IT-Sicherheit: So unsicher sind die US-Wahlen

Wahlen gelten in den USA seit 2017 als "kritische Infrastruktur". Dafür zu sorgen, dass sie vor Hackerangriffen geschützt werden, hat also höchste Priorität. Doch nach wie vor sind Wahlcomputer schlecht geschützt.

Artikel von Hakan Tanriverdi/Sueddeutsche.de veröffentlicht am
Anders als in Deutschland sind Wahlcomputer in den USA weit verbreitet.
Anders als in Deutschland sind Wahlcomputer in den USA weit verbreitet. (Bild: Hyungwon Kang/Reuters)

Dass die Russen kommen, ist ziemlich unwahrscheinlich geworden. Von jenen Propagandatricks, die mehr als 100 Millionen Facebook-Nutzer in den USA vor der Präsidentschaftswahl 2016 zu Gesicht bekommen hatten, ist vor den Zwischenwahlen an diesem Dienstag wenig zu sehen.

Inhalt:
  1. IT-Sicherheit: So unsicher sind die US-Wahlen
  2. Noch sind die Wahlen sehr schlecht abgesichert

Wo sind die Russen?, fragte die New York Times also kürzlich und gab selbst eine Antwort. "Viele Experten gehen davon aus, dass der russische Präsident Wladimir Putin diese Wahl aussitzt." Zu komplex seien die Midterms, um sie zielgenau zu manipulieren.

Das Wall Street Journal schrieb, dass die USA viele Lektionen aus der Wahlkampf-Manipulation 2016 gezogen hätten. Cybersicherheits-Trainings gehören dazu ebenso wie ein reger Austausch über das Thema zwischen 1.300 der Personen, die auf lokaler Ebene für Wahlen zuständig sind. Eine weitere Lektion: Wahlen gelten in den USA seit 2017 als "kritische Infrastruktur". Dafür zu sorgen, dass sie vor Hackerangriffen geschützt werden, hat also höchste Priorität.

Die Zeitung Boston Globe berichtete, dass es 160 Vorfälle seit 1. August gegeben habe, die als election meddling bezeichnet werden, als Einmischung also. Doch die Zahlen seien auch deshalb so hoch, weil die Verteidigung so gut sei, merkte ein Pressesprecher des Ministeriums für Heimatschutz an. Die Angriffe seien schließlich aufgefallen.

Zwei Wege, um eine Wahl zu manipulieren

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Allerdings, merkt Shane Huntley an, gebe es auch keinen Grund, die Midterms mit der bereits bekannten Strategie anzugreifen. Zu diesen Methoden gehörte es, ohnehin schon bestehende Meinungsdifferenzen durch gezielte Werbekampagnen in sozialen Netzwerken zu befeuern. Dieser Kampf sei schließlich schon geführt worden, sagt der Mann, der bei Google das Team leitet, das Hackerangriffe analysiert. Auch Google habe "erstaunlich wenig" Versuche von Hackern gesehen, die midterms anzugreifen, sagte Huntley kürzlich auf einer Konferenz (ab Minute 6:10). Das heißt: Sollte es zu einem Angriff kommen, könnte dieser ganz anders ablaufen. Hackerangriffe sind besonders dann erfolgreich, wenn man sich nicht über Jahre hinweg auf sie vorbereiten kann.

Die US-Präsidentschaftswahl 2016 zeigte, dass es zwei Wege gibt, auf denen ein fremder Staat einen Wahlprozess manipulieren kann. Erstens: Er versucht, die Öffentlichkeit zu beeinflussen, indem er Fake-Accounts aufsetzt und über Monate hinweg all jene Themen aufgreift, die in einem Land ohnehin Konflikte anheizen. Hauptsache, der Hass im Zielland lodert.

Darum geht es auch in einer Anklage des US-Justizministeriums gegen eine russische Staatsbürgerin von Ende September. Sie habe durch das Projekt Lakhta versucht, die Gesellschaft der USA zu spalten und das Vertrauen in das US-Wahlsystem zu schmälern. Der Anklage zufolge bediente sie sich zwischen Januar 2016 und Juni 2018 aus einem Budget von insgesamt 35 Millionen US-Dollar. Das Geld kam nach Angaben des Justizministeriums von Jewgeni Wiktorowitsch Prigoschin, genannt "Putins Koch". Damit habe sie unter anderem Webseiten angemietet, politische Werbung auf sozialen Netzwerken entweder eingekauft oder aber über Fake-Accounts teilen lassen.

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Noch sind die Wahlen sehr schlecht abgesichert 
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