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Gezielte Suche nach autistischen Mitarbeitern

Davon, dass das Konzept des Unternehmens funktioniert, ist er nach vier Jahren trotzdem überzeugt. Auch wenn es nicht immer leicht ist, "den sozialen und wirtschaftlichen Aspekt zusammenzubringen". Viele der Bewerber kommen mit der richtigen Unterstützung im Alltag gut zurecht, aber nicht alle. Nach der Probephase wird etwa einer von zehn eingestellt. Bei Auticon vertraut man deshalb auf die Philosophie der kleinen Schritte: "Wir werden nicht allen Menschen im Autismus-Spektrum Arbeit geben können", sagt Unternehmenssprecher Tilman Höffken. "Aber wir denken, es ist besser, das Problem in kleinen Schritten anzugehen, als nur darüber zu reden."

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Martin Boehm ist einer von denen, die die Probezeit überstanden haben. Auticon mache viel richtig, sagt er, doch manchmal fühlt er sich auch hier noch unverstanden. Während eines Projekts musste er einmal eine Stunde lang mit einem Kunden telefonieren, der schlecht vorbereitet war und widersprüchlich argumentierte. Wäre es sein erstes Auticon-Projekt gewesen, er hätte auf der Stelle gekündigt.

Mit Menschen zu telefonieren, die er nicht kennt, ist für ihn fast unmöglich. Heute ist er froh, dass er geblieben ist - auch wenn es ihn wurmt, dass es ein Unternehmen wie dieses überhaupt geben muss: "Ich möchte bei Auticon arbeiten, weil es das bessere Angebot ist, was die Arbeitsplatzgestaltung und Unterstützung angeht", sagt er. "Nicht, weil ich auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance habe."

Kommunikation wie ein Puzzle zusammensetzen

Es ist eine Kritik, die an all die anderen Unternehmen geht, die bis heute nicht erkannt haben, dass Vielfalt auch eine Chance ist. Autismus ist ein Lernprozess, von dem beide Seiten im besten Fall viel lernen können. Wenn es Autisten wie Nicht-Autisten gelingt, sich auf einander einzulassen, dann hat das für die Unternehmen oft echte Vorteile: Andere Sichtweisen, andere Ansätze führen oft zu neuen, kreativen Lösungen. Im Silicon Valley suchen manche Firmen deswegen sogar gezielt nach autistischen Mitarbeitern. Hierzulande hat SAP die Chance erkannt und verkündet, bis 2020 ein Prozent seiner Mitarbeiterschaft aus Autisten rekrutieren zu wollen.

Damit solche eine Zusammenarbeit klappt, braucht es Nachsicht, Selbstreflexion und viel guten Willen - auf beiden Seiten. "Auch ich kann wahrscheinlich nervig sein", sagt Boehm, "wenn ich stundenlang von Dingen rede, die nur mich interessieren."

Bei Auticon zumindest scheint es zu klappen, das Voneinander-Lernen. Boehm geht raus in den Innenhof, das Gespräch hat ihn ermüdet. Er raucht seine selbst gedrehte Zigarette schweigend. Als er fertig ist, zieht er einen kleinen Behälter aus der Tasche, um den Stummel nicht auf den Boden werfen zu müssen. "Ganz schön frisch hier", sagt in diesem Moment jemand in der Runde und macht einen Schritt in Richtung Tür. Boehm stutzt kurz, dann schließt er den Deckel seines improvisierten Aschenbechers und sagt: "Ich glaube, das sollte bedeuten‚ 'wollen wir wieder reingehen', stimmt's?" Er lacht.

 Autismus-Bild wandelt sich nur langsam
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motzerator 26. Feb 2016

Davon bekommt man eben wenig mit. Man ist für diese Dinge nicht komplett blind, aber...

Strassenflirt 26. Feb 2016

Ich erinnere mich an eine Erhebung, nach der Angestellte zwischen 60% und 80% ihrer...

bentol 23. Feb 2016

+1 Ich schätze hier im Forum gerade die Diversität und die Objektivität. Und einige der...

Pete Sabacker 21. Feb 2016

Und da soll mal einer behaupten, der Mann war kein Genie. Gebaut haben's Andere...

divStar 19. Feb 2016

Jeder, der ein wenig Zeit hat (ein paar Stunden) und eine gute Geschichte zu dem Thema...


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