Ein Totalversagen der Verwaltung

So sehr der Fall aus Ohio an Krimiserien erinnert, ist er letztlich das Ergebnis lächerlich schwacher Sicherheitsvorkehrungen.

Stellenmarkt
  1. Projektmanager (m/w/d) IT - Logistik
    B+S GmbH Logistik und Dienstleistungen, Bielefeld, Borgholzhausen
  2. Senior Experience Designer Transformation UX/CX/EX (m/f/d)
    EOS GmbH Electro Optical Systems, Berlin, Homeoffice
Detailsuche

Erstens: Um die Hardware von einem Teil des Gefängnisses in das Büro zu transportieren, mussten die Gefangenen rund 350 Meter inklusive Sicherheitscheck überwinden. Doch wie sie sagten, seien sie dabei häufig gar nicht kontrolliert worden. So konnten sie die Bauteile in einem Wagen mit Hygienemitteln verstecken und in den eigentlich gesicherten Bereich einschleusen. Offenbar ist es über Monate hinweg auch niemandem aufgefallen, dass neue Netzwerkkabel in die Decke verliefen.

Zweitens: Mitarbeiter und Auftragsarbeiter, die Zugang zum Netzwerk des Gefängnisses haben, müssen ihre Passwörter alle 90 Tage ändern. Im Fall von Marion aber hat der frühere Mitarbeiter sein Passwort angeblich seit Jahren nicht gewechselt, was den Inhaftierten schließlich denkbar leichten Zugang gewährte.

Eklatante Sicherheitslücken

Drittens: Abgesehen von einem offenbar generell nicht besonders sicher konfigurierten Netzwerk, hatte auch die Verwaltungssoftware eklatante Lücken. Ein Häftling eignete sich die Identität eines anderen an, indem er sich dessen Sozialversicherungsnummer aus dem Intranet besorgte. Damit beantragte er erfolgreich eine Kreditkarte. Die Sozialversicherungsnummer sollte in den Datensätzen eigentlich verdeckt sein, damit sie nicht missbraucht werden kann. Doch indem der Häftling einfach die Schrifteinstellungen im Browser veränderte, konnte er die Nummer sichtbar machen. Diese "Unzulänglichkeit" im System wurde mittlerweile behoben, heißt es.

Golem Akademie
  1. Einführung in Unity: virtueller Ein-Tages-Workshop
    21.06.2022, Virtuell
  2. IT-Grundschutz-Praktiker mit Zertifikat: Drei-Tage-Workshop
    04.-06.07.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Viertens: Die Verwaltung hat es versäumt, schon nach den ersten Hinweisen auf eine unerlaubte Netzwerknutzung eine offizielle Untersuchung einzuleiten und den Fall der Polizei zu melden. So hat es möglicherweise länger gedauert, bis die Computer tatsächlich gefunden wurden. Der damals zuständige Gefängniswärter hat mittlerweile gekündigt.

Nicht zuletzt zeigt der Fall aber auch, dass sich Gefängnisse künftig auf ein neues Szenario einstellen müssen: Nämlich, dass nicht nur Angreifer von außen, sondern auch computeraffine Insassen versuchen könnten, in das IT-System einzudringen. Sei es, um an interne Daten zu kommen oder sogar die eigene Gefangenendatei zu ändern. Oder sei es, um einfach nur Pornos herunterzuladen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 IT-Sicherheit: Gefangen(e) im Netz
  1.  
  2. 1
  3. 2


RicoBrassers 18. Apr 2017

Eine viel einfachere Möglichkeit, wie das Ganze hier hätte verhindert werden können...

h4z4rd 18. Apr 2017

Vorallem wenn man bedenkt, das die Gefängnisse in den USA fast alle in privater Hand sind...

h4z4rd 18. Apr 2017

Ja ein Gefängnis mit Internet wäre ja für die meisten Nerds keine große Umstellung zum...

PlonkPlonk 17. Apr 2017

Wenn ein Gefangener eines hat, dann ist es wohl extrem viel Zeit ...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Forschung
Blaualge versorgt Computer sechs Monate mit Strom

Ein Forschungsteam hat einen Mikroprozessor sechs Monate ununterbrochen mit Strom versorgt. Die Algen lieferten sogar bei Dunkelheit.

Forschung: Blaualge versorgt Computer sechs Monate mit Strom
Artikel
  1. EC-Karte: Trotz Kartensperre können Diebe stundenlang Geld abheben
    EC-Karte
    Trotz Kartensperre können Diebe stundenlang Geld abheben

    Eine Sperre der Girocard wird nicht immer sofort aktiv. Verbraucher können sich bereits im Vorfeld schützen.

  2. Asus RTX 3080 Noctua Edition: Die Geforce RTX 3080 mit Noctua-Lüftern kommt
    Asus RTX 3080 Noctua Edition
    Die Geforce RTX 3080 mit Noctua-Lüftern kommt

    Braune Lüfter und gute Leistung: Asus und Noctua bringen die Geforce RTX 3080 Noctua Edition heraus. Diese soll leiser und kühler laufen.

  3. Renault: Moskwitsch könnte elektrisch wiederkommen
    Renault
    Moskwitsch könnte elektrisch wiederkommen

    Renault verkauft seine Anteile am Russlandgeschäft an die Stadt Moskau. Die hat schon genaue Pläne, welche Fahrzeuge vom Band rollen sollen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Week: Bis zu 46% Rabatt auf Mäuse & Tastaturen • Grafikkarten günstig wie nie (u. a. RTX 3080Ti 12GB 1.285€) • Samsung SSD 1TB (PS5-komp.) + Heatsink günstig wie nie: 143,99€ • Microsoft Surface günstig wie nie • Jubiläumsangebote bei MediaMarkt • Bosch Prof. bis zu 53% günstiger[Werbung]
    •  /