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Autismus-Bild wandelt sich nur langsam

Lange galt Autismus ausschließlich als Krankheit, die behandelt werden muss. Boehm hat dafür wenig Verständnis. "Asperger ist eine neurologische Variante", sagt er. "Nur: Es macht etwas mit dem Betroffenen, es macht anders, und dieses Anders-sein, das behindert." Das Bild wandelt sich, aber nur langsam. Viele Unternehmen tun sich bis heute schwer, sich auf Menschen mit Asperger einzustellen.

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Auticon versucht, den Wandel mit kleinen Schritten zu erreichen: Indem man die Stärken in den Vordergrund stellt und den Unternehmen erklärt, dass sich der Mehraufwand lohnt. Dass die Berater vielleicht ein Einzelbüro brauchen, klare Absprachen und nicht gut mit ständigen Veränderungen umgehen können - dafür aber ihre Aufgaben mit einer Gründlichkeit erledigen, die Nicht-Autisten abgeht.

Keine Hilfsorganisation

Als Auticon 2011 öffnete, hatte die Firma eine einzige Niederlassung in Berlin. Heute gibt es Zweigstellen in München, Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart und Hamburg. 77 Mitarbeiter arbeiten dort für Auticon, 51 davon sind Autisten. Mittlerweile finanziert sich das Unternehmen zu 90 Prozent selbst, nur zehn Prozent der Einnahmen kommen noch aus öffentlichen Fördertöpfen. Zu den Kunden gehören große Unternehmen wie die Telekom, Siemens, die Hypovereinsbank und die BayernLB.

Die Firma versteht sich nicht als Hilfsorganisation. Sie ist nicht gemeinnützig, sondern will Gewinn erwirtschaften, um damit weitere Projekte zu finanzieren. Das Konzept geht auf. Dieses Jahr wird Auticon voraussichtlich zum ersten Mal schwarze Zahlen schreiben, nächstes Jahr sollen Büros in London und Paris eröffnet werden. "Wir sind davon überzeugt, dass unsere Mitarbeiter mindestens ebenso gute Arbeit leisten wie Nicht-Autisten - in manchen Bereichen sogar bessere", heißt es auf der Webseite. Warum also sollten sie nicht genauso bezahlt werden, fragt Mitarbeiter Jürgen Ferner.

Ferner arbeitet als Job-Coach bei der Niederlassung in München. Job-Coaches betreuen das Auswahlverfahren und sind eine Art Brücke zwischen Beratern und Kunden. Sie erklären den Unternehmen, worauf sie vorbereitet sein müssen, und vermitteln, wenn es Probleme gibt. Ferner hat das nicht gelernt, er hat früher im Vertrieb gearbeitet und kam eher zufällig zu Auticon. Ein Nachteil war das nicht. Wichtiger als die Ausbildung ist dem Unternehmen die Persönlichkeit der Job-Coaches. Sie müssten eine ruhige Ausstrahlung mitbringen und "klar, einfach und logisch kommunizieren können", heißt es auf der Webseite.

Ferner kann das, doch einfach ist sein Job trotzdem nicht. Oft gelingt es ihm zu vermitteln, wenn einer der Berater nicht im Großraumbüro arbeiten kann oder stets am gleichen Platz sitzen will. Er erklärt den Kunden dann, warum grelles Licht, Lärm und jede Art von Veränderung Stress für Autisten bedeuten. Meist gelinge das ganz gut, sagt Ferner: "Viele Kunden sagen sogar, dass sich durch die Auticon-Mitarbeiter die Kommunikation im Team verbessert. Alle drücken sich klarer aus."

Aber es gibt auch die anderen Fälle, Situationen, in denen seine Vermittlungsversuche scheitern. Als sich ein Kunde beschwerte, ein Berater käme stets in den gleichen Klamotten zur Arbeit, musste er die Botschaft übermitteln. Ferner traf nicht den richtigen Ton, der Berater war verletzt und tauchte beim Kunden nicht mehr auf. Auch das habe er gelernt, sagt Ferner heute: "Die Wortwahl ist extrem wichtig."

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motzerator 26. Feb 2016

Davon bekommt man eben wenig mit. Man ist für diese Dinge nicht komplett blind, aber...

Strassenflirt 26. Feb 2016

Ich erinnere mich an eine Erhebung, nach der Angestellte zwischen 60% und 80% ihrer...

bentol 23. Feb 2016

+1 Ich schätze hier im Forum gerade die Diversität und die Objektivität. Und einige der...

Pete Sabacker 21. Feb 2016

Und da soll mal einer behaupten, der Mann war kein Genie. Gebaut haben's Andere...

divStar 19. Feb 2016

Jeder, der ein wenig Zeit hat (ein paar Stunden) und eine gute Geschichte zu dem Thema...


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