IVAS: Microsofts Kopfschmerz-Kampfbrille um zwei Jahre verschoben

Nach Berichten über Kopfschmerzen und Übelkeit hat die US-Armee die Einführung der IVAS-Brille von Microsoft um mindestens zwei Jahre verschoben.

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Integrated Visual Augmentation System
Integrated Visual Augmentation System (Bild: Pentagon)

Nach Berichten über Kopfschmerzen, Übelkeit und Überanstrengung der Augen hat die US-Armee die Einführung der IVAS-Brille von Microsoft um mindestens zwei Jahre verschoben.

Eigentlich sollte die AR-Kampfbrille für das US-Militär bei der Truppe längst angekommen sein, doch die bisherigen Tests waren so schlecht, dass die Einführung nun verschoben wurde, wie Bloomberg berichtet.

Die US-Armee hat eine futuristische Allzweckbrille von Microsoft entwickeln lassen, wobei Tests des Integrated Visual Augmentation System (IVAS) zeigten, dass Soldaten davon erhebliche Nachteile davontragen, darunter Übelkeit. Die IVAS ist eine robuste Version von Microsofts Hololens-2-Headset.

Wie weit Wunsch und Wirklichkeit derzeit noch auseinanderliegen, zeigt eine ausführliche technische Tabelle zum IVAS. Daraus stechen einige Werte deutlich hervor: Das Ist-Gewicht liegt bei 680 Gramm, das Ziel sind 450 Gramm. Das Gesamtsystem, das Soldaten am Körper tragen, wiegt derzeit 1,13 Kilogramm und soll künftig 570 Gramm wiegen. Momentan liegt die Laufzeit bei 2,1 Stunden bei Nutzung aller Funktionen. Das Ziel sind 8 Stunden.

Der US-Kongress war nach einem Bericht von Bloomberg bislang nicht bereit, die Mittel für die Beschaffung freizugeben, solange keine Verbesserungen nachgewiesen wurden. Die Risiken für Microsoft und die Armee wurden während einer Anhörung des Unterausschusses für Streitkräfte des Repräsentantenhauses hervorgehoben, wobei der Vorsitzende des Ausschusses den bisher ausgegebenen 1,5 Milliarden Dollar skeptisch gegenüberstand.

Der Abgeordnete Rob Wittman, ein Republikaner aus Virginia und Vorsitzender des Unterausschusses, äußerte sich besorgt über ein Gerät, das mehr als 60.000 US-Dollar pro Soldat kosten würde, und sagte, das System müsse sorgfältig geprüft werden, um sicherzustellen, dass der Einsatzwert der Soldaten auch tatsächlich verbessert werde.

Ambitionierter Zeitplan

Die ersten 20 handgefertigten, verbesserten Modelle sollen ab Juli 2023 ausgeliefert werden. Wenn die erste Bewertung erfolgreich verläuft, wird die Armee einen weiteren Auftrag zur Herstellung zusätzlicher Geräte für einen zweiten Truppenversuch zwischen Juli und September 2024 vergeben.

Dann soll zwischen April und Juni 2025 ein umfassender Einsatztest folgen. Wenn dieser Abschlusstest erfolgreich ist, würden die Brillen Monate später an Kampfeinheiten ausgeliefert werden.

Wenn alle Optionen ausgeübt werden, rechnet die Armee mit Ausgaben in Höhe von 21,9 Milliarden US-Dollar für bis zu 121.000 Geräte, Ersatzteile und Support innerhalb eines Jahrzehnts, heißt es in dem Bericht.

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