IT-Studium: Zeigt mehr Frauen!

Der Anteil von Studentinnen ist in den meisten IT-Fächern immer noch niedrig. Wie können Hochschulen Bewerberinnen besser erreichen und überzeugen?

Artikel von Juliane Gringer veröffentlicht am
Studentinnen an der FU Berlin
Studentinnen an der FU Berlin (Bild: Hannibal Hanschke/Reuters)

Wer Frauen in der IT zählt, muss keine hohen Zahlen beherrschen: Nur 13 Prozent der Studierenden im Fach Ingenieurinformatik/Technische Informatik sind Frauen, die reine Informatik kommt auf 17 Prozent und in den IT-Abteilungen deutscher Unternehmen sind auch nicht mehr als 10 Prozent der Mitarbeiter weiblich. Die Hochschulen versuchen seit Jahren vergeblich, in den relevanten Fächern mehr Studentinnen zu gewinnen. Dabei ist die Lösung vielleicht ganz einfach: Hochschulen müssen potenziellen Bewerberinnen ein genaues Bild ihrer Angebote vermitteln - und ihnen vor allem Vorbilder geben.

Inhalt:
  1. IT-Studium: Zeigt mehr Frauen!
  2. Mädchen interessieren sich für MINT

"Die Universitäten müssen junge Frauen, die sich über ein Studium informieren, gezielter ansprechen", sagt Isabel Roessler, Leiterin des vom BMBF geförderten Projekts FRUIT - Frauen in der IT, das passende Handlungsempfehlungen für Hochschulen im Bereich Informationstechnologie entwickelt. "Zum einen kann das gelingen, indem man weibliche Vorbilder und Mitstreiter präsentiert: Die Hochschulen müssen schlichtweg zeigen, dass schon Frauen bei ihnen studieren."

Zum anderen kann der Mangel an Informationen im richtigen Moment Interessentinnen ausbremsen: Beim CHE-Hochschulranking wurden 25.000 Studierende aus Fächern wie Mathematik, Biologie oder Medizin gefragt, ob sie auch ein Informatikstudium für sich in Betracht gezogen hätten. 41 Prozent der Frauen, die das bejahten, hatten sich trotzdem dagegen entschieden, weil sie sich unsicher darüber waren, ob ihnen die Studieninhalte zusagen würden. Ihrer Erfahrung nach sei es für Frauen besonders wichtig zu wissen, wie genau ein Studiengang aufgebaut ist, sagt Roessler: "Sie wollen vorab wissen, ob sie sich in einem Fach wohlfühlen werden. Dazu brauchen sie konkrete Informationen über Inhalte, Lehrformate und den Praxisbezug, aber auch darüber, wie viel Flexibilität möglich ist. Wenn man versäumt, das alles zu kommunizieren, verliert man viele potenzielle Bewerberinnen."

Isabel Roessler hat mit vielen Studenten darüber gesprochen, was sie von der Informatik abgehalten hat - oder in ihr hält. Im Sommer soll die Auswertung dieser Interviews erscheinen. Roessler sieht klare Unterschiede in den Ansprüchen von männlichen und weiblichen Bewerbern: "Männlichen Studenten sind in der Regel berufliche Chancen wichtig, Studentinnen wollen eher eine angenehme Atmosphäre, sie wünschen sich Unterstützung und ein gutes Miteinander. Sicher sind solche Themen auch immer stark subjektiv gefärbt, aber es zeigt: Wenn man Frauen adressieren will, muss man anders kommunizieren."

Frauen brauchen Vorbilder und Inhalte

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Dabei ist die Gestaltung der Uni-Website besonders wichtig. Laut Romy Morana, Professorin in der Umweltinformatik der HTW und dezentrale Frauenbeauftragte in ihrem Fachbereich, informieren sich die meisten Interessenten über die Webseiten der Hochschule über deren Angebote. "Und wenn dann das Studium, seine Inhalte und die zukünftigen Berufsfelder so aussehen, dass eine Frau sich das für sich vorstellen kann, hat man in jedem Fall bessere Chancen. Es muss klar werden, dass die Frauen in dem Studium nicht allein sind - denn wer will das schon sein." Manche Universitäten bieten daher sogar reine Frauenstudiengänge, zum Beispiel die HTW ein Bachelor-Studium Wirtschaft und Informatik.

Nicola Marsden aus dem Vorstand des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleichheit sieht ebenfalls in der Darstellung eines Fachs einen großen Hebel: "Es wird ja kaum jemand mit einem ausgeprägten Interesse für Medizintechnik geboren", sagt Marsden. "Vielmehr fragen sich junge Erwachsene in der Berufsfindungsphase, was für ein Leben sie sich vorstellen und ob sie in einem bestimmten beruflichen Kontext ihre Zukunft sehen. Für eine Frau ist dann besonders wichtig, dass sie ein Bild davon bekommt, ob sie beispielsweise Ingenieurin oder auch erst mal Studentin in dem Bereich sein kann und trotzdem weiblich sein darf - oder ob das soziale Rollen sind, die in der Realität nicht zusammenpassen. Deshalb sind Vorbilder so entscheidend: Frauen müssen sehen, dass es andere Frauen gibt, die diese Rollen bereits erfolgreich verknüpfen."

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Anonymer Nutzer 11. Mär 2018

eine ordentliche klempnerin kennen lernen!

HubertHans 09. Mär 2018

https://www.v6.facebook.com/PsychoWelt/videos/828097660706719/

Icestorm 09. Mär 2018

Du willst also den Menschen sagen, sie wäre nicht mündig genug, ihre Berufswahl selbst...

Icestorm 09. Mär 2018

Vielleicht kommen mehr Frauen Vielleicht kommen mehr Jungs weil sie meinen, da gäbs geile...

leed 09. Mär 2018

Interesse ist ja ein treffendes Stichwort. Bis Ende 90er Jahre kannte ich nur wenige...



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