IT-Sicherheit: GMX und Web.de bieten PGP und führen DANE ein

Mehr Sicherheit bei den E-Mail-Diensten GMX und Web.de: Ab sofort können Anwender ihre E-Mails per PGP verschlüsseln. Zusätzlich wollen die beiden Dienste den E-Mail-Verkehr zwischen Servern mit dem offenen Standard DANE absichern.

Artikel veröffentlicht am ,
Bei GMX und Web.de lassen sich E-Mails per PGP verschlüsseln.
Bei GMX und Web.de lassen sich E-Mails per PGP verschlüsseln. (Bild: Screenshot Golem.de)

Wer die Dienste GMX und Web.de nutzt, kann ab sofort seine E-Mails per PGP verschlüsseln. Der Austausch per PGP verschlüsselter Daten funktioniert auch mit externen Empfängern, die beispielsweise Enigmail verwenden. Außerdem wollen die E-Mail-Anbieter bis zum Ende des Jahres den offenen Standard DANE einführen, parallel zu dem bisher verwendeten proprietären Standard Inter Mail Provider Trust der Initiative E-Mail made in Germany, der auch die Telekom und Strato angehören.

Die Einrichtung von PGP erfolgt über die Webschnittstelle des Dienstes und ist in raschen drei Schritten erledigt. Zunächst wird ein Browser-Plugin für Firefox und Chrome benötigt. Es handelt sich dabei um eine Weiterentwicklung des Addons Mailvelope. Dann muss ein Passwort eingegeben werden, mit dem der private Schlüssel gesichert wird. Der private Schlüssel wird anschließend lokal in einem Container abgelegt, eine Sicherungskopie in einem verschlüsselten Container landet bei GMX oder Web.de. So sollen die Anbieter selbst ebenfalls keinen Zugriff darauf haben können. Schließlich erhält der Anwender ein 26-stelliges Passwort. Damit lassen sich die privaten und öffentlichen Schlüssel auch auf andere Geräte übertragen, etwa in die Apps von GMX und Web.de für Android und iOS.

Der öffentliche Schlüssel bleibt ebenfalls bei den E-Mail-Anbietern und wird nicht auf öffentliche Keyserver übertragen. Optional können E-Mails damit signiert werden. Weitere Schlüssel lassen sich in dem Plugin Mailvelope einbinden und nutzen.

DANE wird schrittweise eingeführt

Der Transport von E-Mails zwischen Servern soll bis Ende des Jahres zusätzlich mit DANE (DNS-based Authentication of Named Entities) abgesichert werden. DANE, das auf DNSSEC aufbaut, soll gewährleisten, dass Man-in-the-Middle-Angriffe beim Austausch von E-Mails zwischen den Servern der Provider erschwert werden. DNSSEC soll zunächst dafür sorgen, dass DNS-Abfragen per Schlüssel authentifiziert werden. Über DANE wiederum werden Zertifikate der Server beispielsweise durch Fingerprints validiert. Beide Techniken sind offene Standards der Internet Engineering Task Force. Sie sind aber wenig verbreitet und gelten entweder als veraltet oder unausgereift. Ein ausführlicher Artikel bei Golem.de geht auf diese Kritik ein.

Auch United Media, Telekom und Strato erachteten DANE 2014 noch als unausgereift und setzten stattdessen auf Standard Inter Mail Provider Trust, der allerdings auf Deutschland beschränkt ist und auch hierzulande wenig Verbreitung fand. Einige E-Mail-Provider wie Posteo setzten stattdessen auf DANE. United Internet will DANE schrittweise einführen, zunächst sollen die kleineren Zusatzdomains bei GMX aufgerüstet werden. Später sollen dann die Hauptdomains gmx.de, gmx.net und web.de hinzukommen, berichtet Heise.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Kleba 26. Aug 2015

Das wollte ich auch nicht in Abrede stellen (bin schließlich selbst bei Posteo). Fand...

Bachsau 25. Aug 2015

Schlimmer ist, dass bis vor wenigen Jahren SSL noch ein "Premium"-Feature war. Nur...

Bachsau 25. Aug 2015

Wenn sie's richtig machen würden, würden sie endlich S/MIME anbieten, wie es jedes...

Stebs 22. Aug 2015

Drehe und wende es wie du willst, die Sicherheit, die ein Verfahren wie das von GMX...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Custom Keyboard
Youtuber baut riesige Tastatur für 13.500 Euro

Die Switches haben das 64-fache Volumen und das Gehäuse ist menschenhoch: Ein Youtuber baut eine absurd große Tastatur für absurd viel Geld.

Custom Keyboard: Youtuber baut riesige Tastatur für 13.500 Euro
Artikel
  1. Super Nintendo: Fan bringt verbessertes Zelda 3 für Windows, MacOS und Linux
    Super Nintendo
    Fan bringt verbessertes Zelda 3 für Windows, MacOS und Linux

    Aus 80.000 Zeilen C-Code besteht die per Reverse Engineering generierte Version von Zelda 3. Die bringt einige Verbesserungen und 16:9.

  2. Twitter: Der blaue Haken bringt Musk nur wenig Geld
    Twitter
    Der blaue Haken bringt Musk nur wenig Geld

    Weltweit hat Twitter angeblich schon einige Hunderttausend zahlende Nutzer. Das dürfte die Finanzprobleme aber nur wenig mildern.

  3. Linux: Alte Computer zu neuem Leben erwecken
    Linux
    Alte Computer zu neuem Leben erwecken

    Computer sind schon nach wenigen Jahren Nutzungsdauer veraltet. Doch mit den schlanken Linux-Distributionen AntiX-Linux, Q4OS oder Simply Linux erleben ältere PC-Systeme einen zweiten Frühling.
    Von Erik Bärwaldt

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • DAMN-Deals: AMD CPUs zu Tiefstpreisen (u. a. R7 5800X3D 324€)• MindStar: Zotac RTX 4070 Ti 949€, XFX RX 6800 519€ • WSV-Finale bei MediaMarkt (u. a. Samsung 980 Pro 2 TB Heatsink 199,99€) • RAM im Preisrutsch • Powercolor RX 7900 XTX 1.195€ • PCGH Cyber Week nur noch kurze Zeit [Werbung]
    •  /