Abo
  • IT-Karriere:

IT-Sicherheit: Der Angriff kommt - auch ohne eigene Fehler

Das Jahr 2017 brachte vielen Unternehmen Millionenschäden durch Malware ein, ohne dass diese aktiv Fehler gemacht hatten. Wanna Cry, NotPetya und auch der CCleaner-Vorfall zeigen, dass die Frage der eingesetzten Software deutlich wichtiger ist als verwendete Virenscanner oder Firewall-Appliances.

Artikel von veröffentlicht am
Im Bereich IT-Sicherheit gab es im Jahr 2017 zahlreiche Probleme und Schwachstellen.
Im Bereich IT-Sicherheit gab es im Jahr 2017 zahlreiche Probleme und Schwachstellen. (Bild: Martin Wolf / Golem.de (Montage))

Das Jahr 2017 hat gezeigt, dass Einrichtungen wie Krankenhäuser, Weltkonzerne wie Maersk und auch mittelständische Betriebe mit Malware infiziert werden können, ohne dass vor Ort individuelle Fehler gemacht werden. Denn Kriminelle und offenbar auch Staaten setzen zunehmend darauf, Exploits - bekannt und unbekannt - auszunutzen, um ihre Ziele anzugreifen. Die Lösung klingt einfach, ist aber in der Praxis oft schwer umzusetzen: eine gute Update-Strategie.

Inhalt:
  1. IT-Sicherheit: Der Angriff kommt - auch ohne eigene Fehler
  2. Update-Mechanismen können selbst zum Problem werden

Kein Mitarbeiter musste einen Link anklicken, damit Wanna Cry die Anzeigetafeln der Bahn infizieren konnte. Auch für den NotPetya-Angriff, der Fedex rund 300 Millionen US-Dollar kostete, musste niemand auf Phishing hereinfallen oder Makros in einem zwielichtigen Excel-Dokument aktivieren. Die Angriffe wurden durch bekannte Schwachstellen in der Software ausgelöst und verbreiteten sich in wenigen Stunden rund um die Erde.

So konnte die Wanna-Cry-Malware Hunderttausende Rechner befallen, bevor ihre Ausbreitung durch einen glücklichen Zufall zwischenzeitlich ausgebremst wurde. Die Software verschlüsselte die Rechner der Opfer, ohne eine individuelle Möglichkeit zur Wiederherstellung der Dateien anzubieten.

Exploits aus dem Bestand der NSA

Für den Wanna-Cry-Angriff nutzten die - nach Ansicht der US-Behörden und einiger Sicherheitsfirmen nordkoreanischen - Angreifer ausgerechnet Exploits aus dem Bestand der NSA, der nationalen Sicherheitsbehörde der USA. Die von der Sicherheitsfirma Kaspersky Equation Group getaufte Hackergruppe hackt im Auftrag der NSA seit Jahren verschiedene Ziele und verließ sich dabei auf ein stattliches Arsenal verschiedener Exploits in verschiedenen Routern und Firewalls, aber eben auch in populärer Software wie Microsoft Windows.

Stellenmarkt
  1. über experteer GmbH, Nürnberg
  2. Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH, Duisburg

Für Wanna Cry wurde vor allem ein Exploit mit der internen Bezeichnung Eternalblue verwendet, der eine Schwachstelle in dem veralteten Protokoll Server Message Block in Version 1 nutzt. SMB sollte in dieser Version eigentlich gar nicht mehr genutzt werden - doch viele Unternehmen setzen offenbar weiterhin auf das anfällige Protokoll.

Der Exploit wurde, wie viele andere auch, von der Hackergruppe Shadowbrokers veröffentlicht, die von einigen Seiten dem russischen Geheimdienst zugeschrieben wird. Bewiesen ist der Zusammenhang jedoch nicht.

Die Historie des Wanna-Cry-Angriffs zeigt schon deutlich, dass Nutzer sich ausgerechnet gegen Schwachstellen hätten schützen sollen, die zuvor jahrelang unentdeckt im Besitz der Geheimdienste lagerten. Keine leichte Aufgabe - nicht umsonst wird in den USA und mittlerweile auch in Deutschland darüber diskutiert, wie Geheimdienste und andere staatliche Akteure mit Sicherheitslücken umgehen sollen. Nach der Veröffentlichung der Schwachstellen durch die Shadowbroker veröffentlichte Microsoft zwar einen Patch für alle unterstützten Betriebssysteme, doch dieser wurde in vielen Umgebungen offenbar nicht richtig eingespielt.

Hier zeigt sich ein weiteres grundsätzliches Problem: Patchen ist nicht so einfach, wie viele Privatanwender sich das vorstellen. Schon auf Heimcomputern kann es vorkommen, dass ein größeres Update die Nutzung wichtiger Programme unmöglich macht, oder gar eine neues Betriebssystemrelease wie MacOS-High-Sierra voller peinlicher Fehler steckt.

Im Unternehmenskontext ist das Problem noch viel größer, gerade wenn nicht nur Desktop-Rechner für alltägliche Arbeiten wie Textverarbeitung und E-Mail betroffen sind, sondern komplexe Produktionsstraßen mit Scada-Anbindung für Roboter und andere Werkzeuge. Denn oft müssen die Unternehmen dann auf eine Update-Freigabe aller Zulieferer warten, bevor die rettende neue Software eingespielt werden kann. Andernfalls riskieren sie Produktionsausfälle oder sogar den Verlust der Gewährleistung.

Bis ein Update eingespielt werden kann, können verwundbare Systeme also nur abgeschottet werden - entweder physisch, oder durch eine Firewall oder durch Yara-Regeln, die Malware-Angriffe selbständig erkennen und blockieren können. Auch zahlreiche Antivirenlösungen hätten vor einer Infektion mit Wanna Cry geschützt.

Update-Mechanismen können selbst zum Problem werden 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-60%) 23,99€
  2. 21,95€
  3. (-76%) 9,50€
  4. 4,31€

derdiedas 15. Jan 2018

Keine Frage Updates sind wichtig, aber nur das * vom Lehrer wenn man alle anderen...

Kein Kostverächter 04. Jan 2018

Da gab es direkt ein doppeltes: MUAHAHAHAHAAAA! MUAHAHAHAHAAAA!

serra.avatar 04. Jan 2018

das und dann an den Rechnern ungeschulte "Affen" die auf alles klicken was Aufmerksamkeit...

Anonymer Nutzer 03. Jan 2018

an closed soure software/hardware genauso wie an opensoure die kaum einer mehr dursteigen...

matzems 02. Jan 2018

mindestens genauso bedenklich ist die Tatsache daß die berühmte NSA die Windows Lücke...


Folgen Sie uns
       


AMD Ryzen 9 3900X und Ryzen 7 3700X - Test

Wir testen den Ryzen 9 3900X mit zwölf Kernen und den Ryzen 7 3700X mit acht Kernen. Beide passen in den Sockel AM4, nutzen DDR4-3200-Speicher und basieren auf der Zen-2-Architektur mit 7-nm-Fertigung.

AMD Ryzen 9 3900X und Ryzen 7 3700X - Test Video aufrufen
Nachhaltigkeit: Jute im Plastik
Nachhaltigkeit
Jute im Plastik

Baustoff- und Autohersteller nutzen sie zunehmend, doch etabliert sind Verbundwerkstoffe mit Naturfasern noch lange nicht. Dabei gibt es gute Gründe, sie einzusetzen, Umweltschutz ist nur einer von vielen.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Nachhaltigkeit Bauen fürs Klima
  2. Autos Elektro, Brennstoffzelle oder Diesel?
  3. Energie Wo die Wasserstoffqualität getestet wird

Arbeit: Hilfe für frustrierte ITler
Arbeit
Hilfe für frustrierte ITler

Viele ITler sind frustriert, weil ihre Führungskraft nichts vom Fach versteht und sie mit Ideen gegen Wände laufen. Doch nicht immer ist an der Situation nur die Führungskraft schuld. Denn oft verkaufen die ITler ihre Ideen einfach nicht gut genug.
Von Robert Meyer

  1. IT-Forensikerin Beweise sichern im Faradayschen Käfig
  2. Homeoffice Wenn der Arbeitsplatz so anonym ist wie das Internet selbst
  3. Bundesagentur für Arbeit Informatikjobs bleiben 132 Tage unbesetzt

Faire IT: Die grüne Challenge
Faire IT
Die grüne Challenge

Kann man IT-Produkte nachhaltig gestalten? Drei Startups zeigen, dass es nicht so einfach ist, die grüne Maus oder das faire Smartphone auf den Markt zu bringen.
Von Christiane Schulzki-Haddouti

  1. Smartphones Samsung und Xiaomi profitieren in Europa von Huawei-Boykott
  2. Smartphones Xiaomi ist kurz davor, Apple zu überholen
  3. Niederlande Notrufnummer fällt für mehrere Stunden aus

    •  /