IT-Sicherheit: Ericsson gegen Offenlegung des 5G-Quellcodes

Ericsson hält nichts von einer Offenlegung des 5G-Quellcodes. Huawei tritt energisch dafür ein.

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Frau Merkel und die europäische Lösung: Quellcode soll offenliegen.
Frau Merkel und die europäische Lösung: Quellcode soll offenliegen. (Bild: Bundesregierung/Kugler)

Der schwedische Mobilfunkausrüster Ericsson glaubt nicht, dass die Offenlegung des 5G-Quellcodes sinnvoll ist. Das sagte ein Konzernsprecher aus Schweden Golem.de auf Anfrage. "Es gab Vorschläge zum Testen von Software nach der Entwicklung oder zum Zugriff auf Quellcode als Lösungen, um die Sicherheit und Integrität der 5G-Netzwerke zu gewährleisten. Dies ist eine Entscheidung der Aufsichtsbehörden, und wenn sie in einem bestimmten Land umgesetzt wird, wird Ericsson sich daran halten. Wir meinen jedoch, dass es kein Allheilmittel gibt, und wir glauben nicht, dass diese Maßnahmen erreichen, was beabsichtigt ist."

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Huawei vertritt eine deutlich andere Position: Man begrüße ausdrücklich den prinzipiellen Ansatz der Bundesregierung, für alle Technologieanbieter höhere und einheitliche Sicherheitsstandards festzulegen, sagte Sprecher Patrick Berger Golem.de auf Anfrage. "Mithilfe erweiterter Erklärungen und prozessorientierter Prüfungen, auch von Quellcodes, werden alle Technologieanbieter gleichermaßen eingeladen, sich fair am Wettbewerb um die Bereitstellung von 5G-Technologie zu beteiligen, wenn sie die Sicherheitsanforderungen erfüllen." Dies sei ein fakten- und standardbasierter Ansatz für die Bewältigung globaler Herausforderungen der Cybersicherheit.

Im Zeitalter globaler Lieferketten ist laut Berger nicht die Herkunft eines Produkts entscheidend für die Bewertung seiner Sicherheit, sondern seine konkrete Beschaffenheit. "Deswegen ist der Dreischritt aus Standardisierung, Zertifizierung und Verifizierung aller kritischen Komponenten aus unserer Sicht der richtige Weg." Huawei arbeite in Großbritannien und in Deutschland schon jetzt mit den zuständigen IT-Sicherheitsbehörden zusammen und lasse auch Quellcodes überprüfen, sagte Berger.

Auch ZTE begrüßt "ausdrücklich die Entwicklung und Umsetzung europaweit einheitlicher Auflagen und Vorgaben und die Harmonisierung nationaler Regelungen mit den EU-Empfehlungen oder zukünftigen EU-Richtlinien" Es sei für einen "Hersteller von Telekommunikationstechnik mit chinesischen Wurzeln von besonderer Bedeutung, maximale Transparenz zu zeigen und eine offene und konstruktive Gesprächskultur zu pflegen", erklärte ZTE-Sprecherin Susanne Baumann. Nokia Deutschland war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel will mit einer Entscheidung zu einer Beteiligung von Huawei am 5G-Ausbau bis nach einem EU-Gipfel im März abwarten. Merkel befürwortet strenge Sicherheitsanforderungen für das 5G-Netz, lehnt jedoch den Ausschluss einzelner Unternehmen ab. Die Kanzlerin will eine europäische Lösung, wohl auch, damit einzelne Anbieter sich dem nicht entziehen können.

Die Unionsfraktion hat gefordert, dass die Bundesregierung zügig die Novelle des Telekommunikationsgesetzes und das IT-Sicherheitsgesetz 2.0 vorlegt. Darin solle klargestellt werden, welche Anforderungen an Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit Telekommunikationsausrüster erfüllen müssten, um sich am 5G-Ausbau in Deutschland beteiligen zu dürfen.

Wie aus den Eckpunkten für neue Sicherheitsanforderungen hervorgeht, die die Bundesnetzagentur im März 2019 vorgestellt hat, müssen die Anbieter nachweisen, dass die für "sicherheitsrelevante Komponenten geprüfte Hardware und der Quellcode am Ende der Lieferkette tatsächlich in den verwendeten Produkten zum Einsatz kommen". Neben einer Veröffentlichung des Quellcodes solle der Code einen reproduzierbaren Build-Prozess aufweisen, betonte die Free Software Foundation Europe (FSFE).

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Bruto 16. Mär 2020

Hauptsache ISO9001, dann ist ja alles gut. Qualität vom Feinsten!

jimbokork 13. Mär 2020

einfach nur wieder gummistiefel produzieren lernen.

WalterSobchak 13. Mär 2020

deswegen wollen die den nicht zeigen.


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