JAB Code: Bunter Barcode gegen Fälschungen

Das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT hat den JAB Code entwickelt. Dieser Barcode besteht aus Farbquadraten und kann mehr Informationen auf gleicher Fläche hinterlegen als seine schwarzweißen Pendants. Der JAB Code(öffnet im neuen Fenster) (Just Another Bar Code) ist eine Auftragsentwicklung für das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).
Bei herkömmlichen Barcodes oder QR-Codes kann nur eine sehr geringe Datenmenge gespeichert werden, was Verweise auf eine Webseite oder eine Datenbank erfordert. So kann der Nutzer offline mit den Daten oft nichts anfangen. Der JAB Code speichert einfach die Infos selbst. Auf Medikamentenpackungen kann ein JAB Code zum Beispiel den Beipackzettel enthalten.
Aktuell empfehlen die Entwickler des JAB Codes, acht Farben zu verwenden, was einer dreimal höheren Datendichte im Vergleich zu Schwarzweißcodes entspricht. Dies sei mit aktuellen Smartphonekameras gut auslesbar. Mit besseren Kameras können auch mehr Farben genutzt und damit mehr Daten codiert werden.

Interessant ist der Code auch, um die Fälschungssicherheit von Ausweisen und anderen ID-Dokumenten zu erhöhen, die nicht über einen Chip verfügen. Dazu kann der Inhalt des Dokuments digital signiert und in einem JAB Code abgebildet werden. Wer die Echtheit prüfen will, kann dies mit der Kamera eines Smartphones tun.
Der JAB Code soll den Normierungsprozess des Deutschen Instituts für Normung DIN durchlaufen und als internationaler Standard nach ISO etabliert werden. Der Code selbst ist als Open Source unter der Lizenz LGPL v2.1 verfügbar(öffnet im neuen Fenster) . Wer will, kann unter www.Jabcode.org(öffnet im neuen Fenster) JAB Codes erstellen und auslesen.
Mit bunten Barcodes experimentierte vor Jahren auch Microsoft. Die sogenannten Microsoft Tags wurden 2015 eingestellt . Microsoft hatte das Format, das eine Alternative zu den damals schon verbreiteten QR-Codes darstellen sollte, Anfang 2009 vorgestellt und mit eigenen Onlinediensten und Apps unterstützt. Ende 2011 wurde die Software so erweitert, dass auch herkömmliche Barcodes und QR-Codes damit gelesen werden konnten, da weder Nutzer noch Handel mit mehreren Systemen arbeiten wollten.



