IT-Studium: Informatikstudiengänge haben zu wenig Professoren

Trotz wachsendem Interesse an der Informatik werden kaum mehr Professoren und Lehrkräfte eingestellt. Die Hochschulen müssten selbst mehr tun, um wissenschaftlichen Nachwuchs zu halten.

Artikel veröffentlicht am ,
Studenten an der FU Berlin
Studenten an der FU Berlin (Bild: FU Berlin/Peter Himsel)

Das Interesse junger Menschen an einem Informatikstudium wächst, in den Studiengängen gibt es aber kaum zusätzliche Professoren und Lehrkräfte. Das zeigt eine neue Untersuchung des Stifterverbands für die deutsche Wissenschaft, die der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vorliegt. Die Zahl der Studienanfänger im Fach Informatik hat sich der Studie zufolge in fünf Jahren um fast 20 Prozent erhöht, von 28.000 im Wintersemester 2011/12 auf 33.400 im Wintersemester 2016/17. Die Zahl hauptberuflicher Informatikprofessoren stieg im selben Zeitraum aber nur um gut 8 Prozent auf 2.652 Professoren.

Stellenmarkt
  1. Teamleiter*in Embedded Systems und Services
    SENEC GmbH, Leipzig, Home-Office
  2. Informatiker/in (FH) (m/w/d)
    Ruhrverband, Essen
Detailsuche

Da demgegenüber in anderen Fachbereichen Stellen aufgebaut wurden, ging der Anteil der Informatiker am gesamten Hochschulpersonal laut Stifterverband sogar von 4 auf 3,8 Prozent zurück.

Der Stifterverband, der von namhaften Unternehmen und Stiftungen getragen wird, sieht hierin ein Alarmzeichen. "Die Anstrengungen der letzten fünf Jahre reichen bei weitem nicht aus", sagte der stellvertretende Generalsekretär des Verbands, Volker Meyer-Guckel, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. "Statt Stagnation brauchen wir mehr wissenschaftliches Personal und Bildungsangebote - und vor allem müssen wir die Zahl der Absolventen in der Informatik weiter deutlich erhöhen", fordert er. Eine Erklärung für den schleppenden Personalaufbau ist laut Stifterverband, dass die Hochschulen in Konkurrenz zu den Unternehmen stehen, die mit hohen Gehältern um Informatiker werben. Allerdings müssten die Hochschulen auch selbst mehr tun, um wissenschaftlichen Nachwuchs zu halten, betonte Studienautor Mathias Winde.

Besonders wenig Informatikprofessoren im Osten

Besonders ungünstig ist die Entwicklung in den östlichen Bundesländern, wie die Studie unter dem Titel Ländercheck Informatik zeigt: Dort ging die Zahl der Informatikprofessoren an den meisten Hochschulen sogar zurück, in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sogar um mehr als 20 Prozent. Nur Sachsen ist im Osten eine Ausnahme: Dort konnten die Informatikstudiengänge ihr wissenschaftliches Personal in den fünf Jahren um 19,8 Prozent aufstocken. Noch stärkere Zuwächse verzeichnet der Stifterverband für Schleswig-Holstein (plus 26,6 Prozent), Nordrhein-Westfalen (24 Prozent), Hessen (22,5 Prozent) und Bayern (19,8 Prozent). Nordrhein-Westfalen schneidet in dem Vergleich trotzdem nur mäßig ab, weil dort rechnerisch auf einen Informatikprofessor immer noch 153 Studenten kommen, im Durchschnitt aller 16 Bundesländer sind es 78.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


MarcoW75 25. Sep 2021

Leider ist das Problem mit den inkompetenten Dozenten auch in der Erwachsenenbildung...

aLpenbog 23. Mai 2018

Aber das ist doch unfair denen gegenüber, die nix auf dem Kasten haben oder einfach...

a user 23. Mai 2018

Das hat nichts mit rigoros rausfiltern zu tun. Ein Studium an der Uni (egal welches...

a user 23. Mai 2018

Iich hatte 46k als Doktorand der Informatik. Eignestiegen bin ich dann mit 55k, nach...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Hacking
Der Bad-USB-Stick Rubber Ducky wird noch gefährlicher

Mit einer neuen Version des Bad-USB-Sticks Rubber Ducky lassen sich Rechner noch leichter angreifen und neuerdings auch heimlich Daten ausleiten.

Hacking: Der Bad-USB-Stick Rubber Ducky wird noch gefährlicher
Artikel
  1. Sprachanschlüsse: Telekom erhöht die Preise
    Sprachanschlüsse
    Telekom erhöht die Preise

    Wer nur telefonieren will, muss bei der Telekom etwas mehr zahlen. Das betrifft die Call-Start-Tarife.

  2. E-Mountainbike Graveler 29 Zoll: Aldi verkauft Mountain-E-Bike von Prophete
    E-Mountainbike Graveler 29 Zoll
    Aldi verkauft Mountain-E-Bike von Prophete

    Aldi bietet ein sportliches E-Bike für knapp 1.000 Euro an. Das Graveler 29 Zoll ist für unwegsames Gelände und die Stadt gedacht und dabei recht leicht.

  3. Der Herr der Ringe: Filme, Spiele und Sauron-Quietscheentchen
    Der Herr der Ringe
    Filme, Spiele und Sauron-Quietscheentchen

    Abgesehen von den Buchrechten bekommt Mittelerde einen neuen Besitzer. Golem.de stellt schöne und schräge Lizenzprodukte vor.
    Von Peter Steinlechner

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • 10%-Gaming-Gutschein bei eBay • Grafikkarten zu Tiefpreisen (Palit RTX 3090 Ti 1.391,98€, Zotac RTX 3090 1.298,99€, MSI RTX 3080 Ti 1.059€) • PS5 bei Amazon • HP HyperX Gaming-Maus 29€ statt 99€ • MindStar (ASRock RX 6900XT 869€) • Bester 2.000€-Gaming-PC [Werbung]
    •  /