IT-Weiterbildung: Notwendige Modernisierung

Nach den IT-Ausbildungsberufen sollen nun die Weiterbildungen reformiert werden. Das ist auch dringend nötig, weil bislang nur wenige ITler sie machen.

Artikel von Peter Ilg veröffentlicht am
Die Frage, was nach der Ausbildung als nächstes kommt, beantworten bislang nicht sehr viele ITler mit: eine Weiterbildung.
Die Frage, was nach der Ausbildung als nächstes kommt, beantworten bislang nicht sehr viele ITler mit: eine Weiterbildung. (Bild: Pixabay)

Nachdem im vergangenen Jahr schon die vier IT-Ausbildungsberufe grundlegend modernisiert und teilweise umbenannt wurden, soll nun konsequenterweise die daran anschließende IT-Weiterbildung angepasst werden. Die dualen Ausbildungen gibt es seit 1997, eine Reform war nach dieser langen Zeit notwendig. Heute heißen die Ausbildungsberufe IT-System-Elektroniker/-in, Fachinformatiker/-in, Kaufleute für Digitalisierungsmanagement und Kaufleute für IT-System-Management.

Inhalt:
  1. IT-Weiterbildung: Notwendige Modernisierung
  2. ''Das Angebot ist zu breit, die Industrie braucht es speziell''

Das IT-Weiterbildungssystem wiederum wurde 2002 eingeführt und besteht aus drei aufeinander aufbauenden Ebenen: IT-Spezialisten, Operative Professionals und Strategische Professionals. IT-Spezialisten vertiefen ihr Fachwissen in einem Spezialgebiet, operative Professionals werden für eine Führungsaufgabe im mittleren Management und strategische Professionals für eine gehobene Management-Funktion ausgebildet.

Doch während die IT-Berufe mit inzwischen deutlich über 300.000 abgeschlossenen Ausbildungen ein voller Erfolg sind, floppen die IT-Weiterbildungen zahlenmäßig. "Die Neuordnung des IT-Weiterbildungssystems sollte daher nicht nur die Lerninhalte zeitgemäß anpassen, sondern gleichzeitig die Mängel im System beseitigen", sagt Simone Opel, eine der beiden Sprecherinnen des Beirats für IT-Weiterbildung in der Gesellschaft für Informatik und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Fakultät für Mathematik und Informatik an der Fernuniversität in Hagen. Eine grundlegende Reform könnte das IT-Weiterbildungssystem erfolgreich machen.

Das IT-Weiterbildungssystem ist das Resultat aus den IT-Berufen. "Sein Ziel ist es, einen Anschluss an die Berufsausbildung mit einer Weiterbildung zu schaffen", sagt Henrik Schwarz, Leiter des Arbeitsbereichs für Elektro-, IT- und naturwissenschaftliche Berufe beim Bundesinstitut für Berufsbildung BIBB.

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Das BIBB ist eine Einrichtung des Bundes zur Erforschung und Weiterentwicklung der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Das IT-Fortbildungsangebot richtet sich an Absolventen der dualen Ausbildungsberufe, anderer dualer Berufsausbildungen mit IT-Bezug sowie zunehmend auch an Studienabbrecher aus IT-Studiengängen. "Zudem ist das IT-Weiterbildungssystem eine standardisierte Alternative für eine Vielzahl an Hersteller- und Anwenderzertifikaten", sagt Schwarz. Diese Art der Weiterbildung nutzen ITler aktuell zigtausendfach jährlich.

Laut Schwarz vom BIBB wurde die IT-Weiterbildung zum Operativen Professional in den vergangenen 15 Jahren von etwa 9.000 ITlern abgeschlossen. Bei den strategischen Professionals sind es pro Jahr gerade mal eine Handvoll. Für die IT-Spezialisten gibt es keine offiziellen Zahlen.

IT-Weiterbildungen kaum bekannt

"Den Zahlen nach verfehlt die IT-Weiterbildung die in sie gesetzten Erwartungen", sagt Schwarz. Andererseits sei sie überall dort ein Erfolg, wo sie genutzt wird - vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen, in denen die duale Ausbildung weit verbreitet ist. In Unternehmen, deren Belegschaft akademisch geprägt ist, spielt sie keine große Rolle, zudem leidet sie insgesamt unter einem nur geringen Bekanntheitsgrad. Vielleicht wurde zu wenig Werbung dafür gemacht.

Coaching und Beratung für IT Profis, die sich beruflich weiterentwickeln wollen

Im Frühjahr hat das BIBB im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) eine Online-Umfrage durchgeführt, um aus den Ergebnissen Empfehlungen für eine Neuausrichtung der IT-Weiterbildung abzuleiten. Etwa 500 Fach- und Führungskräfte aus dem IT-Bereich haben sich beteiligt. "Die Befragung hat einen Bedarf zur Neuordnung auf der ersten Fortbildungsstufe, den IT-Spezialisten, ergeben", sagt Schwarz.

Eine Anpassungsnotwendigkeit der fachlichen Inhalte wird insbesondere bei IT-Security und Risk Management, Anwendungsentwicklung, Systemintegration und Data Science gesehen. Außerdem sind die 14 Profile zu viele, was die Spezialisten-Weiterbildung unübersichtlich macht und zu Überschneidungen führt.

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''Das Angebot ist zu breit, die Industrie braucht es speziell'' 
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Bischi 14. Sep 2021 / Themenstart

+1 Da hätte die Redaktion wirklich besser drauf eingehen können, als sich auf die...

JE 13. Sep 2021 / Themenstart

Wir bekommen pro Jahr 12 Tage zur freien Verfügung zur Weiterbildung (nach eigener Wahl...

minnime 13. Sep 2021 / Themenstart

Na da hattest du ja miese Lernbedingungen aber die lagen doch nicht am Beruf sondern der...

ayngush 13. Sep 2021 / Themenstart

Also ich konnte mit dem absolvieren des Abschlussprojektes und damit des letzten...

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