstehen.

Die Elite 10 sind die bisher besten Jabra-Stöpsel, was die Sprachqualität betrifft. Dennoch sind wir nicht vollends zufrieden. Jabra bewirbt die Elite 10 damit, dass sie draußen Störgeräusche in der Umgebung bei Telefonaten unterdrücken können – das klappt aber nur leidlich. Laufen wir mit den Elite 10 eine Straße entlang, wird es für die andere Seite ungemütlich: Sobald ein Auto an uns vorbeifährt, sind wir entweder kaum oder gar nicht mehr zu verstehen.

Hier schneiden etwa die Airpods Pro 2 etwas besser ab; die EAH-AZ80 von Technics lassen beide hinter sich. Es ist schade, dass Jabra keine bessere Geräuschunterdrückung bei Anrufen hinbekommt, denn die Elite 10 liefern eine sehr gute Windunterdrückung. Wenn wir damit telefonieren, sind Windgeräusche für die andere Seite nicht störend.

Reklame

Jabra Elite 10 schnurlose In-Ear-Bluetooth-Kopfhörer Advanced Active Noise Cancellation, 6 eingebauten Mikrofonen und Dolby Atmos Sound - Schwarz-Glänzend

Jetzt bestellen bei Amazon (öffnet im neuen Fenster)

Es bleibt ein Pluspunkt der Elite 10, dass wir während eines Telefonats direkt am Stöpsel das Mikrofon abschalten können. Auf diese Funktion warten wir bei Apple- und Bose-Produkten seit Jahren.

Jabra bietet eine tolle App

Für die Jabra-Produkte gibt es die Sound+-App für Android und iOS. Sie startet schnell, ist gut strukturiert und liefert ausgesprochen viele Einstellungen. Im Unterschied zu manchen Konkurrenten braucht die Jabra-App weder Standortdaten noch ein Benutzerkonto. Damit schneidet Jabra deutlich besser ab als Apple und Bose: Für die Airpods Pro gib es keine Android-App und die Bose-App arbeitet zu unzuverlässig.

Die Elite 10 bieten Ansagen in deutscher Sprache, die bei Bedarf abgeschaltet werden können. Wir bevorzugen Ansagen, leider hat Jabra – anders als etwa Technics – noch nicht daran gedacht, Ansagen in Telefonaten automatisch abzuschalten. Wenn sich in einem Telefonat etwa eine weitere Bluetooth-Verbindung aufbaut oder beendet wird, gibt es eine Ansage, die dann stört.

Über die App lassen sich Updates einspielen – und zwar manuell. Sowohl Apple als auch Bose nerven damit, dass Updates nur automatisch installiert werden, ohne dass Nutzer das verhindern können. Wir haben gerne mehr Kontrolle darüber, wann wir ein Produkt aktualisieren.

Wer die Elite 10 neu kauft, bekommt meist bei der Einrichtung ein Firmware-Update angeboten. Bei der Änderung einer Sprache wird auch immer die aktuelle Version installiert, das spart Zeit. Wenn das erste Update nicht direkt gemacht und Deutsch als Ansagesprache installiert wird, hat man das Produkt bereits mit der aktuellen Firmware versehen.

Ansonsten müsste nach dem Update nochmal ein vergleichbarer Update-Prozess für Deutsch vorgenommen werden. Leider schlägt die App diesen Weg nicht von sich aus vor. Mit einer Update-Zeit von rund zwölf Minuten liegt Jabra im Mittelfeld, viele andere sind viel langsamer und nur wenige erledigen das Update schneller als Jabra.

Die Jabra-App bietet unter Android noch eine praktische Spezialfunktion: Steuerelemente der App werden in den Benachrichtigungen eingeblendet, so dass Basisfunktionen des Geräts auch verändert werden können, ohne die App starten zu müssen.

In der Jabra-App gibt es einen Equalizer samt passender Voreinstellungen, eine Ortungsfunktion und viele der oben genannten Funktionen lassen sich bei Bedarf abschalten. Wir können die Klangfarbe bei Anrufen anpassen und bestimmen, ob die Stöpsel bei Nichtnutzung nach einer bestimmten Zeit ausgehen sollen. Des Weiteren lässt sich Spotify auf Knopfdruck starten, wenn dies gewünscht ist. Die App zeigt den Ladestand in Fünf-Prozent-Schritten und auch der Akkustand des Ladeetuis lässt sich praktischerweise einsehen.

Elite 10 mit sehr guter Akkulaufzeit

Jabra nennt für die Elite 10 eine Akkulaufzeit von sechs Stunden ununterbrochener Musikwiedergabe bei aktivierter ANC-Technik. Wir konnten diese Laufzeit mühelos erreichen und kamen sogar auf knapp acht Stunden. Dabei mussten die Stöpsel ständig die Geräusche wie von einer Dunstabzugshaube unterdrücken.

Für ANC-Stöpsel ist das ein ausgesprochen guter Wert. Nach einer Ladezeit von lediglich fünf Minuten steht wieder eine Akkulaufzeit von etwas mehr als eine Stunde zur Verfügung – sehr vorbildlich. Ein vollständiger Ladevorgang dauert knapp drei Stunden.

Mit dem mitgelieferten Ladeetui lassen sich die Stöpsel fast viermal aufladen. Das ergibt eine Gesamtakkulaufzeit von mindestens 27 Stunden, wenn doch nur die sechs Stunden erreicht werden. Das Etui hat in jedem Fall genügend Reserven. Es hat einen USB-C-Anschluss und unterstützt die Qi-Technik zum drahtlosen Laden. Zudem ist es angenehm klein und folgt bei der Designlinie wieder mehr den Etuis der Elite 85t als der Elite 7 Pro.

Die Stöpsel lassen sich sehr bequem und unkompliziert entnehmen und ablegen. Magnete halten die Stöpsel fest, das sorgt für einen stets sicheren Halt im Ladeetui.

Jabra Elite 10 – Verfügbarkeit und Fazit

Jabra will die Elite 10(öffnet im neuen Fenster) Mitte September 2023 zum Preis von 250 Euro auf den Markt bringen, sie können bereits vorbestellt werden. Es gibt sie in Beige, Schwarz-Glänzend, Schwarz-Matt und Titanschwarz.

Nur bei Jabra direkt gibt es zeitlich beschränkt bis Ende Oktober 2023 die Elite 10 in der Farbe Cocoa. Das Vorgängermodell Elite 7 Pro(öffnet im neuen Fenster) kam seinerzeit für 200 Euro auf den Markt und wird derzeit für 130 Euro angeboten. Die Elite 85t(öffnet im neuen Fenster) sind ebenfalls weiterhin verfügbar und kosten bei Jabra 140 Euro.

Fazit

Mit den Elite 10 schafft es Jabra, sich in das Spitzenfeld im Markt der Bluetooth-Hörstöpsel vorzukämpfen. Dafür sorgen vor allem ein sehr bequemer Sitz in den Ohren, die Abwesenheit von Schritthall und eine gute ANC-Leistung, die nicht windempfindlich ist. Letzteres gilt sogar für den Transparenzmodus – das schaffen viele andere nicht.

Die Elite 10 bieten einen vorzüglichen Klang mit vielen Details und einem vollen, klaren Klangbild sowie eine sehr zuverlässig arbeitende Tastensteuerung, die keine Wünsche offen lässt. Dabei punkten die Elite 10 mit typischen Jabra-Vorteilen, die etwa den Airpods Pro oder der Bose-Konkurrenz fehlen: Dazu zählen Bluetooth-Multipoint und eine umfangreich anpassbare Steuerung samt der Möglichkeit einer Mikrofonbedienung am Stöpsel.

Die Elite 10 erreichen eine sehr gute Akkulaufzeit samt vernünftiger Schnelllademöglichkeit. Auch in puncto App lässt Jabra die Konkurrenz von Apple und Bose klar hinter sich. Die Sprachqualität drinnen ist gut, draußen schneiden die Elite 10 leider nicht so gut ab, wie es der Hersteller verspricht. Das gilt aber für die meisten Konkurrenzprodukte ebenfalls, Apple ist hier aber etwas besser.

Reklame

Jabra Elite 10 schnurlose In-Ear-Bluetooth-Kopfhörer Advanced Active Noise Cancellation, 6 eingebauten Mikrofonen und Dolby Atmos Sound - Schwarz-Glänzend

Jetzt bestellen bei Amazon (öffnet im neuen Fenster)

Die Elite 10 verlangen von Käufern derzeit die mit Abstand wenigsten Kompromisse bei Bluetooth-Hörstöpseln. Lediglich bei der Telefonie draußen sehen wir ein Defizit. Wer Stöpsel sucht, mit denen wir auch bei Verkehrslärm gut zu verstehen sind, sollte zu den Technics EAH-AZ80 greifen, die auch in lauten Umgebungen noch für die andere Seite verständlich bleiben und auch sonst gute bis sehr gute Ergebnisse liefern.

Wer eine besonders hohe ANC-Leistung bei Bluetooth-Hörstöpseln sucht, findet diese derzeit nur bei Boses Quiet Comfort Earbuds II, die bei der ANC-Leistung die gesamte Konkurrenz weit hinter sich lassen.

Ingo Pakalski hat in den vergangenen sechs Jahren schon viele Dutzend Kopfhörer pro Jahr getestet – ob In-Ears, Over-Ears oder Open-Ears. Nur sehr selten stößt er dabei auf Geräte, die er guten Gewissens empfehlen kann.


Relevante Themen