IT-Systemhaus der Bundeswehr: Vom "Admin für alles" zum Spezialisten

Nach einem typischen Admin-Job arbeitet IT-Experte Stephan Raaf nun für das IT-Systemhaus der Bundeswehr - mit mehr Fokus bei der BWI.

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Der Weg vom Generalisten zum Spezialisten ist oft nicht allzu weit. (Symbolbild)
Der Weg vom Generalisten zum Spezialisten ist oft nicht allzu weit. (Symbolbild) (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)

Vom Systemadministrator zum System Engineer: Berufe in der IT sind vielseitig mit stets neuen Herausforderungen. Die Bundesgesellschaft BWI GmbH als IT-Dienstleister für Bundeswehr und Bund ist für System Engineer Stephan Raaf ein interessanter Arbeitgeber. Dabei ist es nicht immer einfach, sind Kunden wie die Bundeswehr in ihren Anforderungen doch recht speziell.

Inhalt:
  1. IT-Systemhaus der Bundeswehr: Vom "Admin für alles" zum Spezialisten
  2. Vom Padawan zum Meister

Gerade, wenn es um Datensicherheit, Hochverfügbarkeit, Redundanz und Security geht, stellt das Militär besonders strikte Anforderungen. Raaf selbst sind solche Anforderungen bereits aus seinem vorherigen Job bekannt. Der IT-Experte kommt aus dem Gesundheitswesen und arbeitet seit 2021 bei der BWI für Kunden wie die Bundeswehr. "Die Hochverfügbarkeit und die Security waren auch in meinem alten Job immer wichtig", sagt er. "Ich merke da keinen Unterschied: Beide Bereiche sind hochsensibel und arbeiten mit kritischen Informationen."

Stephan Raaf ist Teil eines Teams von 50 Leuten, die sich mit dem Thema Datenverschlüsselung für diverse Kunden - darunter die Bundeswehr - beschäftigen. Im konkreten Beispiel ist das Team für fünf Tage in der Woche und innerhalb einer Kernarbeitszeit stets ansprechbar. Rufbereitschaft gehört allerdings ebenfalls dazu: Dort steht jeweils ein Mitarbeiter aus dem Fachbereich neben der eigentlichen Kernarbeitszeit jederzeit zur Verfügung.

Rund um die Uhr auf Rufbereitschaft

So stellt das Systemhaus auch Support bereit, wenn die Bundeswehr im Feld Probleme mit IT-Equipment bekommt, welches von der BWI betreut wird. Ein eigenes Hochverfügbarkeitsteam steht dafür zur Verfügung. Raafs Team, das sich innerhalb der Datenverschlüsselung auf weitere Felder spezialisiert, ist in eine Rufbereitschaft noch nicht eingebunden. Es liegt an ihm und seinem Team, den E-Mail-Verkehr der Kunden sicher zu halten und bei Bedarf auf Fragen und Probleme zu reagieren.

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Probleme und Projekte werden, wie bei vielen anderen Unternehmen, in ein dediziertes Support-Ticket-System eingetragen. Darauf haben etwa der First- und Second-Level-Support Zugriff. Was Raaf anfangs positiv überraschte: Offenbar wird möglichst auf Workarounds verzichtet. Stattdessen soll eine Lösung zusammen mit den Herstellern einer Software erarbeitet werden. Ansätze und Fachwissen werden anschließend in einem internen Wiki gepflegt. Dokumentation ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit, auch wenn diese nicht immer spannend sein muss.

Die doch sehr starke Spezialisierung auf ein Kernthema ist für Raaf neu. "Am Anfang ist gerade das Thema Verschlüsselung doch recht abstrakt", sagt er. "Man weiß zwar, wie das grundsätzlich funktioniert. Wenn man dann aber die ersten Kundenprobleme sieht, gerade im Bereich der Zertifikate im E-Mail-Bereich, wird es schnell komplex. Da musste ich mich erst einmal reinfuchsen."

Zuvor arbeitete er als typischer Systemadministrator, als Experte für alles. Raaf war entsprechend für die gesamte IT-Infrastruktur seines Arbeitgebers zuständig, musste Programme warten, Probleme lösen, Server, Clients und Netzwerke betreuen. "Ich bin vom Generalisten zum Spezialisten geworden", sagt er.

Die Kunst der Gehaltsverhandlung

"Aus Fehlern lernt man"

Auf seinem Werdegang zum Spezialisten ist Raaf teils in unangenehme Situationen geraten. Er erinnert sich an einen speziellen Fall, in dem er das IT-Inventar eines Ex-Arbeitgebers aufräumte. Dabei war er etwas zu gründlich und löschte einen Server, der nicht zugeordnet werden konnte und obsolet erschien. Einige Zeit später klingelte das Telefon und der IT-Admin erfuhr von seinem Fehler. Offenbar war das zuvor gelöschte System für den Betrieb wichtiger Dienste erforderlich.

Zum Glück konnte Raaf zu diesem Zeitpunkt auf ein gepflegtes Backup-System zurückgreifen. "Der Fehler wurde in zwei Stunden behoben", sagt er. "Der zuständige Abteilungsleiter beruhigte mich. Aus Fehlern lernt man". Tatsächlich traf das in diesem Fall wirklich zu: Fortan verbesserte Raaf die Dokumentation der Server-Infrastruktur und die Benennung einzelner virtueller Maschinen. Fehler wie diese sind eben sehr einprägsam.

Die BWI legt Wert darauf, dass alle Teammitglieder in vielen Bereichen zumindest unterstützend mitwirken können und jedes Mitglied gleichwertig gutes Fachwissen in diversen Themen vorweisen kann - auch wenn diese sich eigentlich auf ein Gebiet spezialisieren.

Und wie es sich für ein Team aus IT-Experten gehört, dürfen dort die Star-Wars-Referenzen nicht fehlen: "Vom Padawan zum Meister" heißt es in einem Spruch, der gern intern genutzt wird.

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Vom Padawan zum Meister 
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PSmith 22. Mär 2022

Also ich habe ehemalige Studienkollegen, die sich da mal vor wenigen Jahren beworben...

Landorin 21. Mär 2022

Hatte hatte auch mal so einen Fall. Chef war kein ITler, mischte sich aber überall ein...

Vigilante 21. Mär 2022

Man kann fast alles durch Weiterbildung erreichen nur bist du nicht automatisch ein...



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