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Für die Energiewende reicht es nicht aus, die Trafohäuschen schön anzumalen.
Für die Energiewende reicht es nicht aus, die Trafohäuschen schön anzumalen. (Bild: Ralf Lotys/Sicherlich/CC-BY 3.0)

IT und Energiewende: Stromnetzbetreiber fordern das ganz große Lastmanagement

Für die Energiewende reicht es nicht aus, die Trafohäuschen schön anzumalen.
Für die Energiewende reicht es nicht aus, die Trafohäuschen schön anzumalen. (Bild: Ralf Lotys/Sicherlich/CC-BY 3.0)

Silizium statt Kupfer und Stahl: Die Energiewende und die Elektromobilität erfordern einen Ausbau des Stromnetzes. Doch die Netzbetreiber setzen lieber auf Digitalisierung und "Flexibilisierung". Stromlieferanten wollen sich gegen die Bevormundung wehren.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

Allen Klimawandelskeptikern wie US-Präsident Donald Trump zum Trotz: An der Energiewende in Deutschland will die Politik nicht rütteln. Welche Aufgaben für die Stromwirtschaft damit verbunden sind, ist derzeit noch unklar. Zwar wird viel über die Verlegung neuer Hochspannungsleitungen von Nord nach Süd gestritten. Doch neben den Übertragungsnetzen stehen auch die sogenannten Verteilnetze in Städten und Gemeinden vor großen Veränderungen. Die Betreiber wollen für den Umbau der Infrastruktur aber möglichst wenig Geld ausgeben.

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Die Zauberwörter heißen dabei wie so häufig: Digitalisierung und Flexibilisierung. Anstatt dickere Stromleitungen zu verlegen und mehr regelbare Transformatoren zu installieren, wollen die Verteilnetzbetreiber Verbrauch, Erzeugung und Speicherung von elektrischer Energie digital erfassen und flexibel steuern. "Allein mit mehr Kupfer und Stahl wird es uns nicht gelingen, die Netze zukunftssicher zu machen. Die Regulierung muss viel mehr Anreize bieten, mehr intelligente Technik einzusetzen", sagte Egon Westphal vom Vorstand der Bayernwerk AG im Mai auf einer Veranstaltung in Berlin.

Bundesnetzagentur erwartet Probleme

Entsprechende Überlegungen hat inzwischen schon die Bundesnetzagentur in einem knapp 60-seitigen Papier zur "Flexibilität im Stromversorgungssystem" angestellt. Die Bonner Regulierungsbehörde erwartet beispielsweise Probleme, wenn künftig Elektroautos weit verbreitet sind und dann gleichzeitig nach Feierabend in den Garagen aufgeladen werden sollen. "Verschärft werden kann das Problem höherer Gleichzeitigkeit noch durch Vertriebe oder Aggregatoren, die die neuen, aber auch schon im Netz angeschlossenen Verbrauchseinrichtungen wie Nachtspeicherheizungen zentral steuern und auf gleiche Preissignale reagieren lassen werden", heißt es in dem Papier.

  • So könnte die Netzampel künftig aussehen. Nur im Notfall dürfen die Netzbetreiber eigenmächtig eingreifen. (Grafik: Bundesnetzagentur)
So könnte die Netzampel künftig aussehen. Nur im Notfall dürfen die Netzbetreiber eigenmächtig eingreifen. (Grafik: Bundesnetzagentur)

Mit anderen Worten: Wenn nachts viel Wind weht, und die Stromanbieter ihren Kunden gleichzeitig günstige Energie liefern wollen, könnte dies an den fehlenden Kapazitäten im Stromnetz scheitern. Die Flexibilität auf Seiten der Verbraucher, die durch günstigere Tarife überzeugt werden sollen, würde von der Flexibilität der Stromnetzbetreiber ausgebremst. Im Gegenzug müsste laut Paragraf 14 a des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) den Kunden ein reduzierter Tarif angeboten werden. Eine entsprechende Verordnung, die Details regeln soll, gibt es bislang noch nicht.

Widersprüchliche Signale an Verbraucher

Die Bundesnetzagentur räumt ein, dass in dem genannten Beispiel "der Verbraucher zwei, nicht zwangsläufig deckungsgleiche Signale empfängt". Die Herausforderung bestehe künftig darin, "die Verhaltensaufforderung des Netzbetreibers an die Lastseite so auszugestalten, dass so wenig wie möglich in das Marktgeschehen eingegriffen wird". Allerdings könne die "Netzinfrastruktur nicht jedes Marktergebnis abfangen", schreibt die Regulierungsbehörde und fügt hinzu: "Das wäre volkswirtschaftlich ineffizient." Bezahlen müssten den Netzausbau am Ende alle Stromkunden. Lediglich die mögliche Verstärkung von Hausanschlüssen muss vom Eigentümer finanziert werden.

Um das Problem einer Netzüberlastung ohne Netzausbau zu lösen, werden derzeit mehrere Möglichkeiten diskutiert: Zum einen lässt sich die zulässige Leistung, die beispielsweise für einen Niederspannungsstrang zur Verfügung steht, generell kappen. Konkret heißt dies: Wenn in einem Wohngebiet viele Eigentümer sich ein Elektroauto anschaffen, wird die Leistung der Ladestationen insgesamt gedeckelt, obwohl der einzelne Hausanschluss durchaus für eine höhere Leistung ausgelegt wäre. In einem nächsten Schritt könnten jedoch Stromlieferanten, die in dem Gebiet mehrere Ladestationen versorgen, über ein Lastmanagement diesen sogenannten Gleichzeitigkeitfaktor besser ausnutzen, indem sie die Stationen je nach Bedarf hoch oder runter regeln.

Anreiz zur Monopolisierung 

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DG8FZ 08. Jul 2017

Wobei ein Lastmanagement durch dynamische kleinräumige Preisgestaltung problemlos möglich...

Anonymer Nutzer 08. Jul 2017

Nein, das glätten funktioniert auch, wenn das nicht der Fall ist. Schließlich ist die...

mrgenie 08. Jul 2017

Die Steuern machen für den Endkunden den größten Betrag aus. Statt zu überlegen wie man...

MarioWario 08. Jul 2017

Die Regierung hat Solarstrom und kostenlose Stromversorgung durch Kleinkraftwerke...

Eheran 07. Jul 2017

Hohe Investitionskosten? Ausfallsicherheit? Platzbedarf? Laufende, kaum vorhersehbare...



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