IT-Sicherheit: B.Z. vermutlich durch Hackerangriff offline

"Wir sind gleich wieder für Sie da," heißt es seit gestern Abend auf der Webseite der B.Z.(öffnet im neuen Fenster) aus dem Verlagshaus Axel Springer. Etwa zur gleichen Zeit tauchte bei der linken Webseite Indymedia(öffnet im neuen Fenster) ein anonymes Bekennerschreiben auf. Eine Gruppe will die Webseite gehackt haben, heißt es dort. Der Grund sei eine wiederholte "Hetze" gegen die sogenannte Lange Woche der Rigaer Straße.
Über Twitter berichtet die B.Z. hingegen von technischen Problemen. Der Staatsschutz soll aber die Ermittlungen aufgenommen haben, wie die Berliner Zeitung(öffnet im neuen Fenster) berichtet.
Unter dem Namen Lange Woche der Rigaer Straße organisierten Aktivisten aus der linksautonomen Szene Proteste gegen acht geplante Neubauten in der Rigaer Straße im Berliner Stadtbezirk Friedrichshain(öffnet im neuen Fenster) . Dort sollen Stadtvillen mit insgesamt 155 Wohnungen entstehen. Das Brachland, auf dem die Wohnungen entstehen sollen, nennt die linksautonome Szene Bambiland. Dort werden seit seiner Besetzung 2009 Gemüsegärten betrieben und Feste gefeiert.
Kritik an der Aktion bei Indymedia
In der Rigaer und der sie kreuzenden Liebigstraße wurden bereits kurz nach dem Mauerfall etliche Häuser besetzt, von denen es aber nur noch wenige gibt. Die Protestaktion gegen die Neubauten findet auf dem sogenannten Dorfplatz statt, der Kreuzung von Rigaer und Liebigstraße. Im vergangenen Jahr gab es dort bereits Zusammenstöße mit der Polizei.
In ihrem Bekennerschreiben werfen die Aktivisten der B.Z. und der Bild-Zeitung vor, gegen die Veranstaltung und die Veranstalter Stimmung zu machen. Allerdings gibt es auch in den Kommentaren bei Indymedia Kritik an der Aktion. Einige bezweifeln, dass es sich tatsächlich um einen Hack handelt, oder werfen den Aktivisten vor, einen "sinnlosen" DoS-Angriff gestartet zu haben. Bevor die aktuelle Mitteilung auf der Webseite der B.Z. zu sehen war, soll die Meldung "504 Gateway Time-out" des Nginx-Servers zu sehen gewesen sein.
Über Twitter vermeldete die BZ heute Nacht(öffnet im neuen Fenster) , dass es noch immer technische Probleme gebe. Die Redaktion arbeite derweil analog.