Italien: Datenschutzbehörde untersagt Betrieb von ChatGPT
Die populäre KI-Anwendung ChatGPT könnte in Italien bald nicht mehr verfügbar sein. Die italienische Datenschutzbehörde GPDP veröffentlichte am 31. März eine Pressemitteilung (öffnet im neuen Fenster), in der sie "mit sofortiger Wirkung die vorläufige Einschränkung der Verarbeitung der Daten italienischer Nutzer" durch OpenAI ankündigte, bis alle Datenschutzregularien eingehalten werden. Gleichzeitig wurde eine Untersuchung eingeleitet.
ChatGPT sei die bekannteste Software für künstliche Intelligenz, die "die in der Lage ist, menschliche Gespräche zu simulieren und zu verarbeiten", hieß es in der Mitteilung. Die Behörde bemängelt das "Fehlen einer Rechtsgrundlage, die die Erhebung und Speicherung personenbezogener Daten rechtfertigt, um die dem Betrieb der Plattform zugrunde liegenden Algorithmen zu trainieren".
Darüber hinaus wirft die GPDP OpenAI vor, das Alter der Nutzer nicht zu überprüfen. So hätten auch minderjährige Nutzer Zugang und seien potenziell "Antworten aussetzt, die in Bezug auf ihren Entwicklungsstand absolut unangemessen sind".
20-Tages-Frist für Daten- und Jugendschutz
OpenAI hat zwar kein Büro, aber einen rechtlichen Vertreter im Europäischen Wirtschaftsraum. Das Unternehmen soll der italienischen Behörde innerhalb von 20 Tagen mitteilen, wie es die geforderten Daten- und Jugendschutzmaßnahmen umsetzen will. Andernfalls droht OpenAI laut GPDP eine Strafe von bis zu 20 Millionen Euro.
Bereits im Februar 2023 verbot die GPDP die KI-App Replika(öffnet im neuen Fenster). Auch in diesem Fall begründete die Behörde die Entscheidung mit Verstößen gegen europäische Datenschutzbestimmungen, der unzulässigen Verarbeitung personenbezogener Daten und einer unzureichenden Altersprüfung.
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