Abo
  • Services:
Anzeige
Eintrittsplaketten der Troopers-Konferenz
Eintrittsplaketten der Troopers-Konferenz (Bild: Jörg Thoma/Golem.de)

Troopers: Ruhe bewahren im Cyberkriegsgetümmel

Eintrittsplaketten der Troopers-Konferenz
Eintrittsplaketten der Troopers-Konferenz (Bild: Jörg Thoma/Golem.de)

Die Teilnehmer der IT-Sicherheitskonferenz Troopers13 sehen sich als Kämpfer an zwei Fronten. Die Gegner: Kriminelle im Netz und diejenigen, die Angst schüren, um daraus Profit zu schlagen. Sie wollen aufklären statt aufregen.

Troopers - Soldaten - nennt sich die IT-Sicherheitskonferenz, auf der sich seit sechs Jahren jährlich Experten treffen, nicht zufällig: Die Teilnehmer sehen sich als Kämpfer gegen Angriffe aus dem Netz, aber auch gegen die Desinformationspolitik einiger Unternehmen, Militärangehöriger oder Politiker, die mit überzogenen Meldungen bewusst Angst schürten. Den Kampf gewinnen wollen die Gäste und Redner, die aus Europa, Brasilien, den USA und Korea zu der Konferenz vom 11. bis zum 15. März 2013 nach Heidelberg kamen, jedoch nicht mit kriegerischen Auseinandersetzungen, sondern mit Aufklärung.

Anzeige

Mit Hilfe der Medien würden Bedrohungen aufgebauscht, argumentieren sie. Davon profitierten beispielsweise Rüstungsunternehmen, die angesichts schwindender Waffengeschäfte das Netz als neue Bedrohung und als Einnahmequelle sehen. Die Konferenz will das anhand konkreter Beispiele aufzeigen und so der allgemeinen Aufregung entgegenwirken. Fast alle Vorträge deckten nicht nur Mängel in Geräten, Software und Netzwerken auf, sondern lieferten auch gleich sinnvolle Gegenmaßnahmen. Und auch, dass die Teilnehmerzahl auf 300 Gäste begrenzt wurde, obwohl Troopers13 erstmals ausverkauft war, soll eine Überbewertung des Themas vermeiden. Das sei Troopers, sagte ein Teilnehmer: "Wir sind hier, um zu lernen und nicht Paranoia zu verbreiten."

Bedrohung aus dem Netz wird überdramatisiert

So kritisierte der Brasilianer Rodrigo Rubira Branco den aktuellen Bericht des IT-Sicherheitsunternehmens Mandiant, der abermals von einer zunehmenden Bedrohung aus dem asiatischen Raum (Asian Pacific Threat, APT) spricht. Die Bedrohung habe nicht so dramatisch zugenommen wie behauptet und mangels eindeutiger Zuordnung (Attribution) könnten die im Mandiant-Bericht aufgestellten Behauptungen kaum bewiesen werden, sagte Rubira Branco.

Die zahlreich im Netz verbreiteten Karten, die angeblich Angriffe in Echtzeit zeigen, seien ein gutes Beispiel dafür, wie Netzwerkangriffe unterschiedlich interpretiert würden, sagte Rubira Branco. Sie zeigten mitunter völlig unterschiedliche Bilder, weil sie auch harmlose Zugriffe protokollieren.

Dieser Ansicht sind auch die beiden Sprecher Felix "FX" Lindner vom Chaos Computer Club und Robert M. Lee, Computerexperte bei der US Air Force. Es müsse stärker berücksichtigt werden, dass der Ursprung der Angriffe gar nicht eindeutig festgestellt werden könne, sagten sie. Fehlalarme habe es bereits in der Vergangenheit mehrfach gegeben, die zudem leicht nachzuweisen gewesen wären. Dass Nordkorea in der Vergangenheit für breitgefächerte DDoS-Angriffe verantwortlich gemacht worden sei, sei "ein Witz", sagte FX. Schon die dafür benötigte Infrastruktur habe Nordkorea gar nicht.

Angreifer in die Defensive drängen

Schuldzuweisungen gegen Nutzer seien ebenfalls nicht angebracht, sagte der US-Amerikaner Chris Nickerson, der die zweite Keynote-Ansprache hielt. Sicherheitsexperten oder Netzwerkadministratoren müssten stattdessen selbst bessere Arbeit leisten.

Letztendlich seien nicht nur die Anwender schuld, wenn Malware in Firmen Daten ausspioniere, sondern mangelnde Sicherheitsvorkehrungen. Den perfekten aufmerksamen Mitarbeiter gebe es nicht, das habe die Vergangenheit gezeigt.

Java sei ein gutes Beispiel dafür, dass große Unternehmen der Bedrohung aus dem Netz nicht mehr genügend Priorität zumessen würden, sagt Rubira Branco. Der Name der Programmiersprache stehe inzwischen nur noch für "Just another vulnerability annoucement", witzelte er. Würden diese Unternehmen ihre Software besser patchen, wäre die Bedrohung aus dem Netz weitaus geringer.

Statt von einer zunehmenden nationalen Bedrohung zu sprechen und deshalb auf Angriff zu setzen, müssten Sicherheitsexperten ihre Techniken verbessern, um gegen Kriminelle im Netz vorzugehen - eine nach wie vor reale und zunehmend professionelle Bedrohung, so die einhellige Meinung.

Sicherheitsexperten müssten den Angreifern immer einen Schritt voraus sein, sie in die Defensive drängen, erklärte Nickerson. Sicherheit sei in den vergangenen Jahren zu sehr vernachlässigt worden. Das nutzten Kriminelle jetzt aus. So wurde die Sprache doch noch - passend zum Namen der Konferenz - kriegerisch: Es gelte "verlorenes Terrain wieder zurückzugewinnen", sagte Nickerson.


eye home zur Startseite
flouSH 18. Mär 2013

Die Message von Rodrigo's Keynote ging ja noch weit ueber die hier im Artikel genannten...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen
  2. über Staff Gmbh, München (Home-Office möglich)
  3. über Hanseatisches Personalkontor Mannheim, Mannheim
  4. Robert Bosch GmbH, Stuttgart-Feuerbach


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 6,99€
  2. 27,99€
  3. 6,99€

Folgen Sie uns
       

Anzeige
Whitepaper
  1. Globale SAP-Anwendungsunterstützung durch Outsourcing
  2. Praxiseinsatz, Nutzen und Grenzen von Hadoop und Data Lakes


  1. LTE

    Telekom führt Narrowband-IoT-Netz in Deutschland ein

  2. Deep Learning

    Wenn die KI besser prügelt als Menschen

  3. Firepower 2100

    Cisco stellt Firewall für KMU-Bereich vor

  4. Autonomes Fahren

    Briten verlieren Versicherungsschutz ohne Software-Update

  5. Kollisionsangriff

    Hashfunktion SHA-1 gebrochen

  6. AVM

    Fritzbox für Super Vectoring weiter nicht verfügbar

  7. Nintendo Switch eingeschaltet

    Zerstückelte Konsole und gigantisches Handheld

  8. Trappist-1

    Der Zwerg und die sieben Planeten

  9. Botnetz

    Wie Mirai Windows als Sprungbrett nutzt

  10. Server

    IBM stellt Komplettsystem für kleine Unternehmen vor



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Limux: Die tragische Geschichte eines Leuchtturm-Projekts
Limux
Die tragische Geschichte eines Leuchtturm-Projekts
  1. Limux München prüft Rückkehr zu Windows
  2. Limux-Projekt Windows könnte München mehr als sechs Millionen Euro kosten
  3. Limux Münchner Stadtrat ignoriert selbst beauftragte Studie

Wacoms Intuos Pro Paper im Test: Weg mit digital, her mit Stift und Papier!
Wacoms Intuos Pro Paper im Test
Weg mit digital, her mit Stift und Papier!
  1. Wacom Brainwave Ein Graph sagt mehr als tausend Worte
  2. Canvas Dells Stift-Tablet bedient sich bei Microsoft und Wacom
  3. Intuos Pro Wacom verbindet Zeichentablet mit echtem Papier

Bundesnetzagentur: Puppenverbot gefährdet das Smart Home und Bastler
Bundesnetzagentur
Puppenverbot gefährdet das Smart Home und Bastler
  1. My Friend Cayla Eltern müssen Puppen ihrer Kinder zerstören
  2. Matoi Imagno Wenn die Holzklötzchen zu dir sprechen
  3. Smart Gurlz Programmieren lernen mit Puppen

  1. Re: Interessanter Aspekt

    Linkk | 17:28

  2. Re: die sollen sich

    Moe479 | 17:28

  3. Re: Fachinformatiker = Taxidiplom

    theonlyone | 17:28

  4. Re: Und plötzlich, alles voller Viren

    FreiGeistler | 17:28

  5. Re: Kann man die Konsole nicht in beide...

    datenmuell | 17:28


  1. 17:26

  2. 16:41

  3. 16:28

  4. 15:45

  5. 15:26

  6. 15:13

  7. 15:04

  8. 14:19


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel