IT-Sicherheit: SWIFT-Hack vermutlich größer als bislang angenommen

Nach Banken in Bangladesch und Vietnam sollen jetzt auch weitere Geldhäuser im SWIFT-Verbund gezielt angegriffen worden sein. Die verwendete Malware weist große Ähnlichkeiten auf. Das Unternehmen Fireeye untersucht die Vorgänge.

Artikel veröffentlicht am ,
Das SWIFT-Logo
Das SWIFT-Logo (Bild: Carlo Allegri/Reuters)

Die Angriffe auf Banken innerhalb des SWIFT-Finanznetzwerks sind offenbar zahlreicher, als bislang angenommen. Medienberichten zufolge sollen mindestens zwölf weitere Geldhäuser auf mögliche Hacks untersucht werden.

Begonnen hatte die Serie mit Angriffen auf die Zentralbank von Bangladesch, die ihre Netzwerke nur mit 10 US-Dollar teuren gebrauchten Routern verwaltete und auf eine Firewall ganz verzichtete. Die Angreifer konnten dort ursprünglich fast eine Milliarde US-Dollar illegal transferieren, erst ein Rechtschreibfehler sorgte bei den Prüfern für Aufsehen. Einige Transaktionen wurden gestoppt, doch der Schaden soll trotzdem rund 80 Millionen US-Dollar betragen. Die Zentralbank hat unterdessen die Sicherheitsfirma Fireeye mit der Untersuchung der Vorfälle und der Absicherung des Netzwerks beauftragt.

Fireeye soll jetzt von zahlreichen weiteren Banken kontaktiert worden sein, unter anderem aus Neuseeland und den Philippinen. Diese befürchten, dass ähnliche Angriffe bei ihnen stattgefunden hätten. Bislang ist aber nicht klar, ob das tatsächlich der Fall ist. SWIFT selbst sagt dazu, dass die Banken ihre eigene IT-Sicherheit überprüfen sollen.

Symantec entdeckt gleiche Malware

Die Sicherheitsfirma Symantec erklärt in einem Blogpost, dass die bei dem Hack verwendete Malware auch bei anderen Banken gefunden wurde. Darunter ist ein Trojaner mit dem Namen Trojan.Banswift, der für die Manipulation von ausgedruckten Bestätigungen verwendet wurde. Auf den Belegen wurden die Ziele der Überweisungen geändert, um die illegalen Transaktionen zu verschleiern. Der Trojaner sei jetzt bei verschiedenen Banken in Südostasien gefunden worden.

Die Malware überschreibt die ursprüngliche Datei bis zu sechs Mal, offenbar um einfache Versionierungssysteme zu überlisten. In einigen Fällen werden direkt die Ausdrucke manipuliert, in anderen Fällen die abgelegten PDF-Dateien.

Symantec schreibt außerdem, dass auch die Banco dell Austro aus Ecuador von Angriffen betroffen war, dort sollen 12 Millionen US-Dollar entwendet worden sein. Auch in diesem Fall wurden SWIFT-Überweisungen manipuliert.

SWIFT selbst bleibt bislang wenig übrig, als immer wieder an die Banken zu appellieren, ihre eigene IT-Sicherheit zu verbessern. Die Angriffe zeigen, dass Kriminelle gezielt die schwächsten Akteure angreifen, um illegale Transaktionen zu tätigen. Ähnlich ist es beim Kreditkartenbetrug. Kriminelle nutzten gefälschte Karten einer südafrikanischen Bank, um in Japan Bargeld im Wert von 12 Millionen US-Dollar abzuheben.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


v2nc 29. Mai 2016

Haben die doch schon längst auf viele Konten verteilt und dann abgehoben.

havok2 27. Mai 2016

Zwei Mrd. Transfer nach Nirgendwo - okay Transfer an Mas Muxermann - WFT?!

cpt.dirk 27. Mai 2016

Klar, wo tausende Menschen auf offener Straße verhungern, kann es schon sein, dass sich...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Star Wars
Holiday Special jetzt in 4K mit 60 fps

Eine bessere Story bekommt der legendär schlechte Film dadurch leider nicht. Bis heute lieben ihn einige Fans aber vor allem wegen seiner Absurdität.

Star Wars: Holiday Special jetzt in 4K mit 60 fps
Artikel
  1. Lohn und Gehalt: OpenAI-Entwickler verdienen bis zu 800.000 US-Dollar im Jahr
    Lohn und Gehalt
    OpenAI-Entwickler verdienen bis zu 800.000 US-Dollar im Jahr

    Die Firma hinter Chat-GPT zahlt im Vergleich zu Unternehmen wie Nvidia besonders gut. Erfahrene Forscher und Entwickler auf dem Gebiet sind Mangelware.

  2. Software-Probleme: Elektrischer Chevy Blazer mit Verkaufsstopp belegt
    Software-Probleme
    Elektrischer Chevy Blazer mit Verkaufsstopp belegt

    Chevrolet hat einen Verkaufsstopp für sein neues Elektro-SUV Blazer verhängt, weil die Besitzer zahlreiche Softwareprobleme gemeldet haben.

  3. USA: Vertikale Agri-Photovoltaik lässt weiterhin Feldnutzung zu
    USA
    Vertikale Agri-Photovoltaik lässt weiterhin Feldnutzung zu

    Das US-Solarunternehmen iSun und der deutschen Agrivoltaik-Firma Next2Sun bauen in den USA eine Solaranlage mit vertikal aufgestellten Solarmodulen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • Crucial P5 Plus 2 TB mit Kühlkörper 114,99€ • Crucial Pro 32 GB DDR5-5600 79,99€ • Logitech G915 TKL LIGHTSYNC RGB 125,11€ • Anthem PC 0,99€ • Wochenendknaller bei MediaMarkt • MindStar: Patriot Viper VENOM 64 GB DDR5-6000 159€, XFX RX 7900 XT Speedster MERC 310 Black 789€ [Werbung]
    •  /